Kategorie-Archiv: Allgemein

TV Tipps zu Diabetes

Fasten und Heilen – Altes Wissen und neueste Forschung

arte, Samstag, 6. Januar 2018, 22.40 – 23.35 Uhr

Obwohl die Lebenserwartung in den westlichen Ländern steigt und die Menschen heute älter werden als je zuvor, nehmen gleichzeitig auch die Fälle von Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Krebs unablässig zu und der Medikamentenkonsum steigt exponentiell. Bleibt den Menschen also nichts anderes übrig, als immer mehr Chemie zu schlucken, um gesundzubleiben oder es wieder zu werden? Oder gibt es auch andere Möglichkeiten, sich vor Krankheiten zu schützen oder diese zu therapieren? Seit mehr als 50 Jahren erforschen Wissenschaftler in Russland, Deutschland und den Vereinigen Staaten eine alternative Heilmethode, das Fasten. Und sie kommen zu erstaunlichen Ergebnissen. Russische Forscher haben beispielsweise eine Reihe höchst aufschlussreicher klinischer Studien durchgeführt, die jedoch nur in russischer Sprache veröffentlicht worden und deswegen im Westen weitgehend unbeachtet geblieben sind. Nun räumen junge Biologen der University of Los Angeles mit alten Klischees auf. Mit Hilfe der Molekularbiologie belegen sie die weitreichende Wirkung des Heilfastens. Damit eröffnen sich der Medizin und insbesondere der Krebstherapie ganz neue Perspektiven. Wenn diese Wissenschaftler recht haben, wird die Schulmedizin grundsätzlich umdenken müssen.

Diabetes verhindern
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ISPAD-Kongress: Kinder mit Diabetes im Mittelpunkt

Gestern ging in Innsbruck der weltweit größte pädiatrische Diabetes-Kongress zu Ende. Ein wichtiges Thema waren die Empfehlungen zu HbA1-Werten für Kinder und Jugendliche. Während amerikanische Diabetesexperten eher großzügig sind, werden in Europa strengere Grenzwerte angesetzt. Weiterlesen

Smartphone-App berechnet Kohlenhydrate
© neirfy - fotolia.com

GoCarb – Diabetes-App berechnet Kohlenhydrate

Wie viele Kohlenhydrate hat meine Mahlzeit? Die Antwort könnte Diabetikern in Zukunft eine intelligente Smartphone-App geben, welche Schweizer Forscher im Rahmen des GoCarb-Projektes entwickeln. Der Anwender muss nur noch den Teller mit der Mahlzeit fotografieren – das Smartphone liefert die Kohlenhydratmenge und einen Vorschlag für die Insulindosis. Weiterlesen

Insulinarten und Insulinwirkung

Insulin wird s.c. (subkutan) gespritzt, das heißt ins Unterhautfettgewebe. Die Wirkdauer eines Insulins ist von seiner Dosis abhängig. Je höher die Dosierung umso länger die Wirkdauer. Ein Normalinsulin kann bei hoher Dosierung viel länger als 4 Stunden wirken. Dasselbe gilt auch für Verzögerungsinsuline.

Insulinart                                wirkt nach                       Wirkmaximum                  Wirkdauer

Schnelle Analoga                    10 – 15 min                        nach 1 Stunde                   2 Stunden

Normal (Alt-)Insulin                 15 – 60 min                       nach 1 – 4 Stunden            4 – ? Stunden

Intermediär-Insulin (NPH)       3/4 – 2 Stunden                 nach 4 – 10 Stunden          8 – ? Stunden

Insulin Glargin                         2 – 4 Stunden                            –                                    20 – 26 Stunden

Insulin Detemir                        1 – 2 Stunden                     8 – 10 Stunden                  12 – 20 Stunden

Insulin Degludec                      1 – 2 Stunden                    24 Stunden                         > 48 Stunden

Humaninsulin/Normalinsulin

In Deutschland erhältliche Humaninsuline/Normalinsuline sind:

  • Actrapid HM® – Firma Novo-Nordisk
  • Berlinsulin H Normal – Firma Berlin Chemie
  • Insuman rapid ® – Firma Aventis
  • Huminsulin Normal® – Firma Lilly

Wirkprofil von Humaninsulin/Normalinsulin:

 Humaninsulin

Schnelle Insulinanaloga

In einer Lösung sind die Insulinmoleküle aneinander gelagert und bilden, wenn es sich um sechs Insulinmoleküle handelt so genannte Hexamere. Man kann durch Austausch einzelner Aminosäuren im Normalinsulin erreichen, dass diese Hexamere nach dem Spritzen in der subkutan Fettgewebe schneller zerfallen. Sie werden dadurch schneller in den Blutkreislauf aufgenommen. Dadurch konnte man schnelle Insulinanaloga herstellen.

In Deutschland erhältliche schnelle Insulinanaloga sind:

  • Humalog® (Insulin Lispro) – Firmen Lilly und Berlin Chemie
  • NovoRapid (Insulin Aspart) – Firma Novo Nordisk
  • Apidra (Insulin Glulisin) – Firma Aventis

Wirkprofil eines schnellen Analoginsulins:

Schnelle-Analoga

NPH-Verzögerungsinsuline

Setzt man der Flüssigkeit der Insuline Zink und/oder Neutrales Protein Hagedorn (NPH-Insulin) zu wird die Wirkdauer länger. Diese Insuline sind trübe, da es sich nicht um eine Lösung sondern um eine Suspension handelt. Sie müssen daher mindestens 20 mal geschwenkt (nicht geschüttelt) werden, damit sich eine gleichmäßige Verteilung der Insulinmoleküle ergibt.

