Kinder und Jugendliche: Stoffwechselstörungen und Essstörungen früh zu erkennen

Wissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Jena warnen: Übergewichtige Kinder leiden oft bereits unter Auffälligkeiten des Stoffwechsels und Risikofaktoren für Herzkeislauf-Erkrankungen  (Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Insulinresistenz, Diabetes mellitus). Sie untersuchten fünf- bis achtjährige Jungen und Mädchen, die in üblichen Vorsorgeuntersuchungen als „gesund“ eingestuft waren. Bei 73% der Übergewichtigen fanden sie mindestens eine Stoffwechselstörung (aber nur bei 16% der Normalgewichtigen). Besonders hervorzuheben: Cholesterin-Erhöhungen, Insulinresistenz und (zumindest bei den Jungs) erhöhte Nüchtern-Zucker und hohe Blutdruckwerte.

Für Erwachsene ist gut belegt: Diese auffälligen Untersuchungsbefunde weisen auf ein gesteigertes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes hin. Die Untersucher folgern: Diese Kinder sollten regelmäßig von einem Kinderarzt auf „metabolisches Syndrom“ untersucht werden.

Wissenschaftler der Universität London suchten bei 13-jährigen Jugendlichen (7000 Teilnehmer einer Beobachtung über längere Zeit) nach ersten Zeichen auf Essstörungen und beobachteten die weitere Entwicklung in den folgenden zwei Jahren. Die Eltern wurden befragt nach typischen Hinweisen: Sorge um Gewicht, Angst vor Dickwerden, Meiden fettreicher Mahlzeit, Diäten und Fasten, Sport mit dem Ziel „Gewichtsabnahme“, Essattacken. Der Ausgangsbefund: 10% der Mädchen und 5% der Jungen hatten ausgeprägte Angst dick zu werden. 2.4% der Mädchen und 1.8% der Jungen entwickelten deutliche Verhaltensstrategien um Nahrung zu vermeiden. Allerdings fanden sich zu Beginn noch kaum emotionale oder Verhaltensauffälligkeiten. Die Untersuchung nach 2 Jahren zeigte, dass die Kinder, die sich die größten Sorgen um ihr Gewicht gemacht hatten tatsächlich am meisten Gewicht zunahmen.

(Quelle: Acta Paediatrica 2014, online 24. Januar; J Adolescent Health 2013, online 17. Dezember)