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Vorsorgetermine trotz Corona nicht vernachlässigen

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten viele Menschen mit Diabetes Vorsorgetermine aus Angst vor einer Ansteckung abgesagt. Der Verband der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) rät, diese Termine unbedingt wahrzunehmen.

Die aktuelle Corona-Situation stellt uns alle vor große Herausforderungen. Chronisch kranke Menschen – dazu gehören auch Menschen mit Diabetes – stehen noch dazu vor einem Dilemma: Einerseits hören sie immer wieder, dass sie zu den Risikogruppen gehören, bei denen eine COVID-19 Infektion schwer verlaufen kann. Also heißt es, Kontakte möglichst zu meiden. Andererseits argumentieren Ärzte, dass Menschen mit Diabetes sich durch eine gute Stoffwechseleinstellung selbst bestmöglich schützen können. Dafür brauchen sie allerdings den regelmäßigen Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten sowie DiabetesberaterInnen. Manchmal geht das per Video- und Telefonsprechstunde, aber nicht alle Praxen bieten dies an, und im ländlichen Raum mangelt es noch zu oft an einer vernünftigen Internetverbindung. Und wenn es um die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen geht, kann das Internet ohnehin den Gang in die Arztpraxis nicht ersetzen. Was also tun?

Keine Häufung von Infektionen im ambulanten Bereich

„Patienten sollten mit ihrem Behandler nach wie vor Vorsorgetermine vereinbaren und diese auch unbedingt wahrnehmen,“ rät Lars Hecht, Gesundheitswissenschaftler und Vorstandsmitglied des Verbands der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD). „Diese Untersuchungen sind notwendig und können dazu beitragen, schwerwiegende Gesundheitsfolgen zu vermeiden.“ Auch im Hinblick auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sei eine gute Stoffwechselkontrolle von Bedeutung, so der Gesundheitswissenschaftler. Zudem hätten Kliniken, Praxen und Beratungsstellen sehr rasch sehr gut wirksame Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt – gerade im ambulanten Bereich sei es bislang nicht zu einer Häufung von Infektionen gekommen, so Hecht.

Diese Vorsorgetermine sind bei Diabetes wichtig

Vorsorgeuntersuchungen sind nicht nur notwendig, um beginnende Komplikationen frühzeitig zu erkennen und abzuwenden – sie können auch vor schweren Covid-19-Verläufen schützen.

  • In der Regel sollten Menschen mit Diabetes alle drei bis sechs Monate ihren Hausarzt oder ihre diabetologische Schwerpunktpraxis und mindestens einmal jährlich Fachärzte aufsuchen.
  • Dabei werden Blutdruck, Gewicht, Blutzucker und der Langzeitblutzuckerwert HbA1c bestimmt – und auch die Füße in Augenschein genommen, um Hautschäden und die Entwicklung eines diabetischen Fußes frühzeitig erkennen zu können.
  • Ein- bis zweimal im Jahr sind darüber hinaus Untersuchungen der Nerven in Armen und Beinen, der Blutgefäße und verschiedener Laborwerte aus Blut und Urin notwendig, die unter anderem Aufschluss über eine beginnende Nierenfunktionsstörung geben können.
  • Ein Augenarzt sollte außerdem mindestens einmal jährlich die Sehschärfe und den Zustand der Augennetzhaut kontrollieren.
  • Auch der Zahnarzt sollte einmal jährlich für einen Kontrolltermin aufgesucht werden; bestenfalls wird bei dieser Gelegenheit auch eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen.

Mehr zu den Vorsorgeuntersuchungen lesen Sie hier auf diabetes-news.

Quelle: Medieninformation des VDBD (Verband der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V.) vom 13.11.2020 und eigene Recherche.