In Deutschland erhältliche NPH-Verzögerungsinsuline sind:

  • Insuman Basal Aventis® – Firma Aventis
  • Berlinsulin H Basal® – Firma Berlin Chemie
  • Huminsulin Basal Lilly® – Firma Lilly
  • Insulatard Human Novo Nordisk® – Firma Novo Nordisk
  • Protaphan HM Novo Nordisk® – Firma Novo Nordisk

Wirkprofil eines NPH-Verzögerungsinsulins:

NPH_Insulin

Langzeit-Analoginsuline

Durch Austausch einzelner Aminosäuren kann man auch erreichen das die einzelnen Insulinmoleküle länger im subkutan Fettgewebe aneinanderhaften und verzögert in einzelne Insulinmoleküle zerfallen, die in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Durch Anhängen einer Fettsäurekette(Levemir/Degludec) kann zusätzlich noch eine verlängerte Wirkdauer erreicht werden, da diese Insuline im Blut an Albumin gebunden werden und langsam vom Albumin wieder an den Rezeptor abgegeben werden.

In Deutschland erhältliche Langzeit-Analoginsuline sind:

  • Lantus® (Insulin Glargin) – Firma Aventis
  • Toujeo® (Insulin Glargin 300 I.E/ml) – Firma Aventis
  • Levemir® (Insulin Detemir) – Firma Novo Nordisk
  • Tresiba® (Insulin Degludec – Firma Novo Nordisk)

Wirkprofil eines Langzeit-Analoginsulins:

Langzeit-Analoginsulin

Insuline in hoher Konzentration

Da die Adipositas immer mehr zunimmt, werden immer höhere Insulindosen zur Normalisierung des Blutzuckers notwendig. Dadurch ergibt sich ein Problem mit der Menge der Flüssigkeit, die an eine Stelle gespritzt wird. Die Insuline hatten alle bis vor kurzem noch eine Konzentration von 100 I.E./ml. Normalerweise sollte nicht mehr als 40 Einheiten subkutan an eine Stelle appliziert werden. Waren höhere Dosen notwendig musste der Patient zweimal spritzen. Die Insulinhersteller haben daher Insuline mit einer höheren Konzentration entwickelt. Insulin Glargin gibt es nun mit einer Konzentration von 300 I.E./ml unter dem Namen Toujeo®. Humalog® gibt es nun auch in der Konzentration von 200 I.E./ml. In den USA sind Insuline mit 500 I.E./ml zugelassen.

 

 

 

 

Eine Erektion ist gar nicht so einfach

Damit „Er“ erregt ist, muss im Körper einiges passieren. Die Erregung beginnt immer im Kopf, nämlich mit der Wahrnehmung eines erotischen Reizes. Solche Reize sind ganz individuell – manche Männer reagieren besonders auf einen attraktiven Anblick, andere auf eine Berührung, Geräusche, Musik oder eine Fantasie. Weiterlesen

BE-Tabellen

Berechnung der Kohlenhydratmenge Für Diabetiker ist die genaue Kenntnis des Nährstoffgehalts von Lebensmitteln sehr wichtig. Der Umgang mit Diabetes wird mit der BE-Tabelle erheblich erleichtert.

Was ist Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Die Erkrankung war schon im Altertum bekannt. Das Wort Diabetes mellitus kommt aus dem altgriechischen und heißt honigsüßer Durchfluss. Damit war das wesentliche Symptom, die Ausscheidung des Zuckers in den Urin gemeint. Die Diagnose wurde durch Kosten des Urins gestellt.

Die Weltgesundheitsorganisation hat 1997 den Diabetes mellitus in vier Gruppen eingeteilt

  • Diabetes mellitus Typ 1: es besteht ein absoluter Insulinmangel
  • Diabetes mellitus Typ 2: es besteht ein relativer Insulinmangel in Kombination mit anderen Störungen des Zuckerstoffwechsels. Die Erkrankung kommt überwiegend bei Übergewichtigen vor.
  • Diabetes mellitus Typ 3: zu dieser Gruppe gehören andere Diabetestypen mit unterschiedlichsten Ursachen: genetische Defekte der Betazell – Funktion, genetische Defekte der Insulinwirkung, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Endokrinologische Erkrankungen, durch Medikamente oder Gifte verursachter Diabetes, durch Infektionen verursachter Diabetes, seltene durch das Immunsystem verursachte Formen des Diabetes, andere Syndrome bei denen auch ein Diabetes auftritt
  • Diabetes mellitus Typ 4: Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Versicherung

Diabetes und Versicherungen

Wozu eine Gesundheitsprüfung?

In der Sozialversicherung werden durch gesetzlich geregelte Einrichtungen weite Kreise der Bevölkerung gegen Schäden gesichert, die die Existenzgrundlage des einzelnen und der Gemeinschaft beeinträchtigen können. Hierzu zählen zum Beispiel Krankheit und Beeinträchtigung oder Verlust der Arbeitsfähigkeit.

Eine wichtige Grundlage der Sozialversicherung ist das Solidaritätsprinzip, d. h. die Inanspruchnahme Einzelner für die Aufgaben der Gemeinschaft und das Eintreten der Gemeinschaft für die gesellschaftlich Schwachen. Die Mittel zur Finanzierung der solidarischen Leistungen der Gemeinschaft werden durch Versicherungszwang sichergestellt, wobei sich die Zwangsbeiträge nach der Leistungsfähigkeit der Versicherten richten.

Im Gegensatz hierzu beruht die Individualversicherung auf dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Das bedeutet, dass jeder Versicherte im Rahmen der Gefahrengemeinschaft weitgehend entsprechend seinem individuellen Risiko eine möglichst gerechte Prämie an den Versicherer zahlen muss. Welche Faktoren zur Beurteilung des individuellen Risikos entscheidend sind, ist je nach Art der Versicherung unterschiedlich. Für viele Versicherungsarten, wie z. B. Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsfall eintritt, d. h. dass der Versicherungsschutz in Anspruch genommen wird, eng mit dem Gesundheitszustand der unter Versicherungsschutz stehenden Person verbunden. Deshalb werden im Rahmen einer Gesundheitsprüfung die zur Beurteilung des individuellen Risikos relevanten Informationen erfasst, damit eine gerechte Prämie ermittelt werden kann.

