Schwangerschaftsdiabetes

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Wiederkehren des Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes verhindern

Diabetes-Präventionsstudie PINGUIN bis Ende 2010; Teilnahmemöglichkeit für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, bei dem Insulin gespritzt werden musste, verlängert

Das Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München verlängert die Möglichkeit bis zum Jahresende 2010, an der Diabetes-Präventionsstudie PINGUIN (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) teilzunehmen! Das angestrebte Ziel besteht darin, mit Ernährungsberatung, Lebensstilintervention und dem Medikament Vildagliptin ein Wiederkehren des Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern oder zu verzögern. Vildagliptin ist bereits für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes zugelassen und zeigt eine gute Wirksamkeit.

Die PINGUIN-Studie läuft seit Beginn des Jahres 2008. Bei den Teilnehmerinnen handelt es sich um eine Hochrisikogruppe von Frauen mit Gestationsdiabetes, die während der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten. Vorausgegangene Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb von zehn Jahren einen Diabetes entwickelt (Löbner et al., Diabetes 55:792, 2006). Bei Frauen, die während der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten, um den Zuckerhaushalt im Normbereich zu halten, steigt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, innerhalb von 3 Jahren nach der Entbindung sogar auf 61% an.

Die ersten Teilnehmerinnen machen seit 18 Monaten bei der PINGUIN-Studie mit und vertragen das Studienmedikament Vildagliptin gut. Es gibt keine auffälligen Nebenwirkungen und noch keine Probandin hat einen Diabetes entwickelt.

Wie wichtig eine Intervention bei diesen Frauen ist, zeigt die Tatsache, dass drei Viertel der an der Studie teilnehmenden Frauen übergewichtig sind und einige sogar adipös. Bei Studienbeginn hatten viele bereits eine gestörte Glukosetoleranz. Eine Diabeteserkrankung bei nahen Verwandten ist sehr häufig. Eine weitere Zwischenauswertung bestätigt, dass etwa die Hälfte der Probandinnen keinerlei sportlicher Betätigung nachgeht und beim Aktivitätsmonitoring mit dem Schrittzähler unter der geforderten Minimalanforderung von 8000 Schritten pro Tag bleibt.

Diese ersten Ergebnisse zeigen im Rahmen der PINGUIN-Studie die Wichtigkeit einer Lebensstiländerung und Intervention. Faktoren wie Inaktivität und Übergewicht erhöhen das Risiko eines Typ-2-Diabetes oder eines erneuten Diabetes in einer folgenden Schwangerschaft. Das möchte das Institut für Diabetesforschung verhindern.

Teilnehmen können Frauen, die

  • während ihrer letzten Schwangerschaft einen insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes hatten
  • bis zum Studieneintritt abgestillt haben (Studieneintritt: frühestens ab Entbindung, spätestens neun Monate nach Entbindung)
  • mindestens 18 Jahre alt sind

Bei Interesse und für ausführliche Informationen wenden Sie sich bitte an

PINGUIN-Team
Forschergruppe Diabetes
Leitung: Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 089 30682917
Fax: 089 30687509

Infos und Anmeldung (PDF 179KB)