Diabetes und Übergewicht
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Mit dem Übergewicht steigt das Typ-2-Risiko

Starkes Übergewicht (Adipositas) ist der größte Risikofaktor für Typ-2-Diabetes: 80 bis 90 % der Menschen in Deutschland mit Diabetes Typ 2 sind auch adipös. Obwohl das Problem wächst, gilt Adipositas bisher nicht als eigenständige Erkrankung. Das muss sich ändern, fordert die Organisation diabetesDE anlässlich des Europäischen Adipositas Tages am 21. Mai 2016.

Übergewicht – ein schwerwiegendes Problem

Zwei von drei Männern und jede zweite Frau in Deutschland gelten als übergewichtig*. Das bedeutet, sie haben einen Body-Mass-Index von mehr als 25. Die kritische Grenze beginnt bei 30 – dann sprechen Experten von starkem Übergewicht (Adipositas). Etwa ein Viertel der Deutschen ist davon betroffen* – 80 bis 90 % von ihnen sind gleichzeitig an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die Organisation diabetesDE hat den Europäischen Adipositas Tag am 21. Mai 2016 zum Anlass genommen, auf dieses schwergewichtige Problem für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem aufmerksam zu machen. Und nennt alarmierende Zahlen: Übergewicht und Adipositas sind in Europa jährlich für 337.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich und verursachen pro Jahr Kosten von mehr als 70 Mrd. Euro.**

Starkes Übergewicht als eigenständige Krankheit werten

Wer Typ-2-Diabetes bekämpfen will, muss also das starke Übergewicht (Adipositas) bekämpfen. Das wird von der Politik offensichtlich noch massiv unterschätzt, meint die Deutsche Adipositas Gesellschaft. „Adipositas mit Krankheitswert muss endlich als eigenständige chronische Krankheit anerkannt werden und die Therapie muss eine Regelleistung im gesetzlichen Leistungskatalog der Krankenkassen werden“, fordert Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius Zentrums für Ernährungsmedizin in München und Berater des diabetesDE-Vorstands im Hinblick auf Übergewicht und Adipositas.

Was tun gegen das Übergewicht?

„Abnehmen als Therapie auf Krankenkassen-Rezept“ wäre also die eine mögliche Lösung, um Menschen mit starkem Übergewicht zu helfen. Gleichzeitig braucht es politische und Maßnahmen, um die soziale und gesundheitliche Ungerechtigkeit in Deutschland zu reduzieren – für die Experten von diabetesDE und der Deutschen Adipositas Gesellschaft eine wesentliche Ursache des wachsenden Problems. Außerdem seien „effektive bevölkerungsweite Maßnahmen der Primärprävention gemäß WHO notwendig, die alle Menschen gesundheitsfördernd erreichen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Stellung. Dazu zählt insbesondere eine Zucker-Fett-Steuer, ein Verbot von Marketing für übergewichtfördernde Lebensmittel, das sich an Kinder und Jugendliche richtet, verbindliche Qualitätsstandards für die Kita- und Schulernährung sowie eine Stunde Bewegung für jeden Schüler an allen Schulen pro Tag,“ so die Experten in einer Pressinformation vom 20.Mai 2016.

Nicht nur der Body-Mass-Index zählt

Ob Sie Übergewicht haben, können Sie mit dem BIMI-Rechner online berechnen. Für das Diabetesrisiko ist allerdings nicht nur der Body-Mass-Index (BMI) maßgeblich, sondern auch die Fettverteilung im Körper – vor allem der Bauchumfang.

Mehr dazu, wie Sie Gewicht abnehmen und damit ihr Bauchfett reduzieren können, lesen Sie hier.

Mit diesem Test können Sie Ihr persönliches Diabetesrisiko bestimmen.

* https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/Symposium/degs_uebergewicht_adipositas.pdf?__blob=publicationFile

** http://www.europeanobesityday.eu/wp-content/uploads/2016/05/160509-EOD_Infographic_1_A4_RGB.pdf