Grippe-Impfung

Grippe-Impfung ist wichtig für chronisch Kranke

Impfung senkt die Zahl der Grippe-Toten bei Diabetikern auf die Hälfte!

Kein Diabetiker sollte die jährliche Grippe-Impfung versäumen. Diese Forderung ergab sich aus den Erkenntinissen der Autoren einer holländischen Studie, in der der Nutzen der Impfung für Menschen mit Diabetes genauer nachgeprüft worden ist: Die Grippe-Impfung verhinderte während einer Grippeepidemie bei Patienten mit Diabetes mehr als die Hälfte aller Krankheitskomplikationen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle.

Diabetiker zählen neben den an chronischen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen leidenden Menschen und den über 60-Jährigen zu den Risikogruppen für schwere Lungenentzündungen durch Grippe-Viren und Pneumokokken-Bakterien. Trotz der offiziellen Empfehlungen für diese Personengruppen nehmen viele den Impfschutz gegen Pneumokokken-Erkrankungen und Grippe nicht für sich in Aspruch. „Wir hoffen, dass die Veröffentlichung dieser Studienergebnisse mehr Menschen mit Diabetes ermutigt, das Angebot zur Vorbeugung zu nutzen“, so Dr. Eva-Maria Fach, erste Vorsitzende des Bundesverbandes niedergelassener Diabetologen e. V. (BVND).

Die Studie, in der rund 9.000 Diabetiker während der Grippeepidemie 1999/2000 berücksichtigt wurden, brachte das Ergebnis, dass die Impfung 54% der Patienten eine Krankenhauseinweisung ersparte. Zudem traten bei geimpften Diabetikern nur halb so oft Komplikationen auf wie in der Kontrollgruppe der nicht geimpften Diabetiker. Bei älteren Diabetes-Patienten bewirkte die Impfung vor allem eine niedrigere Sterberate: Sie verhinderte jeden zweiten Todesfall. Dass die Grippe-Impfung auch älteren Menschen ohne Diabetes viel Leid ersparen kann, zeigte eine Forschergruppe um Kristin Nichol kürzlich in einer groß angelegten Studie: Die Impfung verringerte die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Lungenentzündung oder Grippe und die Sterberate deutlich.

Im Laufe einer durchschnittlichen Grippe-Saison schlagen in Deutschland jährlich bis zu fünf Millionen zusätzliche Arztbesuche zu Buche. Rund 10.000 Menschen sterben an den Folgen der Grippe. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 kamen rund 5.000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Chronisch Kranke und alte Menschen sind anfälliger für eine Grippeerkrankung und deshalb während einer Grippeepidemie besonders gefährdet. Die Grippe-Viren ebnen häufig anderen gefährlichen Erregern den Weg und bereiten so den Boden für Erkrankungen, die mit der Grippe-Impfung leicht zu vermeiden gewesen wären. Besonders Pneumokokken-Bakterien profitieren von der Schwächung des Immunsystems. Sie können in einer Grippe-Phase leichter in den Körper eindringen und rufen dann schwere Erkrankungen, wie z. B. Lungenentzündung, hervor.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt deshalb chronisch Kranken und alten Menschen, sich gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen impfen zu lassen. Die Impfung ist eines der besten Mittel, schweren Grippe- oder Pneumokokken-Erkrankungen wirksam vorzubeugen.

Die Grippe-Impfung ist jährlich im Herbst fällig. Sie wird mit dem aktuellen Impfstoff vorgenommen, der auf die Viren abgestimmt ist, die sich zurzeit in Umlauf befinden. Dagegen kann die Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen ganzjährig erfolgen. Beide Impfungen sind bewährt und gut verträglich. Die Kosten für die Impfungen werden für über 60-Jährige und chronisch Kranke von den Krankenkassen übernommen.

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