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Typ-2-Diabetiker sind oft nicht gut eingestellt

Ziel verfehlt: Etwa die Hälfte der Menschen mit Typ-2-Diabetes schafft es nicht, gute Blutzuckerwerte zu erreichen. Dies zeigt eine Datenauswertung aus der Aktion „Gesünder unter 7“. Wenn Tabletten allein nicht ausreichen, kann eine Insulintherapie sinnvoll sein.

Diabetes-Risikocheck-Fragebögen ausgewertet

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ heißt eine Aktion, die seit 2005 Menschen über Typ-2-Diabetes und die Risiken aufklärt. Dafür arbeiten Industrie, Fachgesellschaften und Patientenorganisationen zusammen. Die Zahl „7“ steht dabei für den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c, der unter 7 % liegen sollte, um Folgeerkrankungen vorzubeugen. In den vergangenen Jahren wurden quer durch Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen informiert. Sie konnten sich dabei auch einem Risikocheck unterziehen. Die Daten von mehr als 26.000 solcher Diabetes-Risikocheck-Fragebögen wurden nun für eine Studie ausgewertet und veröffentlicht.

Typ-2-Diabetiker mit Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck

Alarmierend bei der Auswertung war der Anstieg der Teilnehmer mit einem Typ-2-Diabetes: Waren 2006 noch 13 % aller Aktionsteilnehmer davon betroffen, lag ihr Anteil 2014 bereits bei 22 %. Das heißt: Etwa jeder fünfte Teilnehmer, der einen Diabetes-Risikocheck-Fragebogen ausgefüllt hatte, war an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die Datenanalyse brachte bei den Diabetikern viele Gesundheitsrisiken an den Tag: Jeder Zweite hatte einen Hba1c-Wert von mehr als 7 %. 78 % der Männer und 69 % der Frauen waren übergewichtig bzw. stark übergewichtig (adipös). Mehr als 40 % gaben zu, sich nicht oder zu wenig zu bewegen. 70 % hatten Bluthochdruck, eine häufige Begleiterkrankung des Typ-2-Diabetes.

Risiko für Diabetes-Folgeerkrankungen steigt

Mit einer schlechten Blutzuckereinstellung und Bluthochdruck steigt das Risiko für Folgeerkrankungen des Diabetes. Vor allem ist hier das Herz-Kreislaufsystem betroffen. Um Herzinfarkt und Schlaganfall bei den Betroffenen vorzubeugen, wäre eine Optimierung der Therapie sehr wichtig. Zum einen gehört dazu eine Veränderung des Lebensstils – mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung sind das Ziel. Zum anderen die medikamentöse Therapie. Wenn sich mit einer oralen Therapie (Tabletten) das Therapieziel „unter 7 %“ nicht erreichen lässt, kann eine Insulintherapie sinnvoll sein.

Informationen über Typ-2-Diabetes – von Ernährung, Gewichtsabnahme über Tabletten bis zu Insulin – finden Sie im großen Wissensbereich auf www.diabetes-news.de.

* Jacob S et al. Knowing what matters in diabetes: healthier below 7’: results of the campaign’s first 10 years (part 1): participants with known type 2 diabetes. Cardiovascular Endocrinology: March 2016 – Volume 5 – Issue 1 – p 14–20 doi: 10.1097/XCE.0000000000000072