Roboter als Diabetes-coach
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„Pepper“ – ein Roboter als Diabetes-Coach

Ein Roboter als Lebens- und Therapiebegleiter für Typ-1-Diabetiker: „Pepper“ soll junge Patienten dabei unterstützen, ihre Krankheit zu verstehen und selbst zu managen. In den Niederlanden wird der humanoide Diabetes-Coach bereits testweise eingesetzt. 

Ein Roboter mit erstaunlichen Fähigkeiten

„Gestatten, Pepper“. Der 58 cm große Roboter mit den Kulleraugen hat die Sympathien gleich auf seiner Seite. Pepper gehört zu einer neuen Generation von humanoiden Robotern, welche die Emotionen seines Gegenübers wahrnehmen und je nach Situation entsprechend reagieren können. Was Pepper und seine Kollegen bereits Erstaunliches leisten, kann man sich bei YouTube anschauen. Sie „unterhalten“ sich zum Beispiel mit Senioren in Pflegeheimen und stehen jetzt auch jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes als Diabetes-Coach zur Seite. Erfinder von Pepper sind die Programmierer der japanischen Firma Softbank Robotics.

Spielend lernen mit dem humanoiden Diabetes-Coach

Das Forschungsprojekt setzt auf interaktives Lernen. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes zwischen sieben und 14 Jahren und soll ihnen helfen, ihre Krankheit zu verstehen und selbst zu managen. Darüber hinaus soll Pepper als Vermittler zwischen den jungen Patienten und den Eltern, Pflegekräften und Ärzten fungieren. Getestet wird Pepper zurzeit in den Niederlanden. Hier erwartet der humanoide Roboter seine jungen Patienten in ausgewählten Diabeteskliniken. Er hält Frage- und Antwort-Spiele bereit und stellt kleine Aufgaben, die sich an alltäglichen Lebenssituationen orientieren. Umgekehrt dürfen auch die Kinder dem Roboter Fragen stellen. Natürlich ersetzt der Roboter nicht den Arzt, sondern unterstützt ihn nur. Therapieempfehlungen gibt er nicht.

Kinder lieben Pepper

Erste Erfahrungen zeigen, dass die jungen Projektteilnehmer Pepper als Berater und sogar als Freund akzeptieren. Der „Diabetes-Coach“ unterstützt sie geschickt beim Lernen therapierelevanter Inhalte und lässt den Diabetes dabei zur Nebensache werden. Während die Kinder und Jugendlichen früher eher ungern zu den Arztbesuchen in die Klinik kamen, freuen sie sich jetzt darauf. Erfahrungsberichte dazu kann man sich auf der Projektseite anschauen.

EU-Förderung in Millionenhöhe

Die Europäische Union fördert Pepper als „Personal Assistant for healthy Lifestyle“ (PAL) derzeit im Rahmen ihres Forschungsprogramms „Horizon 2020“ mit mehr als vier Millionen Euro. Das Forscherteam besteht aus Wissenschaftlern, die sich mit künstlicher Intelligenz und Diabetes beschäftigen. Sie kommen aus den Niederlanden, Großbritannien, Italien und Deutschland.