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Bewegung gehört zur Diabetestherapie

Radfahren, Schwimmen und Wandern halten fit und senken den Blutzucker. Diabetiker sollten deshalb unbedingt sportlich aktiv sein – als Teil ihrer Therapie. Tipps dazu kommen von Dr. med. Katrin Esefeld.

Bewegung verbessert den Stoffwechsel

Zu viel Sitzen ist ungesund – es führt nicht nur zu Rückenschmerzen, sondern begünstigt auch Herz-Kreislauferkrankungen. Ausdauer- und Krafttraining verbessern dagegen den Stoffwechsel. Denn aktive Muskeln benötigen Glukose. Sind die Zuckerspeicher der Zellen leer, füllen sie ihre Reserven aus dem Blut auf und der Blutzuckerspiegel sinkt. Also sollte regelmäßige Bewegung Bestandteil der Diabetestherapie sein – sozusagen als Medikament ohne Rezept.

Fünf bis sechs Mal pro Woche eine halbe Stunde

Typ-1-Diabetiker können mit regelmäßiger Bewegung ihre Insulinempfindlichkeit verbessern, so dass sie weniger Insulin benötigen. Menschen mit Typ-2-Diabetes können dazu beitragen, dass sie weniger Medikamente brauchen: „Wollen sie ihren Blutzucker langfristig ohne Insulin oder Tabletten senken, klappt das nur, wenn sie regelmäßig sportlich aktiv sind – optimal fünf bis sechs Mal pro Woche für je eine halbe Stunde“, erklärt Dr. med. Katrin Esefeld vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin der Technischen Universität München.

Ausdauer- und Krafttraining bei Diabetes

Ideal für Menschen mit Diabetes ist Ausdauersport, der nicht nur Kalorien verbrennt, sondern auch das Herz-Kreislaufsystem und die Lunge stärkt. Dazu gehören etwa Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. „Wer gerne wandern, Nordic Walking oder Joggen möchte, sollte dabei unbedingt bequeme Schuhe tragen, die nicht zu eng sind. Denn Blasen und Druckstellen begünstigen das diabetische Fußsyndrom“, sagt Dr. Katrin Esefeld. Auch Krafttraining ist empfehlenswert, da durch den Muskelaufbau das Insulin wieder besser wirken kann.

Chek-up beim Arzt sinnvoll

Wer länger keinen Sport getrieben hat, sollte sich vorher bei einem Arzt untersuchen lassen. „Ein Check-Up gibt Aufschluss darüber, welche Sportart sich in welcher Intensität am besten eignet“, so Dr. Esefeld. „Wer lange keinen Sport getrieben hat, sollte langsam beginnen und zunächst täglich für etwa 10 Minuten zum Beispiel laufen oder walken gehen. Und dann erst schrittweise Umfang und Intensität steigern – so, dass man nicht gleich aus der Puste ist.“

Therapie anpassen

Bei Bewegung bzw. sportlicher Aktivität benötigt der Körper weniger Insulin. Wer als Diabetiker Insulin spritzt, muss seine Therapie deshalb anpassen. Das bedeutet: Basalinsulin reduzieren und/oder zusätzliche Kohlenhydrate essen. Die Anpassung sollte man am besten mit dem Arzt bzw. der Diabetesberaterin besprechen.

Dr. med. Katrin Esefeld hat am 5. März 2015 Fragen zum Thema Sport und Diabetes  im Rahmen des Experten-Chats von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe beantwortet. Den Chat können Sie hier nachlesen:

Expertenchat Diabetes und Sport

Eine Liste von Gesundheits- und Fitnessstudios mit der Zertifizierung „Fitness-Training für Diabetiker“ durch den TÜV Rheinland finden Sie hier:

Liste zertifizierter Fitnessstudios