Verursachen Impfungen bei Kindern Diabetes?

Verursachen Impfungen bei Kindern Diabetes?

Eindeutig: Die Impfspritze führt nicht zur Insulinspritze!

Diabetes tritt bei immer jüngeren Menschen auf. Daher lassen die Spekulationen nicht nach, dass Impfungen im Kindesalter etwas mit der Entwicklung von Zuckerkrankheit zu tun haben könnten. Eine groß angelegte Studie räumt jetzt mit dieser Vermutung auf.

In Dänemark werden Kinder nach ähnlichen Vorgaben wie bei uns geimpft: üblicherweise gegen Diphtherie, Tetanus, Hämophilus influenzae Typ b (HiB), Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Masern, Mumps und Röteln.

Werden die Impflinge häufiger diabetisch als die Ungeimpften?

Dänische Epidemiologen verfolgten zu dieser spannenden Frage die Entwicklung aller in Dänemark zwischen 1990 bis 2000 geborenen Babys, für die genaue Angaben zu Impfung und späterer Diabetesentwicklung zur Verfügung standen – das waren 739000 Kinder, die über 4,7 Millionen Patientenjahre beobachtet wurden. Mit besonderen statistischen Methoden errechneten die Forscher das Risiko insbesondere für die Jahre zwei bis vier nach erfolgten Impfungen.

Keine Verbindung zwischen Impfungen und Diabetes

Unterm Strich fand man keine stichhaltigen Hinweise auf Häufungen von Diabetesfällen unter den geimpften Kindern im Vergleich zu nicht Geimpften. Auch bei erblich belasteten Kindern, die einen diabetisch erkrankten eineiigen Zwilling hatten, konnte die Entwicklung der Erkrankung nicht auf die Impfung zurückgeführt werden. Kinder, die eine Impfung gegen Hämophilus influenzae erhalten hatten, erkrankten mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,91 an Diabetes, also seltener als nicht Geimpfte.

Weitere „Risikozahlen“ für einzelne Impfungen lauteten beispielsweise: 1,02 für Diphtherie, Tetanus und inaktivierte Poliovakzine; 0,96, wenn zusätzlich gegen Keuchhusten geimpft wurde (azellulärer Impfstoff); 1,06, wenn gegen Keuchhusten der Ganzkeim-Impfstoff eingesetzt wurde (der bei uns als Monovakzine nicht mehr im Handel ist). Auf 1,14 stieg das Risiko nach Masern-Mumps-Röteln-Impfung, auf 1,08 nach oraler Poliovakzine (die bei uns durch den sichereren Injektionsimpfstoff abgelöst wurde).

Bei diesen Zahlen muss im Auge behalten werden, dass Impfungen nachgewiesenermaßen den Ausbruch der entsprechenden Krankheiten verhindern können, während das Risiko für eine Förderung von Stoffwechselstörungen auch bei einer Risikozahl größer 1 im Vergleich zum Schutz durch die Impfung praktisch bedeutungslos ist.

Die groß angelegt Studie kommt also zu dem Schluss, dass es kein Verbindung zwischen Impfungen und Typ-1-Diabetes bei Kindern gibt; das Nutzen-Risiko-Verhältnis spricht eindeutig dafür, alle Kinder impfen zu lassen.