Kategorie-Archiv: O

Ovulationshemmer

(„Anti-Baby-Pille“) = Arzneimittel, die die Ausstoßung des reifen Eies aus der Eizelle in den Eileiter verhindern. Das an sich befruchtungsfähige Ei wird somit der Befruchtung entzogen. Ovulationshemmer sind Hormonpräparate, die ihre Wirkung durch eine Beeinflußung übergeordneter Zentren der Hormonregulation erzielen. Die wichtigsten Nebenwirkungen der Präparate sind eine verstärkte Neigung zur Bildung von Blutgerinnsel (Thrombosen, Embolien).

Osteoporose

Verminderung der Knochensubstanz (= „Knochenschwund“). Tritt üblicherweise beim alten Menschen auf, in einigen Fällen bereits früher (z.B. in Folge Inaktivität sowie Hormonmangel, insbesondere bei der Frau). Osteoporose macht den Knochen brüchig und vermindert seine Belastbarkeit. So kann es bereits ohne große Gewalteinwirkung zu spontanen Knochenbrüchen kommen (Spontanfraktur). Osteoporose verläuft zumindest am Anfang meist ohne Beschwerden, im fortgeschrittenen Stadium stehen jedoch stärkste Knochenschmerzen im Vordergrund.

Osteoarthropathie, diabetische

Verformung von Knochen des Fußes, in erster Linie verursacht durch Nervenschädigungen im Rahmen von diabetischen Spätschäden (Neuropathie).

Oral

(lat. Os = der Mund) Oral bedeutet dem Mund zugehörig. Oral einzunehmende Medikamente sind solche, die über den Mund aufgenommen, d.h. geschluckt werden.

Optikusatrophie

Schädigung der Sehnerven im Rahmen zahlreicher Erkrankungen (Hirntumoren, Gefäßverkalkungen, Infektionen). Die Optikusatrophie tritt beim Diabetes mellitus selten auf. Sie macht sich durch eine Verminderung der Sehschärfe bemerkbar.

Open-Loop-System

Wörtlich übersetzt: System der offenen Schleife. Der Begriff steht für die z.Zt. verwendeten handelsüblichen Insulinpumpensysteme. Diese sind nach entsprechender Programmierung in der Lage Insulin zu injizieren. Die Insulinabgabe erfolgt dabei entweder über einen längeren Zeitraum (Basalrate) oder als Stoß-Injektion (Bolus). Open-Loop-Systeme sind lediglich in der Lage, Insulin zu injizieren; die Fähigkeit Blutzuckermessungen durchzuführen, um die jeweilige Insulindosis angepaßt festzulegen, besitzen sie nicht. Die Blutzuckermessung wird außerhalb des Systems durch den Patienten vorgenommen. Somit sind die derzeitigen Insulinpumpensysteme offene Systeme, d.h. die zur Komplettierung notwendige Blutzuckermessung wird außerhalb des Systems sichergestellt. Geschlossene Systeme wären solche, bei denen eine (möglicherweise implantierte) Inuslinpumpe über einen im Blut oder Gewebe liegenden Glucosefühler (Sensor) zur aktuellen Blutzuckerbestimmung befähigt ist. Diese vom Glucose-Sensor gemessenen Blutzuckerwerte würden dann vom System aufgenommen und mit dem Resultat einer selbständigen blutzuckerangepaßten Insulinabgabe verwertet. Die Anwendung solcher geschlossener Systeme ist derzeit noch nicht möglich, da die Bereitstellung der erforderlichen Glukosefühler zur zuverlässigen Blutzuckermessung ein bislang technisch nicht lösbares Problem darstellt.

OGTT

Oraler Glucosetoleranztest. Testablauf: Verabreichung von 75 g Traubenzucker. Blutzuckermessungen in 15-minütigen Abständen bis mindestens 2 Stunden (manchmal bis 4 Stunden) nach Testbeginn. Sinn der Untersuchung ist es, eine Verwertungsstörung für Traubenzucker (eine sogen. Glucosetoleranzstörung) aufzudecken. Diese ist anzunehmen, wenn der Blutzucker 2 Stunden nach Testbeginn höher als 140 mg/dl liegt. Liegt er über 200 mg/dl, handelt es sich bereits um einen manifesten Diabetes mellitus. Besteht von vornherein aufgrund erhöhter Nüchternblutzuckerwerte ausreichender Verdacht auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus, so ist die Durchführung eines OGTT wenig sinnvoll, da ansonsten starke Blutzuckeranstiege resultieren können.

Oedem

Ansammlung von aus den Gefäßen ausgetretener Flüssigkeit in die Gefäß-umgebenden Gewebe (z.B. Haut, Schleimhaut, Lunge). Die Krankheitsbilder, die zur Ödembildung führen können sind vielfältig: Herzschwäche, Venenerkrankung, Erkrankungen der Lymphbahnen, Eiweißmangel usw. Bei Herzerkrankungen führt eine Herzmuskelschwäche zu einer Verminderung der Pumpleistung des Herzens. Hieraus resultiert eine Verlangsamung des Blutstromes, wodurch es zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen kommt. Auch bei Krampfadern liegt letztlich eine Verlangsamung des Blutstromes der Ödembildung zu Grunde. Harmlose Ödemursachen sind hormonelle Schwankungen z.B. im normalen Regelzyklus der Frau. Auch Hitze, langes Stehen, langes Sitzen, kann zu Wasseraufnahme in den Beinen führen.