Ein weiterer Grund für eine Betrachtung des individuellen Risikos, d. h. eine genauere Prüfung des Gesundheitszustandes eines Antragstellers, liegt in einer natürlichen menschlichen Eigenschaft, sich eher gegen solche Risiken zu versichern, die subjektiv als besonders hoch eingeschätzt werden. Welche Folgen der Verzicht auf eine Gesundheitsprüfung haben könnte, wird am Beispiel der Lebensversicherung besonders deutlich: Bei Menschen mit geringer Lebenserwartung besteht naturgemäß ein verstärkter Bedarf nach Hinterbliebenenschutz. Ohne Gesundheitsprüfung – und damit einer objektiven Beurteilung der Lebenserwartung – könnte die Spekulation, aus dem eigenen Tod noch einen Vorteil zu erzielen, zu einer erhöhten Zahl von Abschlüssen in der Lebensversicherung führen. Eine solche, sogenannte Antiselektion würde für die Versichertengemeinschaft entweder höhere Beiträge bedeuten, da die Versicherer eine höhere Zahl vorzeitiger Leistungsfälle von vorn herein in die Beiträge einkalkulieren müssten. Oder aber die Gewinne, die allen Versicherten zugute kommen, würden geringer ausfallen. Um einer Antiselektion entgegenzuwirken und gleichzeitig dem Wunsch nach einer möglichst risikogerechten Prämie gerecht zu werden, ist eine möglichst umfassende Risikoprüfung unverzichtbar.

Hinzu kommt, dass in der Lebensversicherung, der Unfall-Zusatzversicherung, der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung, der Pflegeversicherung und der Dread Disease-Deckung, einer Lebensversicherung, die schon im Fall schwerer Erkrankungen leistet, die Beitragssätze bei Abschluss eines Vertrages für die gesamte Dauer festgelegt werden müssen. Spätere Korrekturen sind nicht mehr möglich. Die Sichtweise von Versicherungsmedizinern und Risikoprüfern unterscheidet sich also von der eines behandelnden Arztes.

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Die versicherungsmedizinische Sichtweise

Für den niedergelassenen Arzt hat ein Patient, der seinen Diabetes „gut im Griff hat“, fast eine Lebenserwartung wie ein Gesunder.

Die versicherungsmedizinische Beurteilung von Krankheitsbildern unterscheidet sich aber wesentlich von der eines Klinikers oder der eines niedergelassenen Arztes, der sich auf persönlichen Kontakt zum Patienten und viel umfangreicheres Material stützen kann. Der Arzt kann darüber hinaus jederzeit neue Untersuchungen veranlassen und seine Krankheitsbeurteilung und die daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen dem jeweiligen konkreten Krankheitsverlauf bei seinen Patienten individuell anpassen. Diese beständige individuelle Revisionsmöglichkeit bleibt dem Versicherungsmediziner verschlossen. Er muss seine Entscheidung zur Risikoübernahme, auf Basis der bis zum Betrachtungszeitpunkt vorliegenden Informationen für häufig sehr lange Versicherungsdauern treffen. Zeiträume von 15, 20 oder mehr Jahren sind aber heute nicht wirklich überschaubar.

Während also für den praktizierenden Arzt primär die Krankheitserkennung und Heilung zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit der Chance der späteren Intervention, Maxime der ärztlichen Aktion ist, muss sich der Versicherungsmediziner bzw. der medizinische Risikoprüfer zu Beginn des Vertragsverhältnisses endgültig für die gesamte Dauer des Vertrages festlegen – unabhängig davon, ob eine Verschlechterung oder Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse eintritt.

Die in der Versicherungsmedizin notwendige Langfristprognose ist grundsätzlich abgesichert, allerdings dadurch, dass sie im Rahmen einer Gruppenbeurteilung stattfindet. Aus der Betrachtung der Risikoverläufe einer großen Zahl gleichartig Erkrankter ergeben sich, wenn schon nicht mögliche individuelle, so doch gruppenbezogen stimmige Einschätzungsergebnisse. Dieser in der Lebensversicherung praktizierte Prüfansatz bedeutet, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Gruppe von z. B. 1000 gleichartig Erkrankten über eine lange Dauer betrachtet werden. Tatsächlich wird es eine Reihe günstig verlaufender Risiken geben, eine gewisse Anzahl mittelschwerer Fälle und einen Prozentsatz ganz ungünstig gelagerter Risikokonstellationen. Im Durchschnitt aber ergibt sich daher für die Gesamtheit der zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachteten gleichartigen Risiken kein normaler Risikoverlauf, sondern eine statistisch abgesicherte Risikoerhöhung, z. B. in Form einer, wenn auch teilweise nur geringfügigen Reduzierung der Lebenserwartung. Dies führt dann im Ergebnis zum versicherungsmathematisch notwendigen Risikoausgleich z. B. durch Prämienerhöhung.

Bei der Beurteilung der beim Antragsteller vorliegenden Krankheitsumstände werden natülich auch alle im konkreten Fall tatsächlich vorliegenden günstigen Faktoren berücksichtigt, um die richtige Zuordunung zu einer Risikogruppe zu treffen. Die tatsächliche Lebenserwartung des Antragstellers oder die tatsächliche Wahrscheinlichkeit aufgrund des weiteren Krankheitsverlaufes berufsunfähig zu werden kann natürlich höher oder niedriger liegen kann als der durchschnittliche Wert der gleichen Risikogruppe.

