Angehörige, die Menschen mit Diabetes begleiten
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Insulinpumpen: Gut für Stoffwechsel und Lebensqualität

Insulinpumpen haben für Menschen mit Typ-1-Diabetes viele Vorteile. Insulinpumpenträger haben weniger schwere Unterzuckerungen und seltener Ketoazidosen. Sie profitieren auch deutlich, wenn es um die Lebensqualität geht. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat dazu eine Presseinformation veröffentlicht – auch als Antwort auf die „Implant Files“ von Ende November 2018.

„Implant Files“: Berichterstattung über Insulinpumpen verunsichert Insulinpumpenträger

Vielleicht haben Sie die Berichterstattung zu den „Implant Files“ am 26. November 2018 in der ARD und der Süddeutschen Zeitung verfolgt. Hier wurde die Sicherheit von Medizinprodukten allgemein angezweifelt. In erster Linie ging es dabei um Implantate, wie Brustimplantate oder Hüftprothesen. Auch Insulinpumpen standen hier in der Diskussion, weil sie möglicherweise unkontrolliert Insulin abgeben könnten. Viele Insulinpumpenträger kommentieren seitdem im Netz die Berichterstattung. Die weitaus meisten brechen eine Lanze für Insulinpumpen. Tenor: „Meine Insulinpumpe bringt so viel für meine Stoffwechseleinstellung und meine Lebensqualität – ich möchte sie nicht mehr hergeben.“

Deutsche Diabetes Gesellschaft reagiert mit einer Presseinformation

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat am 10. Dezember 2018 eine Pressinformation veröffentlicht und stellt darin Studien vor, die klar zeigen: Insulinpumpen wirken sich positiv auf Blutzuckerwerte und Lebensqualität aus. „Nutzten 1995 noch knapp ein Prozent der Patienten mit Diabetes Typ 1 Insulinpumpen, sind es heute bereits über die Hälfte aller Betroffenen unter 20 Jahren und bei Kindern unter sechs Jahren sogar über 90 Prozent“, schreibt die DDG. Und weiter: „Nach aktuellem internationalem Kenntnisstand in der Diabetologie sind Insulinpumpen bei Patienten mit stark schwankenden Blutzuckerwerten derzeit die sicherste Methode, den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c niedrig zu halten sowie Unterzuckerungen oder einen akuten Insulinmangel (Ketoazidose) – eine lebensgefährliche Komplikation – zu verhindern.“ Die Autoren betonen auch, dass vor allem Kinder mit Typ-1-Diabetes sehr von der Insulinpumpentherapie profitieren.

Insulinpumpentherapie hat die Nase vorn

In einer kürzlich erschienenen Publikation im Journal of the American Medical Association (JAMA)* schneidet die Insulinpumpentherapie sogar besser ab als die ICT (intensivierte-konventionelle Insulintherapie). Für die Studie verglichen die Forscher die Therapieergebnisse von mehr 30 500 Patienten mit und ohne Insulinpumpe. Dabei bezogen sie ihre Informationen aus der Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation (DPV), an der sich über 400 Einrichtungen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz beteiligen. „Die Ergebnisse sind eindeutig: Patienten mit Insulinpumpe wiesen weniger schwere Unterzuckerungen sowie seltener eine diabetische Ketoazidose auf und hatten insgesamt bessere Glukosewerte als Patienten, die eine herkömmliche Injektionstherapie erhielten“, fasst DDG-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Andreas Neu die Ergebnisse zusammen.

Auch in der S3-Leitlinie zur Therapie des Typ-1-Diabetes empfehlen die Experten insbesondere bei häufigen Unterzuckerungen, sehr schwankenden Blutzuckerwerten und unzureichender glykämischer Kontrolle eine Therapie mit Insulinpumpe.

*Karges B. et al., Association of Insulin Pump Therapy vs Insulin Injection Therapy With Severe
Hypoglycemia, Ketoacidosis, and Glycemic Control Among Children, Adolescents, and Young
Adults With Type 1 Diabetes JAMA. 2017 Oct 10;318(14):1358-1366. doi: 10.1001/jama.2017.13994.

Quelle:  Presseinformation der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 10. Dezember 2018

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