Kategorie-Archiv: V

VLDL

= very low density lipoprotein = Bestandteil der Blutfette. Die Fette werden nach ihrem Wanderungsverhalten im elektrischen Feld eingeteilt in Fette hoher (HDL), niedriger (LDL) und sehr niedriger Dichte (VLDL). Die VLDL bestehen zum größten Teil aus Triglyceriden (Neutralfette) und sind regelmäßig bei der häufigsten Fettstoffwechselstörung des Erwachsenen (dem Typ IV) erhöht. Die Bildung von VLDL wird durch kohlenhydratreiche Mahlzeiten und Alkohol verstärkt.

Vitrektomie

Augenärztliches Operationsverfahren zur Entfernung des Glaskörpers des Auges. Notwendig wird diese Maßnahme z.B., wenn durch Einblutung in den Glaskörper und begleitende oder nachfolgende Gefäßeinsprossung im Rahmen einer diabetischen Augenveränderung nicht mehr rückbildungsfähige Sehverschlechterungen entstehen.

Vitamine

In kleinsten Mengen wirkende lebensnotwendige Nährstoffe. Die meisten Vitamine wirken als Bestandteile von Substanzen, die in der Steuerung des Stoffwechsels wichtige Funktionen haben. Unzureichende Aufnahme von Vitaminen führt zu Mangelerscheinungen (z.B. Rachitis, Blutarmut, Blutgerinnungsstörungen). In manchen Fällen liegt der Vitaminmangelkrankheit aber auch eine unzureichende Aufnahme der Vitamine über den Darm zugrunde (z.B. bei chron. Darmentzündungen).

Virusinfekt

Ansteckende Erkrankung, die von Viren ausgelöst wird. Die Palette der Viruserkrankungen ist sehr breit und reicht von banalen (Schnupfen) bis zu lebensbedrohlichen Krankheiten (z.B. AIDS). Auch die ansteckende Gelbsucht (Hepatitis) wird überwiegend durch Viren ausgelöst. Die Frage, welche Rolle Virusinfekte in der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen, ist noch nicht genau geklärt. Nach dem derzeitigen Wissensstand kann Typ-1-Diabetes von bestimmten Viren (z.B. Influenza, Mumps-Viren) mitverursacht werden. Daß ein Virusinfekt nicht alleine einen Typ-1-Diabetes auslöst, gilt als sicher. Es ist wahrscheinlich, dass durch Virusinfekte die Bildung von Antikörpern gegen Inselzellen in Gang kommt. – Normalerweise ist die Antikörperbildung eine sinnvolle Maßnahme zur zielgerichteten Abwehr körperfremder Strukturen. Im Falle der Autoimmunerkrankungen, zu denen der Typ-1-Diabetes offenbar zählt, kommt es zur Bildung von fehlgerichteten Antikörpern gegen eigene Strukturen (in diesem Fall die eigenen Inselzellen, die dadurch zerstört werden). Möglicherweise werden diese Vorgänge durch Virusinfekte in Gang gebracht.

Virus

Sehr kleiner Krankheitserreger, der aufgrund einer fehlenden Zellstruktur nicht als „Lebewesen“ im eigentlichen Sinne angesehen werden kann. Viren sind vielmehr biochemische Verbindungen, die sich nicht eigenständig vermehren können, sondern auf fremde Wirtsorganismen angewiesen sind. Die krankheitsauslösende Wirkung der Viren beruht darauf, dass sie Zellen des Wirtsorganismus zur eigenen Vermehrung „mißbrauchen“. Diese Zellen stehen dem Wirtsorganismus dadurch nicht mehr zur Verfügung und sterben teilweise auch ab.

Vibrationsempfinden

Die Vibrationswahrnehmung wird über die langen dicken Fasern der sensiblen Nerven geleitet. Im Unterschied dazu wird das Kalt-Warm-Empfinden über die kleinen dünnen Fasern der sensiblen Nerven geleitet. Der Ausfall des Vibrationsempfindens ist ein Frühsymptom der sensiblen Diabetischen Polyneuropathie (siehe dort). Geprüft wird das Vibrationsempfinden mit der neurologischen Stimmgabel nach Rydel und Seiffer (siehe Stimmgabeltest).

Verzögerungsinsulin

Insulin, das unter bestimmten Voraussetzungen längere Zeit an der Injektionsstelle im Gewebe verbleiben kann und nur verzögert in die Blutbahn gelangt. Da es wie ein „Depot“ längere Zeit an Ort und Stelle verbleibt, spricht man auch von Depot-Insulin. Der Depot-Effekt wird durch unterschiedliche Verfahren erreicht: zumeist werden den Insulinen Substanzen zugemischt, die aus kurzwirkenden langwirkende Insuline machen. Dabei findet Protamin am häufigsten Verwendung. Hierbei handelt es sich um einen Eiweißkörper aus Fischsperma. Die Verwendung von Protamin als Depotstoff führt zur Bildung von mittellang wirkenden Insulinen (Intermediär-Insuline). Durch die Beimengung von Zink erhalten die Insuline eine noch längere Wirkdauer.

Verschlußkrankheit, arterielle

Im Rahmen der allgemeinen Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) eintretende Verengung der Schlagadern der Arme und insbesondere der Beine. Durch die Verengung der Gefäße resultiert ein verminderter Blutfluß und damit eine Minderversorgung des Gewebes (besonders der Muskeln) mit Sauerstoff. In den Beinen macht sich der Sauerstoffmangel beim Gehen durch heftige Schmerzen in den Waden (Claudicatio intermittens) bemerkbar, der oft zum Stehenbleiben zwingt und dann rasch verschwindet. Im Extremfall verschließt sich das Gefäß völlig, was zum Absterben des nicht mehr ausreichend versorgten Gewebes führen kann. Die wichtigste Ursache der arteriellen Verschlußerkrankung ist das Zigarettenrauchen, vor allem dann, wenn andere Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus vorliegen.

Vene

Blutgefäß, in welchem das Blut zum Herz hin transportiert wird. In den Venen herrscht in aller Regel ein niedriger Blutdruck, deswegen wird das venöse System auch Niederdruck-System genannt.