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Typ-1, Typ-2 (Diabetes mellitus Typ-1, Typ-2)

Von der WHO stammende Bezeichnung für den primären Diabetes. Bei primärem Diabetes entsteht die Zuckerkrankheit als eigenständige Erkrankung, im Gegensatz zu sekundärem Diabetes, bei dem eine andere Gesundheitsstörung (z.B. eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse) die Zuckerkrankheit hervorruft. Die Benennungen Typ-1 und Typ-2 haben die früher gebräuchlichen Begriffe jugendlicher oder juveniler Diabetes (heutige Bezeichnung Typ-1-Diabetes) und Altersdiabetes (heute Typ-2- Diabetes) abgelöst. Der Typ-1-Diabetes ist mit Ausnahme der Remissionsphase (siehe dort) absolut insulinbedürftig. Daher auch die Abkürzung IDDM (= Insulin dependent diabetes mellitus = insulinabhängiger Diabetes mellitus). Charakteristisch für den Typ-1-Diabetes ist das Auftreten der Erkrankung im jugendlichen Alter (aber auch ältere Erwachsene können an Typ-1-Diabetes erkranken), meist intensive Erstsymptome (starker Durst, Gewichtsabnahme), labile Stoffwechsellage mit schwankenden Blutzuckerwerten, Neigung zur Acetonausscheidung im Urin. Bezüglich seiner Entstehung spricht einiges dafür, dass es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt (möglicherweise ausgelöst durch einen vorangegangenen Virusinfekt). Bei Autoimmunerkrankungen bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen körpereigene Strukturen (in diesem Fall die Inselzelle). Für die These der Autoimmunerkrankung beim Typ-1-Diabetes sprechen eine Reihe von Fakten, so z.B. der Nachweis von Antikörper gegen Inselstrukturen. Derzeit laufen Untersuchungen, bei denen Diabetiker mit frisch entdeckter Stoffwechselstörung mit sogenannten immunsuppressiven Medikamenten behandelt werden. Diese Medikamente werden üblicherweise nach Organverpflanzungen zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen eingesetzt. Die Anwendung bei frisch entdecktem Diabetes zielt darauf ab, die weitere Zerstörung der Inselzelle durch körpereigene Antikörper zu bremsen. Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind ermutigend (längeres Bewahren der noch vorhandenen Fähigkeit zur Insulinbildung). Die Therapie ist jedoch auch nebenwirkungsträchtig (Nierenschädigung). Der Typ-2- Diabetes ist ein völlig anderes Krankheitsbild. Seine Entstehung ist recht unklar, vermutet werden mehrere Ursachen: Funktionsstörung der Inselzelle, die auf den „Zuckerreiz“ nur ungenügend reagiert, übermäßige Bildung von Insulin (Hyperinsulinismus) mit dem Ergebnis einer verminderten Insulinwirkung, Störung der Insulinrezeptoren (siehe dort). Eine wesentliche Rolle in der Entstehung des Typ-2-Diabetes spielen zweifellos Übergewicht und Überernährung. In Mangelzeiten (während der Weltkriege) waren Erkrankungen an Typ-2-Diabetes eine Rarität. Übergewicht zeigen auch weitaus die Mehrzahl von Patienten mit Typ-2-Diabetes. Erstes Therapiekonzept des Typ-2-Diabetes ist daher die Gewichtsnormalisierung. Damit erreicht man ein Absinken des krankhaft hohen Blutinsulinspiegels dieser Patienten mit der Folge einer erheblich verbesserten Insulinempfindlichkeit. Manche Übergewichtige „verlieren“ nach Gewichtsreduktion ihren Diabetes. Auch von der klinischen Symptomatik besteht ein erheblicher Unterschied zum Typ-1-Diabetes. Der Typ-2 beginnt meist im mittleren und höheren Lebensalter. Er macht sich anfangs kaum bemerkbar, (oft Zufallsdiagnose). Die Stoffwechsellage ist in der Regel stabil. Typische Spätkomplikationen des Typ-2-Diabetes ist die Makroangiopathie, die vorzeitige Arteriosklerose.

