Zum Jahr des Kindes mit Diabetes

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Diabetes bei Kindern ist anders

Zum Jahr des Kindes mit Diabetes

Bei Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt nehmen Diabeteserkrankungen zu. Die Kinder haben ein Leben mit der Zuckerkrankheit vor sich und brauchen besonders intensive BehandlungPro Jahr erkranken in Deutschland etwa 20 von 100.000 Kindern an Typ-1-Diabetes – doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Dabei besteht für diese Kinder derzeit keine Chance auf Heilung, da Typ-1-Diabetes eine Autoimmunerkrankung darstellt. Das heißt, sie haben ein Leben mit der Zuckerkrankheit vor sich. Bis zu 24.000 Kinder sind derzeit erkrankt, jedes Jahr werden es drei, vier Prozent mehr

Zucker verkürzt das Leben

Dass auch schon der Typ-2-Diabetes, früher Altersdiabetes genannt, immer jüngere Menschen trifft, zeigen die Statistiken schon seit einigen Jahren. Schon viele Schulkinder sind erkrankt. Unter den besonders dicken Kindern, denjenigen mit Fettsucht (= Adipositas), haben 1,5 Prozent einen manifeste Zuckerkrankheit; bis zu 7% von ihnen befinden sich in einem Diabetes-Vorstadium (gestörte Glukosetoleranz). Daher haben die Internationale Diabetes Föderation und die Weltgesundheitsorganisation das Jahr 2007/2008 zum Jahr des „Kindes mit Diabetes“ erklärt. Diabetes stellt für Kinder eine noch größere gesundheitliche Bedrohung dar als für Erwachsene. Je früher die Zuckerwerte aus dem Ruder laufen, desto früher setzen auch die „Spätfolgen“ wie Arteriosklerose, Nerven-, Fuß-, Augen- und Nierenschäden ein. Folge: „Die Lebenserwartung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes ist um ungefähr 15 Jahre reduziert“, stellt Prof. Thomas Danne fest, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult Hannover und Leiter des dort ansässigen Diabetes-Zentrums für Kinder und Jugendliche.

Diabetes ist bei Kindern anders

Kinder, die einen Typ-1-Diabetes entwickeln, haben viel Durst, müssen häufig auf die Toilette, leiden unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. Scheinbar ohne Grund ereilt sie schlechte Laune, sie wollen nicht spielen, lernen schlecht. Die Behandlung mit Insulin, – für Typ-1-Kinder unausweichlich – setzt eine besonders gute Schulung voraus, die auch die Eltern und die Betreuer in Kindergarten oder Schule einschließt. Eine starre Insulinbehandlung wäre nur schwer vereinbar mit den unvorhersehbaren kindlichen Aktivitäten und dem unkalkulierbaren Essverhalten. Spontaner Hunger oder Durst, Bewegung, häufige grippale Infekte, in der Pubertät auch hormonelle Veränderungen sind zu berücksichtigen. Daher soll nach Prof. Dannes Worten von Anfang an eine intensivierte Insulintherapie (ICT) eingeübt werden.

Die ICT ermöglicht Flexibilität. Ein langwirkendes Insulin wird durch kurzwirkende Präparate zu den Mahlzeiten ergänzt. Bestimmte Kunstinsuline (Insulinanaloga) wirken so schnell, dass sie auch noch nach dem Essen gespritzt werden können. Häufige Blutzuckermessungen sind bei der ICT nötig. Doch das zahlt sich aus, weil weniger Folgeschäden eintreten.

Feine Insulindosierung bei Kindern besonders wichtig

Die Insulindosierung soll beim Kind ein erfahrener Arzt vornehmen, da die Insulinempfindlichkeit beim Kind höher ist als beim Erwachsenen. Danne begrüßte die Einführung eines Pens speziell für Kinder, der Dosierschritte von 0,5 Einheiten (Erwachsene: 1 Einheit) bei einer Füllmenge von 30 Einheiten ermöglicht. Insbesondere bei kleinen Kindern oder niedrigen Dosierungen macht eine halbe Einheit in der Wirkung relativ viel aus. Der neue Pen (HumaPen Luxura HD, Fa. Lilly) kann mit besonders kleinen Kanülen für die dünne Kinderhaut (z.B. 5 und 6 mm lang statt 8 mm) ausgestattet werden.