Diabetes und Übergewicht
© underdogstudios - fotolia.com

Typ-1-Diabetes plus Übergewicht gleich Doppeldiabetes

Bei übergewichtigen Menschen mit Diabetes denken viele zunächst an Typ 2. Weniger bekannt ist, dass übergewichtige Typ-1-Diabetiker einen „Doppeldiabetes“ entwickeln  können. Die Folgen sind schwankende Blutzuckerwerte und ein steigender Insulinbedarf.

Keine Verbote mehr beim Essen für Diabetiker

Die Therapie des Diabetes Typ 1 hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, sodass Menschen mit dieser Erkrankung ihr Leben annähernd frei gestalten können wie Stoffwechselgesunde. Die Zeiten, in denen Betroffene bei ihren Mahlzeiten und Insulingaben strenge Zeit- und Mengenvorgaben einhalten mussten, sind zum Glück vorbei. Menschen mit Diabetes Typ 1 dürfen wie Stoffwechselgesunde grundsätzlich alles essen, sollten allerdings auf ihr Gewicht achten. Denn wie Typ-2-Diabetiker können auch sie eine Insulinresistenz („Doppeldiabetes“) entwickeln. Darauf weist die Patientenorganisation diabetesDE.org in einer Presseinformation hin.

Bis 25 g Zucker pro Tag auch bei Diabetes kein Problem

Grundsätzlich gilt: Weder bei Typ-1-, noch bei Typ-2-Diabetes sind spezielle Ernährungsweisen vorgeschrieben oder bestimmte Lebensmittel verboten. „Auch Zucker ist nicht untersagt, mehr als 25 Gramm täglich sollten aber sowohl stoffwechselgesunde als auch an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankte Menschen nicht verzehren“, sagt Professor Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim. Denn Zucker besteht aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten und sorgt für einen raschen Blutzuckeranstieg – entsprechend müssen Typ-1-Diabetiker Insulin spritzen. „Eine auf den Punkt korrekte Dosierung ist nicht immer einfach, da zahlreiche Faktoren den Blutzuckerspiegel mitbeeinflussen“, erklärt der Diabetologe. Eine zu hohe Insulingabe könne dann eine Unterzuckerung nach sich ziehen.

Bei Doppeldiabetes steigt der Insulinbedarf

Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen, sind oft nicht nur sehr zucker-, sondern auch fetthaltig und damit sehr kalorienreich. Das geht nicht nur schnell auf Hüfte und Bauch, sondern verändert bei Typ-1-Diabetikern auch den Insulinbedarf. Mit steigendem Körpergewicht sinkt die Insulinempfindlichkeit – mit der Zeit wird immer mehr Insulin benötigt, um die gleiche Senkung des Blutzuckers zu erreichen wie vorher. Es entwickelt sich eine Insulinresistenz, die eigentlich typisch für Typ-2-Diabetes ist. Das Mehr an Insulin kann wiederum die Gewichtszunahme fördern – Ein Teufelskreis. Ein weiteres Problem bei Typ-1-Diabetiker mit „Doppeldiabetes“ sind instabile, schwankende Blutzuckerwerte.

Abnehmen verbessert die Insulinempfindlichkeit

Hier hilft nur: Gewicht reduzieren und sich mehr bewegen, damit die Insulinresistenz durchbrochen wird und sich die Insulinempfindlichkeit wieder verbessert. Oder, noch besser: es gar nicht so weit kommen lassen. „Menschen mit Diabetes Typ 1 sollten daher mit einer ausgewogenen Ernährung und einem aktiven Lebensstil und starken Blutzuckerschwankungen vorbeugen“, rät Dr. rer. medic. Nicola Haller, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Vorstandsvorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

Quellen: Presseinformation von diabetesDE.org vom 31.10.18 und eigene Recherche

Mehr zum Thema „Doppeldiabetes“ lesen Sie hier auf diabetes-news