Diabetes und Übergewicht
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Fettverteilung entscheidend für Diabetesrisiko

Wenn sich das Körperfett in der Mitte sammelt, steigt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Dieses Risiko lässt sich am besten abschätzen, wenn man den Bauchumfang misst. Kritisch wird es bei Frauen ab 81 cm, bei Männern ab 95 cm.

Body-Mass-Index sagt zu wenig aus

Was heißt eigentlich Übergewicht, und ab wann wird es kritisch? Häufig wird zur Beantwortung dieser Frage der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Er errechnet sich aus dem Verhältnis von Gewicht und Größe, mit einer festen Formel. (Hier können Sie Ihren Body-Mass-Index online berechnen). Normalgewichtig sind demnach Menschen mit einem BMI zwischen 20 und 25. Über 25 bis zu 30 spricht man von Übergewicht, darüber von starkem Übergewicht (Adipositas). Wenn es darum geht, das Diabetesrisiko zu bestimmen, ist der Body-Mass-Index allerdings nicht das Maß aller Dinge, wie Forscher der Universität Halle jetzt erneut in einer Studie* gezeigt haben. Der beste Marker zur Prognose eines Typ-2-Diabetes ist demnach der Taillenumfang.

Gefährliches Fett am Bauch

Entscheidend für das Diabetesrisiko ist die Verteilung des Körperfetts. „Apfeltypen“ sind besonders gefährdet. Das sind Menschen, bei denen sich das Körperfett vor allem um den Bauch herum sammelt. Dieses viszerale (intraabdominale) Fett beeinflusst den Stoffwechsel negativ und steht in Verbindung mit Symptomen wie erhöhten Blutfettwerten und einem erhöhten Krebsrisiko sowie Erkrankungen wie dem Metabolischen Syndrom, das bei der Entstehung des Typ-2-Diabetes eine wichtige Rolle spielt. Um das Diabetesrisiko zu bestimmen, empfehlen die Forscher aus Halle, ein Maßband zur Hand zu nehmen und den Taillenumfang bzw. das Verhältnis zwischen Taille und Körpergröße zu bestimmen.

Bauchumfang richtig messen

Die kritischen Grenzen beginnen bei Frauen ab einem Bauchumfang von 81 cm, bei Männern ab 94 cm. Ab 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) ist das Risiko deutlich erhöht. Die Forscher der Universität Halle nennen in ihrer Analyse konkrete Zahlen: Bei Frauen erhöht sich das Diabetesrisiko um 97 %, wenn ihr Taillenumfang um 12,4 cm zunimmt. Bei Männern erhöht sich um 81 %, wenn er um 10,6 cm zunimmt.

Den Bauchumfang messen Sie am besten morgens vor dem Frühstück. Legen Sie das Maßband etwa in der Höhe des Nabels an und achten Sie darauf, dass Sie weder bewusst einatmen (also den Bauch einziehen), noch den Bauch herausstrecken.

Mehr dazu, wie Sie Gewicht abnehmen und damit ihr Bauchfett reduzieren können, lesen Sie hier.

Mit diesem Test können Sie Ihr persönliches Diabetesrisiko bestimmen.

 * Hartwig S et al. Anthropometric markers and their association with incident type 2 diabetes mellitus: which marker is best for prediction? Pooled analysis of four German population-based cohort studies and comparison with a nationwide cohort study. BMJ Open 2016;6:e009266 doi:10.1136/bmjopen-2015-009266.