Versicherungsschutz für Diabetiker

In der Lebensversicherung, der Krankenversicherung, der Berufsunfähigkeits-Versicherung und der Unfallzusatzversicherung haben sich heute zur Begrenzung der zu übernehmenden Risiken unterschiedliche Maßnahmen durchgesetzt, die im Zusammenhang mit einer Riskoübernahme natürlich auch in Kombinationen auftreten können:

  • Prämienzuschläge
  • Leistungsausschlüsse
  • Begrenzung der Versicherungsdauer auf ein bestimmtes Endalter der versicherten Person
  • Begrenzung der Leistungsdauer (z. B. bei Berufsunfähigkeit) auf ein vorher festgelegtes Alter der versicherten Person
  • Begrenzung der Versicherungssumme oder der Rentenhöhe

Für Diabetiker stellt sich die Situation wie folgt dar: (Art und Umfang der konkreten Maßnahmen im Einzelfall hängt natürlich von der Ausprägung der risikorelevanten Faktoren ab)

Kapitallebens- und Risikolebensversicherungen

Die Annahme von Diabetikern kann in der Regel unter Erhebung eines Prämienzuschlags erfolgen.

Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung

Früher wurden Anträge auf BUZ von Diabetiken in der Regel eher abgelehnt. Heute können jedoch für einen Teil der Diabetiker auch Angebote für die BUZ gemacht werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Angebote sind jedoch immer mit – teilweise nicht unbeträchtlichen – Prämienzuschlägen und begrenzten Laufzeiten, d. h. Endalterbegrenzungen verbunden.

Diabetiker mit Begleiterkrankungen (außer der mäßigen Adipositas) werden bei der BUZ abgelehnt.

Dread-Disease-Deckung

Ähnlich wie bei der BUZ können auch bei dieser speziellen Form der Lebensversicherung, nur dann Angebote für Diabetiker gemacht werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Pflegeversicherung und Krankenversicherung

In der privaten Pflege- und Krankenversicherung werden Diabetiker in der Regel nicht angenommen.

Diabetiker mit guten Chancen

Für viele der gut eingestellten Diabetiker ist es heute – u. a. durch den Einsatz von hochentwickelten Systemen zur Risikoprüfung – sogar möglich, auch ohne zusätzliche ärztliche Unterlagen oder Berichte, eine Lebensversicherung abzuschliessen.

Neben den normalen Angaben zur Person, die jeder Antrag auf eine Lebensversicherung enthält, reichen schon wenige zusätzliche Angaben (s. u.) aus, um zu entscheiden, ob der Antrag sofort angenommen werden kann, oder ob eine erweiterte Gesundheitsprüfung erforderlich ist.

Auf Basis dieser Angaben kann ausserdem sofort entschieden werden, ob ein Antrag auf Berufsunfähigkeitsschutz überhaupt Chancen hat. Denn für die Prüfung solcher Anträge ist in jedem Fall eine erweiterte Gesundheitsprüfung mit Arztbericht erforderlich.

Zusätzliche Antragsfragen an die zu versichernde Person bei Diabetes

  • Welcher Diabetes-Typ sind Sie?
  • Wann wurde der Diabetes bei Ihnen festgestellt?
  • Ist bei Ihnen seit Feststellung des Diabetes eine(r) der folgenden Erkrankungen/Befunde aufgetreten?
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Bluthochdruck
    • pathologischer Urinbefund (Eiweiß im Urin)
    • Augenhintergrundveränderungen
    • Durchblutungsstörungen im Bereich des Gehirns, des Herzens, der Aorta oder der Extremitäten
    • Empfindungsstörungen im Bereich der Beine
    • EKG-Veränderungen, Gangrän, Schock, Koma
    • andere
  • Bitte geben Sie Ihren letzten HbA1c-Wert in % an.

Auf Basis obiger Fragen und weiterer Angaben aus dem Antrag wie Alter, Rauchverhalten, Größe und Gewicht kann sofort entschieden werden ob und wenn ja, zu welcher Prämie ein Lebensversicherung abgeschlossen werden kann.

Diabetikern mit gut eingestelltem Stoffwechsel und guter Compliance, die bei Versicherungsbeginn älter als 20 Jahre sind und deren Diagnosezeitpunkt nicht weiter als 10 Jahre zurückliegt, können dann auch ohne zusätzliche, zeitaufwendige Arztberichte direkt eine Lebensversicherung abschliessen, sofern noch keine Folgeschäden vorliegen. Die Höhe der Prämie hängt dabei im wesentlichen vom Typ des Diabetes und vom Alter des Antragstellers ab. Darüberhinaus kann dem Antragsteller sofort mitgeteilt werden, ob Chancen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen.

Risikoprüfung vor Vertragsabschluss

Bei der Risikoprüfung werden zunächst die versicherungstechnischen Rahmendaten betrachtet. Hierzu gehören der gewählte Tarif (das Versicherungsprodukt), die Höhe der beantragten Versicherungssumme, das Eintrittsalter und die Laufzeit des Vertrages sowie der Beruf der zu versichernden Person. Vor dem Hintergrund dieser technischen Rahmendaten wird die Prüfung des objektiven und des subjektiven Risikos des Antragstellers vorgenommen.

Das objektive Risiko beinhaltet alle objektivierbaren Tatsachen, wie die Lebenserwartung, den Eintritt der Berufsunfähigkeit, die Unfallgefährdung oder den möglichen Eintritt einer Pflegebedürftigkeit. Anhand von Sterbetafeln, statistischen Untersuchungen über die Häufigkeit und den Zeitpunkt des Eintritts einer Berufsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit sowie anhand von Unfallstatistiken lassen sich die Anzahl sowie der Zeitpunkt von Schadensfällen einschätzen und ermitteln. Dementsprechend lässt sich dann der notwendige Beitrag errechnen.

