Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie viele Einstiche verträgt eine Kinderseele?

Es kann jedes Kind treffen, von einer Minute auf die andere, ohne große Vorwarnung: zuckerkrank!

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 2.000 Kinder neu an dieser unheilbaren Krankheit. Der Typ 1 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ist eine Autoimmunkrankheit, bei der es zu einer Selbstzerstörung der insulinproduzierenden ß-Zellen kommt, die Ursache hierfür ist bis heute immer noch ungeklärt. In der breiten Öffentlichkeit ist die Zuckerkrankheit bei Kindern meist unbekannt, obwohl in Deutschland jeden Tag 3 – 4 neu diagnostizierte kleine Patienten hinzukommen – über 25.000 Kinder und Jugendliche sind bereits davon betroffen. Besorgniserregend ist der ständige, rapide Anstieg des kindlichen Diabetes: In den letzten 10 Jahren hat sich die Zuckerkrankheit bei Kindern verdoppelt!

Bis noch vor einigen Jahrzehnten war der Diabetes Typ 1 eine tödliche Diagnose und erst die Entdeckung und Herstellung des Insulins vor 90 Jahren brachte die Wende. Aber bis heute muss das Insulin jeden Tag gespritzt werden. Eine Behandlung, die besonders Kinder hart trifft. Je besser der Diabetes behandelt wird, umso sicherer sind die Kinder vor den fatalen Spätfolgen wie Erblindung, Amputation, Nieren- und Nervenschäden. Aber eine gute Behandlung erfordert, dass täglich mehrmals Insulin gespritzt wird, bis zu 8 Injektionen am Tag, oft auch nachts – so kann es ein, dass zuckerkranke Kinder bis zu ihrem 15. Lebensjahr 27.000 Mal eine Spritze ertragen müssen. Vor jeder Spritze muss am Finger ein Blutstropfen entnommen werden, damit die Höhe des Zuckers im Blut gemessen werden kann. Viele Kinder wehren sich gegen die Spritze, aber die Eltern müssen das lebensnotwendige Insulin spritzen. So spielt sich der Alptraum jeden Tag aufs Neue ab: Das Kind läuft vor der Spritze weg, versteckt sich und muss festgehalten werden. Das belastet das Eltern-Kind-Verhältnis sehr. Viele Eltern sind schon nach einiger Zeit der lebenslangen Behandlung erschöpft und ausgebrannt.

Aber das Insulin ist nur ein Teil der Behandlung. Ebenso wichtig ist die Umstellung der Ernährung. Das Essen muss abgewogen, berechnet und eingeteilt werden. Spontane Süßigkeiten gehören bei Kindern mit Diabetes der Vergangenheit an. Für die Mutter eines 4-jährigen zuckerkranken Mädchens ist dies eine der größten Belastungen: „Wenn im Kindergarten spontan etwas gefeiert wird, sitzt meine Tochter tapfer aber traurig daneben und isst ihre eigene Mahlzeit“.

Obwohl die medizinische Behandlung Fortschritte bringt, bleiben die seelischen Folgen der Krankheit meist ungelöst. Betroffene Familien brauchen besonders nach der gravierenden Diagnose und bei den vielen psychischen und sozialen Belastungen, denen sie Tag für Tag ausgesetzt sind, intensive Unterstützung, damit sie die Kraft nicht verlieren, die Kinder bestmöglichst zu versorgen.

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Genau hier wirkt die Stiftung „Dianiño – Kindern mit Diabetes eine Zukunft“ durch konkrete Maßnahmen entlastend und unterstützend. Dianiño kümmert sich aktiv um erkrankte Kinder, betroffene Familien und betreut sie in akuten Notfällen bei ihren Sorgen und Problemen. Durch diese Hilfe kann oft weiteres Leid verhindert werden.