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Blutzuckerwerte werden durch die Menstruation beeinflusst

Bei Frauen mit Diabetes kann sich die Menstruation auf den Stoffwechsel auswirken. Daran sollten sie denken, wenn die Blutzuckerwerte schwanken, ohne dass es scheinbar eine Erklärung gibt. Fragen zum Thema „Diabetes und der weibliche Zyklus“ hat Dr. med. Ute Schäfer-Graf im Rahmen eines Expertenchats der Organisation diabetesDE beantwortet.

Insulinempfindlichkeit ändert sich mit der Menstruation

Der Stoffwechsel von Typ-1-Diabetikern wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bei Frauen kommt noch hinzu, dass sich der Menstruationszyklus auf die Blutzuckerwerte auswirkt. Er hat Einfluss auf die Insulinempfindlichkeit – also wie der Körper das Insulin aufnimmt. Mal wirkt es besser, mal schlechter. „Wie stark diese Auswirkungen sind, ist individuell verschieden, erklärt Dr. med. Uta Schäfer-Graf, Leiterin des Diabeteszentrums für Schwangere am St. Joseph Krankenhaus in Berlin. Sie rät Frauen und Mädchen, ihren Stoffwechsel zu beobachten und ihre Insulingaben auf den Menstruationszyklus abzustimmen.

Phasen des Menstruationszyklus sind entscheidend

Verantwortlich für den weiblichen Zyklus sind die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Ihre Konzentration im Blut hat Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Dabei lassen sich typische Muster erkennen:

Einige Tage vor dem Einsetzen der Regel sind die Östrogen- und Progesteronspiegel hoch – häufig bemerken Frauen in dieser Phase erhöhte Blutzuckerspiegel. Wei die Insulinempfindlichkeit geringer ist, benötigt der Körper jetzt mehr Insulin.

Mit dem Einsetzen der Regel sinken Östrogen- und Progesteronspiegel ab – und parallel dazu häufig auch die Blutzuckerwerte. Weil die Insulinempfindlichkeit in dieser Phase steigt, benötigt der Körper weniger Insulin als in den Tagen vor der Regel.

Diabetikerinnen haben häufiger Menstruationsbeschwerden

Einerseits beeinflussen die Geschlechtshormone den Stoffwechsel, andererseits hat die Diabeteserkrankung Auswirkungen auf die Menstruation „Frauen mit Diabetes haben häufig längere Zyklen stärkere Blutungsphasen und mehr Menstruationsbeschwerden als stoffwechselgesunde Frauen“, erklärt Dr. med. Uta Schäfer-Graf. Sie rät allen Frauen mit Diabetes, neben ihren Blutzuckerwerten auch den Menstruationszyklus zu protokollieren. So können Typ-1-Diabetikerinnen ihren Arzt auf den Zusammenhang ansprechen und die Insulintherapie entsprechend anpassen. Frauen mit Typ-2-Diabetes können durch mehr Bewegung ihren Blutzuckerspiegel regulieren.

Fragen zum Thema „Diabetes und der weibliche Zyklus“ hat Dr. med. Ute Schäfer-Graf im Rahmen eines Expertenchats der Organisation diabetesDE am 5. April 2018 beantwortet. Das Chatprotokoll können Sie hier nachlesen. 

Quelle: Medieninformation der Organisation diabetesDE vom 3. April 2017.