Kategorie-Archiv: B

Bypass

(englisch: Umleitung, Umgehungsstraße) Blutumleitung bei Gefäßverschlüssen oder hochgradigen Gefäßverengungen. Die Situation ist etwa vergleichbar mit einem Stau im Straßenverkehr. Auch hier wird versucht, durch Umleitung den Verkehr in Fluß zu halten. Durch Bypass-Operationen werden künstliche oder natürliche Gefäße (z.B. Venen) so in das ursprüngliche Gefäß eingesetzt, dass das Blut vor dem Gefäßverschluß in das Umgehungsgefäß eintritt und dahinter in seine alte Strombahn wieder eintritt. Die Bypass-Chirurgie hat vor allem bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Coronarsklerose) große Bedeutung.

Burning Feet

Aus dem Englischen übersetzt heißt dies wörtlich „brennende Füße“. Im fortgeschrittenen Stadium einer Neuropathie, einer diabetesbedingten Nervenschädigung, können spontan brennende Schmerzen mit extremer Berührungsschmerzhaftigkeit der Füße auftreten. Es kann nachts die Bettdecke über den Füßen nicht mehr ertragen werden.

BSG

(auch BKS = Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) Messen des Absinkens von roten Blutkörperchen in einem klein-lumigen, senkrecht stehenden Röhrchen. Es wird gemessen, um wieviel mm sich nach 1 bzw. 2 Stunden die roten Blutkörperchen in dieser Säule abgesetzt haben. Normalwerte beim Mann: bis zu 3 mm in der ersten und bis zu 8 mm in der zweiten Stunde (im Fachjargon: BSG 3/8 mm n.W.), bei Frauen liegen die Normalwerte um 6/11 bzw. bis zu 20 mm in der zweiten Stunde. Höhere Werte werden als Senkungsbeschleunigung bezeichnet. Sie könnten unter anderem auf eine Entzündung hinweisen.

Broteinheit

(= BE) Berechnungsgrundlage zur Erfassung des Kohlenhydratgehaltes der Nahrung. 12 g Kohlenhydrate entsprechen 1 Broteinheit. Beispiel: 1/4 l Milch = 12 g Kohlenhydrate = 1 BE. Diese Definition hat in ihrer Grundform auch heute noch Gültigkeit, wurde allerdings 1976 deutlich erweitert. Bis dahin waren die Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit, Xylit), die in den Nahrungsmitteln und Getränken enthalten waren, als BE nicht mitgerechnet worden. Somit konnte man sich mit Zuckeraustauschstoffen relativ BE-arm ernähren, dabei aber gleichzeitig viele Kalorien zu sich nehmen, da der Brennwert, d.h. der Kaloriengehalt der Zuckeraustauschstoffe dem Kaloriengehalt der übrigen Kohlenhydrate vergleichbar ist. Aus diesem Grunde wurde 1976 die Definition der BE dahingehend erweitert, dass nun auch die Zuckeraustauschstoffe mitgerechnet werden müssen. Nach wie vor machen 12 g Kohlenhydrate 1 BE aus, dies gilt nun auch für Sorbit und Xylit. In anderen Ländern wurde die Bezeichnung KE = Kohlenhydrateinheit = 10 g Kohlenhydrate verwendet. Da es eine z.T. erhebliche Schwankungsbreite bezüglich des Kohlenhydratgehaltes der Nährstoffe gibt, wurde als Schätzeinheit zur praktischen Orientierung die Berechnungseinheit als der Bereich definiert, der einer Nahrungsmittelmenge mit einem Gehalt an verwertbaren Kohlenhydraten von 10 bis 12 g entspricht. So kann die Abkürzung BE auch als Berechnungseinheit verstanden werden.

Bronzediabetes

Sonderform des Insulinmangeldiabetes, die im Rahmen einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) entstehen kann. Bei dieser Erkrankung kommt es aus bislang ungeklärter Ursache zu einer massiven Eisenüberladung der Zellen, z.B. in Leber- bzw. Inselzellen. Es kommt zu einer Zellzerstörung. Die Zellzerstörung der insulinproduzierenden Inselzellen führt letztlich zu einem Insulinmangel und somit zu einem Diabetes. Die Haut der betroffenen Patienten hat häufig einen Bronzeton, daher der Name.

Brittle-Diabetes

Eigenname für einen sich besonders labil verhaltenden Typ-1-Diabetes. Kein eigenständiges Krankheitsbild, auch keine Untergruppierung innerhalb der einzelnen Diabetestypen. Als Brittle-Diabetes werden solche Typ-1-Diabetiker bezeichnet, deren Blutzuckertagesprofile ohne ersichtlichen Grund sehr starke Schwankungen aufweisen und die somit nur sehr schwer einstellbar sind. Echte „Brittle-Diabetiker“ sieht man selten. Oft liegt den Blutzuckerschwankungen nur eine schlechte Blutzuckereinstellung zugrunde. So führt z.B. eine Überinsulierung zu häufigen Unterzuckerungen und als Folge der anschließenden Gegenregulation zu erhöhten Blutzuckerwerten. In diesem Falle würde man nicht von einem Brittle-Diabetes sprechen.

Bolus

(latein: großer Bissen, „große Pille“) Dieses Wort hat in verschiedenen medizinischen Bereichen unterschiedliche Bedeutung. In der Diabetologie versteht man unter einem Bolus eine bestimmte Menge an kurzwirkendem Insulin (Altinsulin), die vor den Mahlzeiten gespritzt wird, um einen mahlzeitenbedingten Blutzuckeranstieg zu vermeiden. Die als Bolus verabreichte Insulinmenge ist keine feste Größe, sondern hängt von der jeweiligen Blutzuckerhöhe und der Anzahl BE, die man zu essen beabsichtigt, ab.

Body Mass Index

Abkürzung BMI.
Wird gemessen in Kilogramm Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Meter. Einheit kg/m2. Der BMI ist ein Maß für das Körpergewicht: BMI 20-25 kg/m2: normal, 25-30 kg/m2: Übergewicht, 30-40 kg/m2: starkes Übergewicht, über 40 kg/m2: massives Übergewicht.

Blutglucose

(= Blutzucker) Gehalt des Blutes an Traubenzucker (= Glucose) angegeben in mg/dl. Normalwert (nüchtern): 70-100 mg/dl.

Biosynthese

(griechisch Bios = das Leben, Synthese = Zusammenfügung) Bildung der einzelnen Elemente und Stoffe eines Organismus, z.B. der Kohlenhydrate, der Fette und der Eiweiße.