Nebenwirkungen erwünscht

EinsFestival, Dienstag, 7. Oktober 2014, 15.45-16.30 Uhr

Die Pille als Lifestyledroge
Für Schülerinnen ab 14 ist die Einnahme des Antikonzeptiva fast schon selbstverständlich geworden. Und vielen jungen Frauen sind die versprochenen ‚Nebeneffekte‘ ebenso wichtig wie der Hauptzweck der Pille, die Verhütung. Manchmal sogar noch wichtiger, wie der Film an Beispielen junger Mädchen zeigt.

Ein halbes Jahrhundert gibt es sie schon ‑ die Pille. Wie kaum ein anderes Medikament wurde sie immer wieder kritisch in die Mangel genommen. Nebenwirkungen machten Schlagzeilen. Trotzdem aber ist sie das beliebteste und weit verbreitetste Verhütungsmittel.
Wer unter den ab 16‑Jährigen die Pille nicht nimmt, gilt als Exotin. Für die Frauenärztin Gabriele Marx, die die Pille nicht mehr verschreibt, ist bereits der Umstand, Frau zu sein, ein Grund für Hormongaben: in der Pubertät zur Zyklusregulation, als Livestyleprodukt für bessere Haut und angeblicher Gewichtsregulierung sowie zur Schwangerschaftsverhütung und später in den Wechseljahren. Nützt das den Frauen oder eher den Herstellern?
Das Filmteam begleitet Frauen in Ost‑ und Westdeutschland (Großmütter, Mütter und Töchter) aus zwei 3‑Generationen‑Familien in ihrem Alltag mit der Pille und gehen der Frage nach, welchen Einfluss das Verhütungsmittel im Verlauf der Jahre und bis heute auf ihr Leben hat.