Körpergewicht und Lebenserwartung

Unabhängig vom Körpergewicht entscheidet die Verteilung der Pfunde über das Sterberisiko von Menschen im sechsten Lebensjahrzehnt. Das besagt eine Auswertung der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) auf Basis von fast 360.000 Menschen.

Das Sterberisiko folgt einer U-Kurve

Ein erhöhtes Sterberisiko fand man in drei Gruppen: Menschen mit

  • starkem Übergewicht,
  • einem großem Taillenumfang,
  • einem Körpergewicht im unteren Normalbereich.

Frauen hatten in dieser aktuellen Studie die geringste Sterblichkeit bei einem Body Mass Index (BMI) von 24,3, Männer bei einem BMI von 25,3. Bezogen auf das Körpergewicht, folgte das Sterberisiko somit einer U-Kurve mit einem „Tief“ bei den Normalgewichtigen an der Grenze zum leichten Übergewicht. Auffallend war, dass zwar Übergewicht an sich, unabhängig davon aber auch die Körperfettverteilung die Mortalität beeinflusste. Auch „teilschlanke“ Menschen mit einem günstigen BMI, aber hohem Taillenumfang hatten eine vergleichsweise kürzere Lebenserwartung. Als Erklärung verweisen die Forscher auf die metabolische Aktivität des inneren Bauchfetts.

„Böses“ Bauchfett

Das Eingeweidefett fungiert nicht nur als Energiespeicher, sondern produziert in höherem Maße als subkutanes Fett entzündungsfördernde und stoffwechselaktive Botenstoffe. Diese begünstigen die Entwicklung verschiedener chronischer Krankheiten. Studienteilnehmer mit hohem BMI starben häufiger an Krebs- und Herz-Kreislaufkrankheiten, gemessen an Probanden mit mittlerem BMI. Teilnehmer mit einem niedrigen BMI starben häufiger an Erkrankungen der Atmungsorgane.