Bei der Prüfung des objektiven Risikos bei Diabetikern werden üblicherweise die folgenden Informationen betrachtet:

  • Zeitpunkt der Diagnose / Alter bei Beginn der Erkrankung
  • Typ des Diabetes
  • akute Einstellung
  • Art der Behandlung
  • Komplikationen wie z. B. Augen- und Nierenerkrankungen sowie periphäre Erkrankungen
  • Rauchverhalten
  • Körpergewicht (im Verhältnis zur Körpergröße)
  • Laborwerte (Blutzucker, Blutfett, Werte zur Nierenfunktion), EKG

Zur Risikobeurteilung können auch Unterlagen des behandelnden Arztes über den Verlauf der Krankheit herangezogen werden. Werden diese Informationen mit dem Versicherungsantrag der Versicherungsgesellschaft zur Verfügung gestellt oder unmittelbar nach Antragstellung nachgereicht, können langwierige Nachfragen vermieden werden und die Dauer bis zur Entscheidung über die Einschätzung des Risikos kann erheblich verkürzt werden.

Subjektive Risiken liegen dagegen in der Person der Versicherten und sind von dieser mehr oder weniger willkürlich zu beeinflussen. Hierzu zählen persönliche Einstellungen und Verhaltensweisen, wie zum Beispiel eine gesunde oder ungesunde Ernährung. Bei der Berurteilung von Diabetikern spielt hier der Begriff der Compliance die größte Rolle. Hierzu zählen die Motivation des Diabetikers, Sport zu treiben und auf sein Gewicht zu achten, die Diätvorschriften einzuhalten oder an Informationsveranstaltung über Diabetes teilzunehmen.

Die Risikoprüfung verläuft grundsätzlich immer nach den gleichen Prinzipien, d. h. in Abhängigkeit von den technischen Rahmendaten wird das objektive und das subjektive Gesundheitsrisiko beurteilt. Auf der Basis dieser Beurteilung werden die Bedingungen festgelegt, zu denen der Antragsteller den Versicherungsvertrag abschließen kann. Dabei können je nach technischen Rahmendaten die Entscheidungen bei gleichem subjektiven und objektiven Risiko unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise können bei geringen Versicherungssummen die Annahmebedingungen weniger restriktiv ausfallen als bei hohen Versicherungssummen.

Diabetes-Fragebogen und Arztbericht für die Gesundheitsprüfung

In vielen Fällen benötigt die Versicherungsgesellschaft für die Gesundheitsprüfung einen Arztbericht. Ein sogenannter Diabetes-Fragebogen, der dem behandelden Arzt vorgelegt wird enthält in der Regel folgende Fragen:

  • Seit wann ist der Diabetes bekannt?
  • Seit wann steht der Patient deswegen in Ihrer Behandlung?
    Wann zuletzt?
  • Welche Diabetes-Therapie führen Sie durch?
    • Insulin: Präparatname, Tagesdosis, Verteilung
    • Tabletten: Präparatname, Tagesdosis
    • Diät
    • Sonstige Maßnahmen
  • Welche Untersuchungsergebnisse wurden zuletzt von Ihnen festgestellt?
    • Blutzucker
    • HbA1c
    • Blutdruckmessung
    • Urinbefund: Zucker / Eiweiß / Blut
    • Sonstige Blutbefunde (Lipide, Harnsäure)
    • Ruhe-EKG
    • Ergometrie
    • Augenhintergrund
    • Sonstige Befunde
  • Erlitt Ihr Patient jemals ein diabetisches Koma / einen diabetischen Schock?
    Wenn Ja: Wann? / Wie häufig?
  • Bestehen oder bestanden bei Ihrem Patienten Komplikationen des Diabetes wie Netzhautveränderungen, ischämische Herzerkrankung, Erkrankungen der Nieren oder der peripheren Gefäße, erhöhter Blutdruck?
    Wenn Ja: Nähere Angaben zu Diagnosen, Therapien, Feststellungszeitpunkt und Folgen.
  • Sind Ihnen berufliche Belastungen bzw. Einschränkungen Ihres Patienten bekannt?
    Wenn Ja: Nähere Angaben zu Arbeitsunfähigkeitszeiten sowie Art der Belastung/Einschränkung.
  • Liegen Ihnen Informationen zum Rauchverhalten oder zum Alkoholkonsum Ihres Patienten bzw. zu seiner Familienanamnese vor?
  • Angaben zu Größe und Gewicht
  • Wegen welcher anderen Erkrankungen stand oder steht Ihr Patient in Ihrer Behandlung?
    Bitte nähere Angaben zu Befunden, Therapien, Zeitpunkt und Folgen.
  • Ist Ihr Patient in einem Krankenhaus oder einer Heilanstalt oder in Überwachung eines Gesundheitsamtes gewesen?
    Wenn Ja: Bitte vorliegende Befunde / Berichte beifügen.
  • Ist eine Operation vorgesehen oder angeraten?
    Wenn Ja: Welche?
  • Befolgt der Patient Ihre Anweisungen?
  • Stand oder steht Ihr Patient in Behandlung anderer Ärzte?
    Wenn Ja: Bitte geben Sie Zeitpunkt, Diagnosen sowie Name und Anschrift an.
  • Sonstige Bemerkungen

Schnellere Entscheidungen durch Risikoprüfungssysteme

Für die Antrags- und Risikoprüfung in der Lebensversicherung stehen heute hochentwickelte Systeme für die Risikoeinschätzung eines Lebensversicherungs-Antrags zur Verfügung. Ein solches System bearbeitet alle eingehenden Neuanträge in den Sparten:

  • Lebensversicherung
  • Unfallzusatzversicherung
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Dread Disease Versicherung

Da solche Systeme Standardeinschätzungen für eine hohe Anzahl an Berufen, Krankheitsbegriffen, Sportarten und andere für die Risikoprüfung relevanter Faktoren besitzt, kann die Einschätzung und die Ergebnisausgabe für die meisten Anträge schnell und unproblematisch erfolgen. Die Entscheidung, die ein solches System automatisch trifft, fällt entsprechend der Angaben im Antrag unterschiedlich aus. Mögliche Alternativen sind:

  • Der Antrag kann policiert werden
  • Es müssen Unterlagen angefordert werden, die nähere Auskunft über das einzuschätzende Risiko geben
  • Der Antrag muss an den Risikoprüfer weitergeleitet werden
  • Der Antrag wird abgelehnt

Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung eines Antrags oder die Mitteilung darüber, dass bestimmte Unterlagen noch nachgereicht werden müssen, kann somit innerhalb kurzer Zeit erfolgen. Für den Kunden werden damit lange Wartezeiten vermieden.

