Exsudate

(harte, weiche), (lat.: Absonderung, Ausscheidung) Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Exsudat normalerweise Flüssigkeit, die bei Entzündungen „ausgeschwitzt“ wird (z.B. bei Rippenfellentzündung). In der Augenheilkunde hat der Begriff eine etwas andere Bedeutung. Er wird in Verbindung mit den Eigenschaftswörtern hart oder weich benutzt, um charakteristische Veränderungen am Augenhintergrund zu beschreiben. Exsudate treten z.B. im Rahmen diabetischer Augenhintergrundsveränderungen (diabetische Retinopathie) auf. Unter harten Exsudaten versteht man Ablagerungen von Fettstoffen in der Netzhaut, die sich weißlich und scharf-begrenzt darstellen und damit „hart“ wirken. Man findet sie meist bei älteren Diabetikern. Bei Jugendlichen sind sie eine Seltenheit. Die weichen Exsudate sind unscharf-begrenzt und wirken dadurch „weich“. Es handelt sich um Verquellungen von Nervenfasern, die meist bei Bluthochdruck, seltener bei Diabetes auftreten.