Chronisch kranke Kinder

Mehr Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Chronisch kranke Kinder und ihre Familien optimal unterstützen

Übergewicht und Bewegungsmangel führen in Deutschland weiterhin zu einer wachsenden Zahl Jugendlicher mit Diabetes Typ 2. Aktuell beträgt diese Zahl rund 200 Neuerkrankungen pro Jahr. Sinnvolle Therapien für die Betroffenen und sinnvolle Präventionsmaßnahmen, um die Erkrankung in jungen Jahren zu verhindern, waren Themen der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig. Zukünftige Therapien für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 diskutierten die Experten in einem weiteren Symposium. An der bisher unheilbaren Stoffwechselerkrankung Diabetes leiden 25.000 Heranwachsende bis 19 Jahre. Die Jahrestagung der DDG fand vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress Centrum Leipzig statt.

Chronisch kranke Kinder benötigen speziell auf sie abgestimmte Behandlungskonzepte, die über die normale medizinische Behandlung hinausgehen. „Wir müssen alles tun, damit Kinder mit Diabetes Typ 1 und ihre Familien auch die pädagogischen, sozialen und psychologischen Folgen der schweren Stoffwechselerkrankung meistern können“, betont Professor Dr. med. Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche, Universität Leipzig. Bisher ist Diabetes Typ 1 unheilbar und die Betroffenen sind ihr Leben lang auf Insulin durch Spritzen, Pens oder Pumpen angewiesen. Zukünftige Therapien könnten jedoch die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse aufhalten bzw. diese wiederherstellen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesen Therapien stellten Experten auf einem Symposium der DDG-Jahrestagung in Leipzig vor.

Eine der Ursachen für Diabetes Typ 2 ist – neben genetischer Vorbelastung und Übergewicht – auch der Lebensstil. Wer sich wenig bewegt, trägt schon im Kindesalter ein hohes Risiko. 11 bis 13% aller Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig und etwa 6 bis 8% sogar fettleibig. „10 bis 20% aller adipösen Kinder haben eine Fettleber oder eine Kohlenhydratstoffwechselstörung im Sinne von Typ 2 Diabetes“, sagt Professor Kiess. Frühes Übergewicht im Säuglings- und Kleinkindalter sei besonders gefährlich.