Triglyceride

= Unterfraktion der Fette. Triglyceride sind chemische Verbindungen des Glycerins, eines Alkohols mit Fettsäuren. Triglyceride spielen eine wichtige Rolle im Energiehaushalt: die Fette der natürlichen Nahrung bestehen überwiegend aus Triglyceriden, auch das Körperfett des Menschen, gedacht als Energiereserve, enthält zu 95% Triglyceride. Sie spielen ferner für die Diabeteseinstellung eine wichtige Rolle. Hohe Triglyceridspiegel, wie sie nach fettreichen Mahlzeiten zwangsläufig auftreten, vermindern unter Umständen die Insulinwirkung. Andererseits können hohe Triglyceridspiegel auch Folge eines Insulinmangels sein: Für das Einschleusen von Glucose in die Zelle ist das Vorhandensein von Insulin erforderlich. Steht Insulin nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, so ist sowohl die Glucose wie auch die Aufnahme der Fettsäuren aus den Triglyceriden in die Zelle vermindert. Als Folge steigen sowohl die Blutzucker- wie auch die Triglyceridwerte im Blut an.

Trauma

Schädigung eines Organismus durch Einwirkung von außen, entweder im Sinne der körperlichen Verletzung (z.B. durch einen Schlag) oder der seelischen Schädigung (seelisches Trauma) z.B. durch die Krankheit eines nahestehenden Menschen.

Topinambur

Sonnenblumengewächs, dessen Knollen in Notzeiten zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt wurden. Topinambur wird fälschlicherweise eine blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt. Tatsächlich führt es, wenn es als Gemüse genossen wird, nur zu einem geringen Blutzuckeranstieg, da der in der Knolle vorkommende Mehrfachzucker (Inulin) vom Menschen (abgesehen von der Aufschlüsselung kleiner Mengen im Darm) nur gering verstoffwechselt werden kann. Die vermeintliche Blutzuckersenkung durch Topinambur entspricht also in Wirklichkeit einem geringen Blutzuckeranstieg aufgrund der Unverdaulichkeit des Mehrfachzucker. Im commerziell erhältlichen Topinambursaft ist ein Teil dieses Mehrfachzuckers durch entsprechende Behandlung in die für den Menschen verstoffwechselbaren Zucker-Fruktose und Glucose im Verhältnis 5:1 umgewandelt.

TIA

= Transitorisch ischämische Attacke. Neurologische Ausfallserscheinungen (Lähmungen, Sprachstörungen), die sich innerhalb von 24 Std. komplett zurückbilden. Nach einer TIA erleiden 35% der Patienten innerhalb der nächsten 4 Jahre einen kompletten cerebralen Insult (siehe dort). Daher sollte bei einer TIA möglichst nach den Ursachen geforscht und diese soweit wie möglich behandelt oder beseitigt werden.

Thrombose

Unnatürliche Gerinnung des Blutes innerhalb der Blutgefäße mit Bildung von Gerinnseln (Thromben). Thrombosen entstehen meist in den Venen, seltener in Arterien. Ursache ist oft eine Verzögerung des Blutflusses (z.B. bei Bettlägerigkeit), ferner eine gesteigerte Gerinnungstendenz sowie eine Verminderung der Fließeigenschaft des Blutes durch Eindickung (z.B. bei mangelhafter Flüssigkeitszufuhr oder verstärktem Flüssigkeitsverlust). Als Folge der Thrombose ist der Rückfluß des Blutes erheblich verzögert, so dass z.B. bei Beinvenenthrombosen Schwellungen und Schmerzen auftreten. Gefährlich wird die Thrombose dadurch, dass sich Gerinnsel aus dem Gesamtverband lösen können, mit dem Blutstrom zum Herzen wandern und von dort in andere Organe gelangen. Diesen Vorgang nennt man Embolie (z.B. Lungenembolie, Hirnembolie).

Teststreifen

Mit einem Testfeld präparierter Kunststoffstreifen zum schnellen Nachweis bzw. zur annähernden Größenbestimmung bestimmter Substanzen (z.B. Eiweiß im Urin) ohne größeren apparativen Aufwand.

Testosteron

Männliches Hormon, das überwiegend im Hoden, in geringer Menge auch in den Nebennieren gebildet wird. Testosteron ist verantwortlich für die typisch männlichen Geschlechtsmerkmale.

Tagesprofil

Blutzuckertagesprofil = Erfassung der Blutzuckerschwankungen im Tagesverlauf durch Bestimmung mehrerer Blutzuckerwerte zu unterschiedlichen Zeiten über den Tag verteilt.