Notrufnummer 112 gilt europaweit
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Schlaganfall schnell erkennen und sofort handeln

Heute ist Weltschlaganfalltag. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) informiert aus diesem Anlass über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des akuten Notfalls. Wie Sie einen Schlaganfall schnell erkennen, lesen Sie hier.

Schlaganfall schnell erkennen – mit dem FAST-Test

„Lächeln, Sprechen, Arme hoch“ – mit diesen Schlagworten beschreibt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) drei wichtige Zeichen, an denen ein Schlaganfall schnell erkannt werden kann. „Als schnelle und laientaugliche Entscheidungshilfe hat sich der sogenannte FAST-Test bewährt, der die häufigsten Schlaganfallsymptome abfragt“, erklärt Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG und Chefarzt an der Klinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld-Bethel.

FAST steht dabei für Face, Arm, Speech und Time:

  • Zunächst wird der Betroffene um ein Lächeln gebeten (Face). Verzieht sich dabei das Gesicht einseitig, deutet das auf eine Gesichtslähmung hin.
  • Im zweiten Schritt soll die Person die Arme nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen. Bei einer – meist einseitigen – Lähmung kann ein Arm die Hebung und/oder Drehung nicht mitvollziehen.
  • Schließlich wird der Betroffene noch gebeten, einen einfachen Satz nachzusprechen (Speech). Gelingt dies nicht oder nur sehr undeutlich, ist das ebenfalls als Warnsignal zu werten.
  • Der vierte Buchstabe T steht für „Time“ und soll daran erinnern, dass jede Minute zählt.

„Ist einer der drei FAST-Tests auffällig, muss sofort die 112 gewählt werden“, erklärt Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz.

Was passiert beim Schlaganfall?

Meist ist ein Blutgerinnsel schuld: Bei 85 Prozent der Schlaganfälle wird eine Gehirnarterie durch einen Blutpfropf blockiert, dahinterliegende Gehirnbereiche werden von der Durchblutung abgeschnitten und so geschädigt. Deutlich seltener geht der Insult, wie er medizinisch genannt wird, auf das Reißen eines Blutgefäßes im Gehirn zurück. „Was auch immer die Ursache ist – ein Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall“, sagt  Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz. Denn mit jeder Minute, die bis zum Einsetzen der Therapie vergeht, steigt das Risiko für bleibende Schäden. Noch immer tragen bis zu 40 Prozent der überlebenden Schlaganfall-Patienten dauerhafte Einschränkungen davon.

Diagnose und Therapie sollten in einer Stroke-Unit erfolgen

Schlaganfall-ähnliche neurologische Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Lähmungen und starke Kopfschmerzen können auch bei Patienten mit schwerer Migräne oder Epilepsie auftreten. Auch hier müsse in jedem Fall schnell reagiert und sofort das Rettungssystem aktiviert werden – denn ob es sich nicht doch um einen Schlaganfall handelt, wird am besten in der nächsten Stroke-Unit geklärt. So wird die Station im Krankenhaus genannt, die auf die Diagnose und Akuttherapie des Schlaganfalls spezialisiert ist. Heute gibt es sie in Deutschland fast flächendeckend.

Quelle: Pressekonferenz der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zum Weltschlaganfalltag am 8. Oktober 2019 in Berlin.