Kategorie-Archiv: R

Risikofaktor

Umstand, der eine besondere Gefährdung angibt. So sind z.B. Blutfetterhöhungen, Nikotinkonsum sowie der Bluthochdruck Risikofaktoren, deren Vorhandensein auf eine erhöhte Gefährdung für die Entstehung der Gefäßverkalkung mit allen Folgen (Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen) hindeutet. Auch der Diabetes ist bekanntermaßen ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen. Um so wichtiger ist das Vermeiden zusätzlicher Risiken wie Rauchen und Bluthochdruck.

Rinderinsuline

Insuline, die aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern gewonnen werden. Rinderinsuline hatten früher mangels anderer Quellen einen hohen Marktanteil, der in den letzten Jahren (u.a. auch durch die Einführung des Humaninsulins) erheblich zurückgegangen ist. Rinderinsulin steht Schweine- und auch Humaninsulin in der blutzuckersenkenden Wirkung nicht nach. Sein Nachteil ist in der gegenüber menschlichen Insulinen in 3 Aminosäuren unterschiedliche Struktur zu sehen, so dass Rinderinsulin vom menschlichen Organismus stärker als Fremdkörper empfunden wird als z.B. Humaninsulin. Aus diesem Grund bewirkt Rinderinsulin verstärkt die Bildung von Abwehrstoffen (Antikörper). Es wird daher für Diabetes-Neueinstellungen nicht mehr verwendet.

Rezidiv

Wiederauftreten einer Krankheit nach einer Phase völliger Rückbildung.

Rezeptoren

(lat. Recipere = aufnehmen) = Bindungsstellen über die Hormone ihre Wirkung entfalten. Auch die Wirkung des Insulins erfolgt über die Bindung an einen Rezeptor. Diese Rezeptoren sind in die Zellwände verschiedener Gewebe (z.B. Muskel- und Fettgewebe) eingelassen. Durch die Bindung des Insulins an den Rezeptor erhält die Zelle ein Signal, wodurch dann eine ganze Cascade von Stoffwechselvorgängen in Gang kommt. Bildhaft kann der Rezeptor mit einem Schloß verglichen werden, auf das nur ein bestimmter Schlüssel, nämlich das jeweilige Hormon paßt. So wie ein Schlüssel ohne Schloß wertlos ist, kann ein Hormon ohne Rezeptor nicht wirken. Eine Verminderung der Anzahl der Rezeptoren führt zwangsläufig zu einem Wirkverlust des jeweiligen Hormons. So wird eine Verminderung der Insulinrezeptoren (= Down-Regulation), wie sie bei einigen übergewichtigen Diabetikern beobachtet wird, als eine mögliche Ursache des Typ-2b-Diabetes angesehen.

Retinopathia diabetica

Zu den Spätschäden des Diabetes mellitus zählende Veränderung der Netzhaut. Es handelt sich dabei um Veränderungen der kleinen Netzhautgefäße, deren Wände durch den Diabetes geschädigt wurden. Das Bild der diabetischen Retinopathie bzw. die dabei zu beobachtenden Vorgänge sind sehr vielschichtig. Es kommt zum Austritt von Fett und eiweißhaltigen Stoffen aus den Gefäßen (Exsudate), kleinen Gefäßausbuchtungen (Mikroaneurysmen), kleinen und größeren Blutungen, sowie Gefäßneubildungen (poliferierende Form der Retinopathie) und Ausbildung narbiger Netzhautschwarten. Letztendlich kommt es beim Fortschreiten dieser Veränderungen zur Erblindung. Die Retinopathie ist eine typische Spätkomplikation, die meist erst nach langer Diabetesdauer auftritt, dann aber in der Regel in ihrem Verlauf meist nur schwer beeinflußbar ist. Um so wichtiger ist daher das Vermeiden einer Retinopathie durch eine gute Diabeteseinstellung.

Resistenz

Widerstands- bzw. Abwehrkraft; ein Organismus, der gegen bestimmte Erreger resistent ist, erkrankt nicht an der durch die Erreger ausgelösten Krankheit, bzw. die Krankheit verläuft in der Regel ohne schwerwiegende Folgen. Eine etwas andere Bedeutung hat das Wort in Verbindung mit Insulin. Unter einer Insulinresistenz versteht man eine Verminderung der Insulinwirkung auf verschiedene Gewebe. Diese Insulinresistenz beruht zum einen auf einer vermehrten Glucoseproduktion der Leber (Glukoneogenese) zum anderen auf einer Verminderung der Insulinrezeptoren (siehe dort) in Geweben wie Muskeln und Fett.

Remission

(lat. Remisso = gleich Nachlassen, Erholung) Unter Remission versteht man eine kurze Zeit nach dem Erstauftreten eines Diabetes mellitus Typ-1 zu beobachtende spontane Stoffwechselverbesserung. Typischerweise kommt es zu einer Verminderung des Insulinbedarfs bis hin zur völligen Insulinfreiheit. Für die Annahme einer Remission wird gefordert, dass bei guter Blutzuckereinstellung der Insulinbedarf unter 0,5 E/kg Körpergewicht täglich liegt. Dies wäre eine partielle Remission. Eine totale Remission liegt vor, wenn bei normalen Blutzuckerwerten (Normoglykämie) kein Insulin gespritzt werden muß, d.h. eine normale Insulinsekretion besteht. Die Häufigkeit einer Remission wird unterschiedlich angegeben. 6 Monate nach Erstauftreten eines Typ-1-Diabetes wird sie in etwa 20% der Fälle beobachtet. Ihre Dauer ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von 4 Wochen bis zu 2 Jahren, in jedem Fall kommt es jedoch zu einem Wiederauftreten des Diabetes. Die Hoffnung, dass mit Eintreten der Remission der Typ-1-Diabetes „geheilt“ sein könnte, ist leider trügerisch.
Warum es zu einer Remission kommt und warum sie nach einem überschaubaren Zeitraum wieder zu Ende geht, ist unklar. Günstig auf die Dauer der Remission wirkt sich eine von Anfang an aggressive Insulin-Therapie aus. Das Ende der Remission wird nicht selten von Infekten bzw. Infektionen angekündigt. Interessant ist sicher, dass bei Patienten, die mit immunsuppressiver Therapie (z.B. Cyclosporin A) behandelt werden, die Remission im Schnitt länger dauert als bei nicht Behandelten. Immunsuppressiva sind Medikamente, die nach Organverpflanzungen durch Unterdrückung der körpereigenen Abwehrkräfte Abstoßungsreaktionen vermeiden helfen. Der Einsatz der Immunsuppressiva bei Diabetikern geht auf die Annahme zurück, dass es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Erkrankung handelt, bei der der Körper sein eigenes Gewebe (in diesem Falle seine Inselzellen) abstößt. Solche Erkrankungen nennt man auch Autoimmunerkrankungen. Da Immunsuppressiva erhebliche Nebenwirkungen haben, ist ein routinemäßiger Einsatz bei neu entstandenem Typ-1-Diabetes nur dann sinnvoll, wenn der Nutzen dieser Behandlung durch Studien belegt ist. Solche Studien laufen derzeit in mehreren Ländern.

Rehabilitation

Im med. Sprachgebrauch Wiederherstellung, Wiedereingliederung nach schweren Krankheiten ins Alltags- und Berufsleben.

Regular-Insulin

Angloamerikanische Bezeichnung für Altinsulin (auch Normalinsulin). Kurzwirkendes Insulin mit schnellem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer.