Kategorie-Archiv: E

Exsudate

(harte, weiche), (lat.: Absonderung, Ausscheidung) Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Exsudat normalerweise Flüssigkeit, die bei Entzündungen „ausgeschwitzt“ wird (z.B. bei Rippenfellentzündung). In der Augenheilkunde hat der Begriff eine etwas andere Bedeutung. Er wird in Verbindung mit den Eigenschaftswörtern hart oder weich benutzt, um charakteristische Veränderungen am Augenhintergrund zu beschreiben. Exsudate treten z.B. im Rahmen diabetischer Augenhintergrundsveränderungen (diabetische Retinopathie) auf. Unter harten Exsudaten versteht man Ablagerungen von Fettstoffen in der Netzhaut, die sich weißlich und scharf-begrenzt darstellen und damit „hart“ wirken. Man findet sie meist bei älteren Diabetikern. Bei Jugendlichen sind sie eine Seltenheit. Die weichen Exsudate sind unscharf-begrenzt und wirken dadurch „weich“. Es handelt sich um Verquellungen von Nervenfasern, die meist bei Bluthochdruck, seltener bei Diabetes auftreten.

Exsikkose

Austrocknung des Körpers bei Flüssigkeitsmangel infolge verminderter Flüssigkeitszufuhr bzw. übermäßigem Flüssigkeitsverlust. Ursache einer Exsikkose bei einem Diabetiker ist in der Regel eine schlechte Diabeteseinstellung. Die Exsikkose entsteht hierbei durch einen übermäßigen Wasserverlust über die Niere, da eine gesteigerte Glucoseausscheidung als Folge der schlechten Diabeteseinstellung zwangsläufig auch zu einer gesteigerten Wasserausscheidung führt.

Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähig ist ein Versicherter, der in Folge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder von Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte auf nicht absehbare Zeit eine Erwerbsfähigkeit in gewisser Regelmäßigkeit nicht mehr ausüben oder nicht mehr als nur geringfügige Einkünfte durch Erwerbstätigkeit erzielen kann.

Erwachsenendiabetes

Heute seltener gebrauchte Ausdrucksform für den Typ-2-Diabetes. Es handelt sich dabei um eine in der Regel nicht insulinabhängige Diabetesform, die bis auf ganz wenige Ausnahmen (Mody-Diabetes) nur Erwachsene betrifft.

Epidemiologie

Wörtlich übersetzt bedeutet Epidemiologie „Lehre von den Seuchen“, womit nur ein ganz geringer Teil des Aufgabenbereiches der Epidemiologie erfaßt wird. Vielmehr versteht man unter Epidemiologie die Wissenschaft, die Krankheiten im Hinblick auf ihre Häufigkeit, ihre Verteilung in der Gesamtbevölkerung, ihre Zuordnung zu bestimmten Bevölkerungsgruppen (z.B. Berufsgruppen) beobachtet. Aus der Arbeit der Epidemiologen lassen sich z.B. Rückschlüsse ziehen, welche Bevölkerungsgruppen für bestimmte Krankheiten besonders anfällig sind (sogenannte Risikogruppen). Somit ergeben sich auch Möglichkeiten Vorbeugungsmaßnahmen gezielt zu treffen. Als Beispiel mag die derzeit wohl aktuellste Erkrankung „Aids“ dienen. Die Aufgaben der Epidemiologen ist es zu beobachten, in welchen Teilen der Bevölkerung diese Erkrankung auftritt, wie sie sich verbreitet und auch wie sie an Häufigkeit zunimmt.

Enzyme

Eiweißkörper, die für die Steuerung biochemischer Reaktionen unabdingbar notwendig sind. Enzyme fördern oder hemmen eine Vielzahl von biochemischen Abläufen im Organismus und wirken dadurch steuernd.

Endokrine Organe

Organe, welche die von ihnen gebildeten Stoffe (Hormone) nicht nach außen (z.B. in den Darm) sondern direkt in die Blutbahn abgeben. Endokrine Organe sind z.B. Schilddrüse, die Hirnanhangdrüse (= Hypophyse) und auch die Inselzellen, die ihre Produkte (u.a. Insulin) unmittelbar an die Blutgefäße abgeben.

EKG

(Elektrokardiogramm) Kurve der Herzströme. Voraussetzung für eine geregelte Herztätigkeit ist das Entstehen bioelektrischer Aktivitäten, die ihrerseits regelmäßig Herzaktionen hervorrufen. Die Kurve, die beim Ableiten dieser Ströme entsteht, heißt Elektrokardiogramm (EKG). Aus ihr lassen sich wertvolle Rückschlüsse über die Herztätigkeit (z.B. Rhythmusstörungen) ziehen.