Diabetes verhindern
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ISPAD-Kongress: Kinder mit Diabetes im Mittelpunkt

Gestern ging in Innsbruck der weltweit größte pädiatrische Diabetes-Kongress zu Ende. Ein wichtiges Thema waren die Empfehlungen zu HbA1-Werten für Kinder und Jugendliche. Während amerikanische Diabetesexperten eher großzügig sind, werden in Europa strengere Grenzwerte angesetzt.

ISPAD-Kongress widmet sich Kindern mit Typ-1-Diabetes

Vom 18. – 21. Oktober 2017 war Innsbruck der Tagungsort des weltgrößten Diabetes-Kongresses, bei dem Kinder, Jugendliche und jugendliche Erwachsene mit Typ-1-Diabetes im Fokus standen. Mehr als 1500 Experten der Internationalen Gesellschaft für Diabetes im Kindes- und Jugendalter (International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes, ISPAD) waren dabei. Technische Fortschritte und Therapieziele waren wichtige Themen.

Wie hoch darf der HbA1c-Wert bei Kindern und Jugendlichen sein?

Der Laborwert HbA1c spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vorangegangenen acht bis zwölf Wochen wider und gibt damit Auskunft über die Einstellung des Stoffwechsels. Welcher Wert soll bei Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes angestrebt werden? Darüber haben Diabetesexperten aus den USA und Europa heiß diskutiert. Die Amerikanische Diabetesgesellschaft (ADA) propagiert eher einen höheren HbA1c – je nach Altersgruppe zwischen 7,5 und 8% – um Unterzuckerungen weitgehend zu vermeiden. Im Gegensatz dazu vertritt die Internationale Diabetesgesellschaft ISPAD eine strengere Blutzuckereinstellung mit HbA1c-Werten unter 7,5%. „Der Trend geht in Richtung 6,5%“, weiß Joseph Wolfsdorf, Pädiater und Endokrinologe am Boston Children´s Hospital und an der Universität Harvard sowie derzeitiger Präsident der ISPAD. Kongresspräsidentin Prof. Sabine Hofer plädiert für möglichst niedrige HbA1c-Werte, „weil das mit den technischen Neuerungen möglich und vertretbar ist“.

Technischer Fortschritt hilft Kindern mit Typ-1-Diabetes

Fortschritten der technischen Diabetes-Therapie kommt in Zukunft eine besondere Rolle zu. Dazu gehören Hilfsmittel, die dabei unterstützen, den Blutzucker zu kontrollieren und die Insulinbgabe zu steuern. Nicht mehr weit entfernt sei man vom Closed-loop-System, so Prof. Sabine Hofer. „Dabei kommen ein kontinuierlich messender Glukosesensor, eine Pumpe zur Insulinabgabe und ein mobiles Gerät – ein Smartphone – zum Einsatz, das die Messdaten des Sensors auswertet und die Insulinabgabe an den Bedarf anpasst. An der Universität Innsbruck wird zurzeit im Rahmen des EU-Projektes KidsAP (The artificial Pankreas in children aged 1 to 7 years with Typ1 Diabetes) die Alltagstauglichkeit eines solchen Systems getestet.

Eine Untersuchung aus 2016 zeigt: Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes sind in Deutschland und Österreich sind gut eingestellt.

Hier geht es zur Kongressseite der Internationalen Gesellschaft für Diabetes im Kindes- und Jugendalter (International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes, ISPAD)