Für den Online-Abschluss beim Verkauf von Versicherungen über das Internet besitzen Risikoprüfungssysteme eine besondere Bedeutung. Sie gehen auf die individuelle gesundheitliche Situation eines Kunden ein, und ermöglichen durch gezieltes Nachfragen in vielen Fällen auch dann eine Annahme des Antrags, wenn die Beantwortung der Gesundheitsfragen nicht eindeutig auf einen normalen Gesundheitszustand schließen lässt. Damit kann ein breiterer Interessentenkreis Lebensversicherungsschutz online abschließen.

Für Diabetiker bedeutet dies speziell, dass ein Risikoprüfungssystem – bei günstiger Konstellation – zu einer sofortigen Annahmeentscheidung kommt und auch ohne einen Hausarztbericht dem Antragsteller direkt eine individuelle Prämie genannt werden kann.

Allgemeine Versicherungsbedingungen

Kurz AVB, sie legen die allgemeinen Rechte und Pflichten fest, die mit dem Abschluß eines Versicherungsvertrages für den Versicherungskunden und den Versicherer entstehen. Der Versicherer dokumentiert die AVB in seinem Geschäftsplan. Er muß sie im Gegensatz zu früher nicht mehr vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) genehmigen lassen.

Äquivalenzprinzip

Prinzip, nach dem für eine individuellen Versicherungsvertrag der Beitrag festgelegt wird: Die Summe der erwarteten zukünftigen Beitrags- und Zinseinnahmen sollen äquivalent sein zu der erwarteten zukünftigen Summe aus den Kosten für das Versicherungsunternehmen und den Versicherungsleistungen, die im Schadenfall an den Versicherungsnehmer gezahlt werden sollen. Dieses Prinzip wird bei privaten Versicherungsverträgen durchgängig verwendet. Im Gegensatz dazu existiert z. B. bei der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung das Solidaritätsprinzip.

Beitragsanpassungsklausel

Klausel innerhalb eines Versicherungsvertrages, die es dem Versicherungsunternehmen erlaubt, während der Laufzeit des Vertrages eine Beitragserhöhung vorzunehmen, um die häufig sehr langfristigen Leistungsversprechen (z. B. Rentenzahlungen) dauerhaft erfüllen zu können. Allerdings sind bei Versicherungsarten wie z. B. der Berufsunfähigkeitsversicherung Beitragserhöungen i. d. R. nur unter sehr speziellen Voraussetzungen, z. B. falls bei Vertragsabschluß Umstände, die das Risiko erhöhen, nicht angezeigt wurden oder aber in Katastrophenfällen möglich. Bei der Krankenversicherung ist eine jährliche Beitragsanpassung üblich. Bei den Haftpflicht- und Sachversicherungen ist die Laufzeit des Vertrages auf ein Jahr begrenzt, so dass eine jährliche Beitragsanpassung vorgenommen werden kann.

Beitragsbemessungsgrenze

Obergrenze für den Betrag, von dem für jeden Beschäftigten prozentual (gemäß der aktuell festgelegten Prozentsätze) der Beitrag für die Renten- und Arbeitslosenversicherung berechnet wird. Die entsprechende Obergrenze für die Beiträge für die gesetzliche Krankvenversicherung ist mit 75% der Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung festgelegt.
Der zugrundeliegende Betrag selber ist das Jahresarbeitsentgelt des Beschäftigten, welches unter Berücksichtigung seiner sämtlicher Einkünfte ermittelt wird.
Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze wird abhängig davon, ob der Beschäftigungsort in den alten oder neuen Bundesländern liegt, unterschieden. Sie wird zu Beginn jeden Jahres neu ermittelt und richtet sich nach dem durchschnittlichen Bruttolohn/-gehalt.

Gesundheitsreform

Mit dem Gesundheits-Reformgesetz von 1989 und dem folgenden Gesundheits-Strukturgesetz von 1993 wurden die Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte gegenüber früher weiter eingeschränkt: Arzneimittel werden seit 1989 mit Festbeträgen ohne Zuzahlungen oder ohne Festbeträge, aber mit einer Zuzahlung von 3 DM (vorher 2 DM) abgerechnet. Seit 1993 sind alle Medikamente zuzahlungspflichtig, je nach Apothekenabgabepreis mit 3 DM, 5 DM oder 7 DM. Außerdem wurden bereits 1989 Zuschüsse für Brillengestelle und -gläser eingeschränkt und für Kontaktlinsen bis auf Ausnahmen abgeschafft. Die Zahnersatzleistungen wurden gekürzt, dabei aber um eine Bonusregelung für regelmäßige Vorsorge ergänzt. Kürzungen bwz. Wegfall von Erstattungen gab es auch beim Sterbegeld, bei Fahrten zur ambulanten Behandlung / Rettungsfahrten.

