Insulinpumpentherapie

Was sind Insulinpumpen, wie funktioniert die Behandlung

Therapieprinzip

Das Therapieprinzip mit der Insulinpumpe entspricht dem der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT). Über eine Basalrate wird der Grundbedarf an Insulin abgedeckt und das für die Mahlzeiten erforderliche Insulin wird über einen Bolus per Knopfdruck abgerufen.

Basalrate

Die Basalrate kann je nach Bedarf angehoben oder abgesenkt werden. Somit kann einem veränderten Grundbedarf an Insulin, z.B. Verminderung durch sportliche Aktivität oder erhöhter Insulinbedarf durch akute Erkrankung Rechnung getragen werden.

Der Bolus bringts

Auch gibt es verschiedene Formen der Bolusabgabe, so gibt es bei nur langsam anflutenden Kohlenhydraten, z.B. in Kombination mit einer fettreichen Mahlzeit, einen sog. verzögerten Bolus, bei dem ein Teil des Bolusinsulines sofort und ein anderer Teil über einen definierten Zeitraum von z.B. zwei oder drei Stunden abgegeben wird.

Einige Pumpen bieten den sog. Bolusrechner, mit dem anhand der vorher einzugebenden Therapieregeln für einen gemessenen Blutzuckerwert und eine gewünschte Kohlenhydratzufuhrmenge ein Insulinbolusvorschlag errechnet wird. Dieser Bolusvorschlag berücksichtigt auch noch eventuell vorliegende Wirkdauer eines vorangegangenen Insulinbolus und verhindert somit wirkungsvoll Insulinüberdosierungen.

Diskretion dank Fernbedinung

Einige Insulinpumpen bieten die Möglichkeit einer Fernbedienung, um über ein kleines mobiles Gerät diskret die Insulinpumpe bedienen zu können. Bei einigen Insulinpumpen ist in dieses Fernbedienungsgerät auch ein Blutzuckermessgerät integriert.

Mit dem Computer sprechen

Sämtliche Insulinpumpen verfügen über ein intelligentes Datenmanagementsystem, das über Schnittstellen ermöglicht, Therapiedaten und Basalrate auf einem externen Computer auszulesen und auszuwerten.

Der Sensor schafft Durchblick

Einige Insulinpumpen sind mit einem Glucosesensor kombinierbar, so dass die Pumpe gleichzeitig als Empfangsgerät für den gelegten Glucosesensor dient. Diese Therapie heißt sensorunterstützte Pumpentherapie (SUP). Bei manchen Geräten kann im Falle einer Unterzuckerung dann auch die Basalrate automatisch über einen definierten Zeitraum gestoppt werden, um eine Vertiefung der Unterzuckerung durch unbeabsichtigte weitere Insulinzufuhr zu verhindern (z.B. nachts). Ansonsten ist jedoch eine Steuerung der Insulinpumpe über den Sensor nicht möglich, da die für die Insulinabgabe notwendigen Variablen, wie gewünschte Kohlenhydratmenge, körperliches Aktivitätsniveau und weitere, die Blutzuckereinstellungsqualität beeinflussende Faktoren die Pumpe keine Information hat.

Die sensorunterstützte Pumpentherapie bietet jedoch die Möglichkeit einer höheren Therapiesicherheit, da bei Überschreiten oder Unterschreiten voreingestellter Grenzwerte die Pumpe Alarm geben kann. Somit hat der Pumpenträger die Möglichkeit, eine Stoffwechselentgleisung früher zu erkennen und kann somit früher gegenregulieren. In der Folge resultiert eine stabilere Stoffwechseleinstellung. Die derzeitige Studienlage erlaubt jedoch noch nicht eindeutige Rückschlüsse über den Vorteil einer sensorunterstützten Pumpentherapie, deshalb wird dies sensorunterstützte Pumpentherapie noch nicht von den Krankenkassen im Regelfall übernommen. Nur auf speziellen Antrag genehmigen die Krankenkassen in seltenen Ausnahmefällen entweder über einen bestimmten Zeitraum, wie Schwangerschaft oder auf Dauer, wie z.B. bei Patienten mit Wahrnehmungsstörungen für Unterzuckerungen diese neue Therapieform.

Da einige Patienten diesen Vorteil der kontinuierlichen Glucosemessung schätzen, wird diese Therapieform zum Teil von Patienten auch selbst bezahlt, die Kosten liegen pro Jahr in einem Bereich zwischen 5- und 8.000 Euro Mehrkosten gegenüber der Insulinpumpentherapie alleine. Nicht eingerechnet ist dabei jedoch die Ersparnis durch weniger zu verbrauchende Teststreifen, da in der Regel nur eine Messung pro Tag erforderlich ist.

Die Patchpumpe klebt auf der Haut

Die sog. Insulinpatchpumpen bieten den Vorteil, dass die Pumpe und die Infusionsnadel eine Einheit bilden und somit der Insulinkatheter entfällt. Die Pumpe wird auf die Haut geklebt, an der Stelle, an der auch die Insulinabgabe über die Nadel erfolgt. Die Patchpumpe wird ausschließlich über eine Fernbedienung bedient. Der Vorteil einer Patchpumpe ist, dass sie handlicher ist, hauptsächlich bei Kindern kommen die Patchpumpen gerne zum Einsatz.