My Camp D 2008 in Bad Segeberg

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Ein Live-Forum für junge Menschen mit Diabetes

My Camp D 2008 in Bad Segeberg begeisterte Teilnehmer aus ganz Deutschland

700 junge Menschen mit Diabetes besuchten das zweite My Camp D und machten diese einzigartige Veranstaltung damit erneut zu einem großen Erfolg. Ob in Informationsworkshops, beim Austausch mit anderen Betroffenen oder bei Sport und Spiel – die Teilnehmer waren mit Begeisterung und Spaß dabei. Anja ist 28 und Kickboxerin. Matthias ist 29, Leichtathlet und Bergsteiger. Larissa ist 20 und Fußballspielerin. Tobias ist ebenfalls 20 und Springreiter. Carlo ist 21 und Motorsportler. Sie alle verbindet ein Schicksal: Diabetes mellitus. Ihre Lebensqualität scheint das jedoch wenig zu beeinflussen. Denn die fünf haben sich der Herausforderung gestellt, ihr Leben nicht nur in den Griff zu bekommen, sondern auch im Leistungssport erfolgreich zu sein. Sie sind damit Vorbilder für andere junge Menschen mit Diabetes und machen ihnen Mut.

Die jungen Sportler sind Teil eines Teams, das im Sommercamp „My Camp D 2008“ das abwechslungsreiche Sportprogramm gestaltete. Das Camp, das 2006 erstmals stattfand und ein großer Erfolg war, ist ein attraktives „Live-Forum für junge Menschen mit Diabetes“. Hier können sie sich ungezwungen mit Gleichaltrigen über ihr Alltagsleben mit der Stoffwechselkrankheit austauschen. Und sie erfahren von führenden Experten alles, was sie zur Optimierung der medizinischen Versorgung und zur besseren Lebensgestaltung wissen müssen. „Quatsch mich an!“ steht auf den T-Shirts der Mediziner. Eine Aufforderung, der in diesem Jahr 700 junge Menschen mit Diabetes aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich mit Neugier, großem Interesse und Engagement nachgekommen sind.

„Durch unsere DAWN Youth-Studie finden wir heraus, was die jungen Diabetiker bewegt. Über was sie sich Sorgen machen. Wo sie Hilfe benötigen und erhalten können. Oder ob sie auch kompetente Ansprechpartner brauchen, die ihre Probleme verstehen und zusammen Lösungen erarbeiten.“ So Hansruedi Stahel, Initiator und Leiter des Camps. Stahel ist Business Development Director beim Pharmaunternehmen Novo Nordisk in Mainz, das die Veranstaltung in Bad Segeberg 2006 und 2008 durchgeführt hat. „Mit dem Camp ist es uns gelungen, den jungen Menschen mit Diabetes auf eine spielerische und erlebnisorientierte Art Wissen zu vermitteln und Mut zu machen. Ansporn zu geben, bewusst und aktiv mit dieser Krankheit umzugehen. Und zu lernen, wie man die Therapie dem eigenen Leben anpasst – und nicht umgekehrt das Leben der Therapie“, zieht Stahel das positive Fazit aus den beiden Veranstaltungen. Das Camp ist Teil eines langfristig angelegten Strategieplans, mit dem der weltweit führende Insulin-Spezialist Novo Nordisk Diabetes ganzheitlich bekämpft. Neben der Aufklärungsarbeit soll durch Präventionsmaßnahmen und vor allem durch Verbesserung der Behandlungsmethoden die Stoffwechselkrankheit verhindert oder zumindest deren gefürchtete Folgeerkrankungen vermieden werden, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen. Denn die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Von 1988 bis 2004 hat die Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland um 54 Prozent zugenommen. Zirka 10 Prozent der Bevölkerung, also etwa 8 Millionen Menschen, haben Diabetes mellitus. Weltweit sind es 246 Millionen. Die Zahl soll laut Prognosen bis 2025 auf etwa 380 Millionen ansteigen.

Die jungen Menschen erkranken zumeist am Diabetes mellitus Typ 1. Dieser Typ 1 Diabetes kann zwar in jedem Alter auftreten, aber meist sind die Betroffenen jünger als 20 Jahre, wenn sie erkranken. Pro Jahr nimmt die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes um etwa drei bis fünf Prozent zu. Im Jahre 2003 lag die Zahl der bis zu 19 Jahre alten Menschen mit Diabetes bei 22.000. Die Ursache des Insulinmangels ist eine Entzündung mit Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, so dass der Körper schließlich kein Insulin mehr produzieren kann. Auffällig aber ist, dass inzwischen auch Kinder und Jugendliche vom Typ 2 Diabetes betroffen sind, der früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet wurde. Die Neigung zu Typ 2 Diabetes wird zwar vererbt, aber erst ein ungesunder Lebensstil mit Übergewicht und Bewegungsmangel lässt den Stoffwechsel so entgleisen, dass es zum Diabetes kommt. Anfangs können die Beschwerden beim Typ 2 Diabetes nur sehr gering ausgeprägt und sehr unspezifisch sein, weshalb die Erkrankung häufig viel zu spät festgestellt und behandelt wird.

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Die natürliche Spontaneität der jungen Menschen im Alltag, die raschen hormonellen Veränderungen in Phasen des Wachstums und der Pubertät machen die Gestaltung der blutzuckergesteuerten Insulintherapie schwierig. In den Jahren 2007 und 2008 hat daher der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) initiierte Weltdiabetestag am 14. November Kinder und Jugendliche zum Thema.

Die dramatische Ausbreitung von Übergewicht und Diabetes einzudämmen, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Wegen der Bedeutung von Ernährung und Bewegungsverhalten muss Aufklärung so früh wie möglich einsetzen. Bei Schülern und Eltern und am besten schon im Kindergarten. Novo Nordisk unterstützt deshalb auch Projekte wie die „Elternschule“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, eine gesündere Lebensweise von klein auf zu fördern. Hansruedi Stahel: „Die pandemische Verbreitung von Diabetes ist eine Herausforderung, der wir uns jetzt stellen müssen. Wir wollen mit Aktionen wie My Camp D, mit unseren Studien und unserer Forschung maßgeblich dazu beitragen, dass Menschen mit Diabetes, zumal Kinder und Jugendliche, ein erfülltes, erlebnisorientiertes Leben gestalten können.“