Kapitalertragssteuer

Die Auszahlung bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung am Ende der Laufzeit enthält auch Zinserträge. Diese setzen sich aus den garantierten Zinserträgen und den zusätzlich vom Versicherer erwirtschafteten und durch die Überschußbeteiligung gutgeschriebenen Zinserträgen zusammen. Für diese Zinserträge muß eine Kapitalertragssteuer gezahlt werden, wenn die Laufzeit der Versicherung weniger als 12 Jahre beträgt. Wenn eine kapitalbildende Lebensversicherung vor Ablauf von 12 Jahren gekündigt wird, muß ebenfalls von den Zinserträgen des Rückkaufwertes eine Kapitalertragssteuer gezahlt werden. Diese wird direkt vom Versicherungsunternehmen einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Karenzzeit

Im Versicherungsvertrag vereinbarte Zeit, um die sich die Zahlung der Versicherungsleistung (z. B. eine Rente bei Berufsunfähigkeit) nach Eintritt des Versicherungsfalls verzögert. Je länger die Karenzzeit (bei der Berufsunfähigkeitsversicherung z. B. 12, 18 oder 24 Monate), desto niedriger der Beitrag.

Krankengeld

Betrag, der dem Arbeitnehmer nach der Lohn- oder Gehaltsfortzahlung (i. d. R. 6 Wochen), von der gesetzlichen Krankenkasse monatlich gezahlt wird. Privat Krankenversicherte erhalten stattdessen nach der von Ihnen vertraglich vereinbarten Karenzzeit das sogenannte monatliche Krankentagegeld in der ebenfalls vertraglich vereinbarten Höhe. Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung besteht auch die Möglichkeit, zur Aufstockung des Krankengeldes eine private Krankentagegeldzusatzversicherung abzuschließen. Das Krankengeld beträgt maximal 90 % des Nettoeinkommens, und ist außerdem durch die Beitragsbemessungsgrenze beschränkt. Die Einkünfte aus Kranken- und/oder Krankentagegeld dürfen nicht das aktuelle Nettoeinkommen überschreiten. Während des Bezuges von Krankengeld/Krankentagegeld sind weiterhin Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt die Hälfte dieser Beiträge, die private Krankenversicherung übernimmt nur die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Pflegebedürftigkeit

Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird ärztlich attestiert und geschieht mit der Einteilung in eine der drei sogenannten Pflegestufen. Im Fall der Pflegebedürftigkeit hängt von dieser Einteilung die Höhe der Leistung aus der Pflegepflicht- oder auch der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab.

Stufe 1 = Erheblich Pflegebedürftige: Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens 2 Verrichtungen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Stufe 2 = Schwerpflegebedürftige: Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens 3 Mal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

Stufe 3 = Schwerstpflegebedürftige: Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr – auch nachts – der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

 

Pflichtversicherung

Versicherung, deren Abschluß gesetzlich vorgeschrieben ist. Beispiele sind Haftpflichtversicherungen für Kfz-Halter. Berufshaftpflichtversicherungen für bestimmte Berufe wie z.B. Wirtschaftsprüfer, Notare, Steuerberater. Andere Berufsgruppen wie z. B. Architekten und Ärzte sind Pflichtmitglieder von Berufsgenossenschaften/-kammern, von deren Mitgliedsbeiträgen entsprechende Berufshaftpflichtversicherungen finanziert werden. Vorgeschrieben sind Haftpflichtversicherungen auch für größere Transportmittel wie Flugzeuge und Schiffe und für große Anlagen mit Gefährdungspotential wie z. B. Atomanlagen. Die Sozialversicherungen wie Renten-, Pflege- und Krankenversicherungen sind -zumindest für den überwiegenden Teil der Bevölkerung- ebenfalls Pflichtversicherungen.

Rechnungszins

Untere Grenze für den Zinssatz, mit zusammen mit den Sterbewahrscheinlichkeiten der Sterbetafel die Beiträge und Reserven in der Lebensversicherung kalkuliert werden. Für Lebensversicherer ist seit dem 1.7.1994 ein Rechnungszins von 4% vorgeschrieben, seit dem 1.7.2000 ist er auf 3,25% gesenkt worden. Die vom Versicherungsnehmer eingezahlten Beiträge müssen vom Lebensversicherer also so angelegt werden, dass sie mindestens einen Zinssatz von 3,25% erwirtschaften. Diese Verzinsung wird dem Versicherungsnehmer garantiert. Bei einer höheren Verzinsung kommt der Überschuß dem Versicherungsnehmer über die Überschußbeteiligung zugute. Die Garantie für den Rechnungszins bezieht sich häufig auf eine sehr lange Zeit von bis zu 40 Jahren. Würde daher das Versicherungsunternehmen eine höhere Verzinsung garantieren, aber wegen einer schlechten Kapitalmarktlage nicht erzielen können, besteht aufgrund der vertraglichen Pflicht, die garantierte Verzinsung leisten zu müssen, die Gefahr, dass das Versicherungsunternehmen bankrott geht.

Rückkaufswert

Wert, der bei der Kündigung einer Lebensversicherung an den Versicherungsnehmer gezahlt wird. Weil zu Beginn der Vertragslaufzeit die Kosten für den Abschluß der Versicherung getragen werden müssen, ist normalerweise noch kein Rückkaufswert vorhanden. In den folgenden Jahren steigt der Rückkaufswert, allerdings liegt er noch unterhalb der Summe der bisher eingezahlten Beiträge, weil aus den Beiträgen die laufenden Verwaltungskosten finanziert und Leistungen für den Todesfall gezahlt wurden. Erst am Ende der Laufzeit bewirkt die Verzinsung der Beiträge, dass der Rückkaufswert über der Summe der eingezahlten Beiträge liegt.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Rückstellung, die ein Lebensversicherer jedes Jahr aus dem überwiegenden Teil seiner erwirtschafteten Überschüssen bildet. Diese Rückstellungen kommen über verschiedene Überschußbeteiligungssysteme direkt dem Versicherungskunden zugute: Entweder durch eine Verrechnung mit dem Beitrag, durch eine verzinsliche Ansammlung und Auszahlung zum Ablauf der Versicherung oder durch ein Bonussystem, bei dem bei gleich bleibendem Beitrag die Versicherungsleistungen erhöht werden.   Die Bildung und Steuerung dieser Rückstellung ermöglicht es dem Versicherer, auch bei von Jahr zu Jahr stärker variierenden Geschäftsergebnissen, sprich Überschüssen, eine längerfristige Zusage einer Überschußbeteiligung, z. B. zum Ablauf einer kapitalbildenden Lebensversicherung, einzuhalten.

