Das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMO-Syndrom, PMOS)
Das Polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS – früher PCOS / Polycystisches Ovarialsyndrom) betrifft 8 – 13 % der Frauen im gebärfähigen Alter und ist die häufigste hormonelle Erkrankung dieser Altersgruppe. Bei 2/3 der betroffenen Frauen ist die Diagnose nicht bekannt.Ein PMOS kann dafür verantwortlich sein, wenn Frauen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden.
In der Kinderwunschsprechstunde beim Endokrinologen stellen sich oft junge Frauen vor, welche eine typische Kombination von Symptomen aufweisen:
- unregelmäßige und seltene oder ausbleibende Regelblutung
- kosmetische Symptome durch männliche Hormone: Vermehrte Behaarung, scheitelbetonter Haarausfall, Akne; außerdem im Blut erhöhte Spiegel von männlichen Hormonen (Testosteron, Androstendion, DHEAS, 17-Hydroxy-Progesteron)
- Veränderungen der Eierstöcke im Ultraschall – ein sogenannter „polyzystischer“ Umbau (kleine perlschnurartige Bläschen) oder eine Erhöhung des Anti-Müller-Hormons (AMH)
Was hat die Diagnose „PMOS“ mit Diabetes zu tun?
Häufig haben die betroffenen Frauen zusätzliche Symptome und Risiken:- Übergewicht und speziell Stammfettsucht (Verteilung des vermehrten Körperfettes speziell am Bauch – „viszerale Adipositas“) mit erhöhtem Bauchumfang (75%)
- Insulinresistenz: das körpereigene Insulin wirkt schlechter
- erhöhtes Risiko für Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gefäßverkalkungen (Metabolisches Syndrom: 33%).Damit verbunden 1,5-2fach erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Oft besteht eine erbliche Vorbelastung für die genannten Krankheiten.
Behandlung des Polyendokrinen Metabolischen Ovarialsyndroms (POMS)
Das PMOS ist somit eine gynäkologische und hormonell-diabetologische Krankheit. Die Behandlung besteht oft in der Verordnung einer speziellen Pille: Sie regelt den Zyklus und senkt die männlichen Hormone. Dadurch verbessern sich auch die kosmetischen Beschwerden. Die Stoffwechselveränderungen werden aber nicht besser. Bei Kontraindikationen für die Pille müssen Alternativen gefunden werden. Dabei hat sich Metformin bewährt, ein seit Jahrzehnten mit großem Erfolg verwendetes Mittel zur Behandlung des Diabetes Typ-2.Metformin ist aber für die Behandlung des PCO-Syndroms nicht zugelassen (sog. „off-label-Therapie“). Es darf nur nach sorgfältiger Aufklärung und auf ausdrücklichen Wunsch der Betroffenen (mit Unterschrift bestätigt) verordnet werden; die Kosten werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen nicht übernommen.
Durch Metformin wird die Insulinresistenz gebessert. Außerdem kann Metformin die vermehrte Behaarung und Akne bessern, die männlichen Hormone messbar senken, den Zyklus regulieren und die Schwangerschaftsrate bei Kinderwunsch erhöhen. Es hilft Gewicht zu reduzieren und senkt das Risiko für die Entstehung eines Diabetes. Natürlich kann Metformin nicht verhüten: bei Kinderwunsch wird ja ohnehin die Pille abgesetzt.
Die Behandlung gehört in die Hände von Experten, in der Regel von Endokrinologen oder Diabetologen.
Hintergrund: Vom PMOS zum PCOS
Polyendokrines Metabolisches OvarialSyndrom (PMOS): Neuer Name für das PolyCystische OvarialSyndrom (PCOS)Sehr viele Fachgesellschaften und Patientenorganisationen haben sich 2026 für den neuen Namen ausgesprochen. Dafür gibt es zwei Gründe:
• Der Begriff „Polycystisch“ ist falsch! Es sind keine Zysten, sondern Follikel, die man im Ultraschall sieht und die als PMOS-Kriterium definiert sind.
• Der Begriff „Metabolisch“ soll das Bewusstsein für die metabolischen Aspekte verbessern.
Dies ermöglicht die frühere Diagnose und frühe zielgerichtete Behandlung der begleitenden Erkrankungen. Neben Gynäkolo:innen und Endokrinolog:innen werden Diabetolog:innen, Kardiolog:innen und Adipositas-Ärt:innen eingebunden.
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Kategorisiert in: Weitere hormonelle Erkrankungen bei Diabetes
Dieser Artikel wurde verfasst von Sebastian Zink







