Die konventionelle Insulintherapie (CT) bei Typ-1-Diabetes

Prinzip

Lang wirksames Insulin oder intermediär wirksames Insulin oder Mischungen aus intermediär und schnell wirksamem Insulin werden in einem festen Mischverhältnis ein- bis zweimal täglich, in seltenen Ausnahmefällen bis zu dreimal täglich injiziert.

Für wen?

Diese Therapieform kommt überwiegend für ältere Menschen mit einem regelmäßigen Tagesablauf in Frage. Sie wird bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 nur noch in Ausnahmefällen angewandt. Diese Therapieform ist überwiegend für Patienten gedacht, für die eine möglichst einfache Insulintherapie erforderlich ist. Die Gabe von festgelegten Insulindosen setzt ein festes Ernährungsschema voraus, um das Verhältnis Insulin, das den Blutzucker senkt, und zugeführter Kohlenhydrate (BE, KE), die den Blutzucker erhöhen, im Gleichgewicht zu halten.

Nicht für Menschen mit Typ 1 Diabetes

Bei Menschen mit Typ 1-Diabetes ist die konventionelle Insulintherapie verlassen worden, wegen des deutlich höheren Risikos von Unterzuckerungen im Vergleich zur bedarfsangepassten intensivierten Insulintherapie (ICT).

Selbstkontrolle bringt’s ans Licht

Auf jeden Fall müssen Patienten mit einer konventionellen Insulintherapie Blutzuckerselbstkontrollen durchführen. Blutzuckertagesprofile sollten in regelmäßigen, nicht jedoch täglichen Abständen durchgeführt werden. In der Regel reicht ein Tagesprofil einmal in der Woche aus.

Zwischenmahlzeiten glätten

Der Nachteil der konventionellen Insulintherapie ist das festgelegte Wirkungsprofil des injizierten Insulins.  Die Dosis wird nicht angepasst und das Verhältnis von schnell wirksamem zu langsam wirksamem Insulin ist fest vorgegeben. Die betroffenen Patienten müssen sich deshalb in ihrem Tagesablauf in Menge und Zeitpunkt ihrer Mahlzeiten an einen festen Ablauf halten.

Es gibt Mischungen mit schnell wirksamen Insulinanaloga. Das schnellwirksame Insulinanalog hat eine Wirkdauer von ungefähr 2-3 h und ein Wirkmaximum nach ungefähr 1 h. Da das Insulin nur zweimal am Tag eingesetzt wird, sind die Hauptmahlzeiten das Frühstück und das Abendessen. Bei Mischungen mit schnellen Insulinanaloga sind Zwischenmahlzeiten nicht erforderlich. Normales, humanes Insulin hat je nach Dosis eine Wirkdauer zwischen 4 und 6 h und ein Wirkmaximum bei ungefähr 2 h. Nach 2 h ist der überwiegende Teil der Kohlenhydrate bereits im Körper aufgenommen und verstoffwechselt. Die Insulinspiegel sind jedoch noch hoch. Zur Vermeidung von Unterzuckerungen müssen daher Kohlenhydrate zugeführt werden. Daher ist bei Mischungen mit normalen, humanem Insulin  die Einnahme regelmäßiger Zwischenmahlzeiten wegen der hohen Insulinspiegel zwischen den Mahlzeiten meist erforderlich.