Selbstbeteiligung

Im Versicherungsvertrag vereinbarter Betrag, den der Versicherungsnehmer im Schadenfall selbst zu zahlen hat. Je höher die Selbstbeteiligung, desto niedriger der Versicherungsbeitrag. Die Festlegung einer Selbstbeteiligung ist in sehr vielen Versicherungsarten möglich: z. B. in der Kfz-, Haftpflicht-, Hausrat-, Unfall oder in der privaten Krankenversicherung.

Solidaritätsprinzip

Prinzip, nach dem innerhalb einer Gemeinschaft von Versicherten der Beitrag festgelegt wird: Der Beitrag wird über einen Beitragssatz, der sich auf das Jahresarbeitsentgelt bezieht, berechnet. Für jedes Jahr wird dieser Beitragssatz so festgelegt, dass für die Gemeinschaft der Versicherten die erwarteten Beitragseinnahmen, die resultieren aus dem Beitragssatz und dem erwarteten Jahresarbeitsentgelt, die erwarteten Leistungen (z. B. Zahlungen im Krankheitsfall oder Rentenzahlungen) abdecken. Das Solidaritätsprinzip findet vor allem Anwendung bei der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung.

Sterbetafel

Rechnungsgrundlage für die Lebens- und Rentenversicherung. Sie gibt für Frauen und Männer und für jedes Alter eine geschätzte Sterbewahrscheinlichkeit an. Die Versicherungsunternehmen gehen davon aus, dass bei einer genügend großen Anzahl von Versicherten die Sterbewahrscheinlichkeiten eine gute Schätzung der zukünftigen jährlichen Todesfälle darstellen, und kalkulieren daraus die Beiträge und Reserven für jeden einzelnen Versicherungsvertrag. Neben Sterbetafeln existieren entsprechend auch Invalidentafeln, die für die Kalkulationen in der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung verwendet werden.

Überschussbeteiligung

Der Versicherer bildet für die noch zu erwartenden Versicherungsleistungen Rückstellungen, für die die erforderlichen Mittel angelegt werden und so Kapitalerträge erbringen. Aus diesen Erträgen, dem Anlagevermögen und Ihren Beiträgen werden die Leistungen gezahlt und Kosten für den Abschluß und die Verwaltung des Versicherungsvertrags gedeckt. Je größer die Erträge aus den Kapitalanlagen, je weniger Leistungen gezahlt werden müssen und je weniger Kosten der Versicherer verursacht, um so größer sind die daraus entstehenden Überschüsse. An diesen Überschüssen wird der Versicherer nach einem bestimmten System beteiligt, wobei die Höhe dieser Überschüsse nicht garantiert ist. Übliche Überschußsysteme sind die verzinsliche Ansammlung und das Bonussystem. Bei der verzinslichen Ansammlung werden die angesparten und verzinsten Überschußanteile mit der Versicherungsleistung ausgezahlt. Beim Bonussystem erhöht sich jedes Jahr je nach Höhe des Überschußahnteils die beim Vertragsabschluß garantierte Versicherungsleistung.

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Der Gesetzgeber hat im Versicherungsvertragsgesetz festgelegt, welche Informationen der Versicherungskunde beim Abschluß oder Änderung seines Versicherungsvertrages angeben muß. Diese sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht betrifft alle Umstände, die den Vertrag direkt berühren, z.B. muß der Versicherungskunde eine gefährliche Krankheit der Versicherung mitteilen und wahrheitsgemäß beschreiben, bevor er eine Krankenversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt. Üblicherweise füllt der Versicherungskunde beim Stellen des Versicherungsantrags einen von dem Versicherer erstellten Fragebogen aus, der alle relevanten Umstände abfragt. Macht der Versicherungskunde in diesem Fragebogen falsche Angaben, so kann der Versicherer, sobald er davon erfährt, innerhalb eines Monats vom Vertrag zurücktreten. Dieses Recht hat der Versicherer nach Vertragsabschluß oder -änderung allerdings nur eine gewisse Zeit lang: zehn Jahre bei Lebensversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen und drei Jahre bei Krankenversicherungen.

Widerrufsrecht

Geltendes Recht, das besagt, dass ein Versicherungsantrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Unterzeichnung widerrufen werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt und dass kein sofortiger Versicherungsschutz beantragt wurde.

Nach Erhalt des Versicherungsscheins kann man außerdem bei Lebensversicherungen 14 Tage lang das Rücktrittsrecht in Anspruch nehmen. Allgemein kann, ebenfalls innerhalb von 14 Tagen, vom Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht werden, falls die ausgehändigten Informationen bei der Antragstellung nicht vollständig waren.

Zusatzversicherung

Versicherung, die als Ergänzung zu einer anderen Versicherung (Hauptversicherung) abgeschlossen wird. Zusatzversicherung sind z. B. Berufsunfähigkeits- oder Unfallzusatzversicherung. Hauptversicherungen sind z. B. Risikolebens- oder kapitalbildende Lebensversicherung.

Die Zusatzversicherung leistet im Schadenfall nicht nur für die vereinbarten Risiken, wie z. B. eine Rente bei Berufsunfähigkeit. Sie zahlt gleichzeitig auch die Beiträge zur Hauptversicherung, also z. B. im Berufsunfähigkeitsfall die monatlichen Beiträge zu einer kapitalbildenden Lebensversicherung.