Diabetesforschung
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Typ-1-Diabetes kurz nach der Diagnose heilen?

Kann der Wirkstoff Interleukin-2 bei neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes die Funktion der Bauchspeicheldrüse retten? Dies untersucht eine europäische Forschergruppe im Rahmen der DIABIL-2 Studie. Teilnehmer werden noch gesucht.

Erkrankung eine „Laune der Natur“

Mehr als 30.000 Kinder in Deutschland erkranken in jedem Jahr neu an Typ-1-Diabetes. Für die weitaus meisten war die Erkrankung bis zum Tag der Diagnose noch nie ein Thema, denn nur selten sind auch die Eltern betroffen. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse nach und nach absterben. Der Körper richtet seine Immunabwehr gegen das eigene Organ – eine „Laune der Natur“, deren tatsächliche Ursachen bisher nicht ganz erforscht sind. Schon bei der Geburt sind die Weichen gestellt. Mit falscher Ernährung und zu viel Zuckerkonsum hat die Erkrankung nichts zu tun.

Typ-1-Diabetes erfordert bisher eine lebenslange Insulinbehandlung

Heilbar ist Typ-1-Diabetes bisher nicht. Ansätze zu Heilung werden seit Jahren erforscht – bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Eine mögliche Lösung wäre es, der Bauchspeicheldrüse funktionierende Betazellen zurückzugeben (darüber haben wir mehrfach berichtet). Eine andere Möglichkeit untersuchen jetzt europäische Forscher im Rahmen der DIABIL-2 Studie. In Deutschland sind das Institut für Diabetesforschung und die Technische Universität München beteiligt. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich durch die Gabe von niedrig-dosiertem Interleukin-2 die Funktion der Betazellen retten lässt, solange die Diagnose Typ-1-Diabetes noch „frisch“ ist.

Interleukin-2 wird bereits erfolgreich eingesetzt

Kurz nach der Diagnose des Typ-1-Diabetes sind noch funktionierende Betazellen in der Bauchspeicheldrüse vorhanden. Ziel ist es, deren Funktion durch die Gabe von niedrig-dosiertem Interkeukin-2 zu erhalten. Bei Interleukin-2 handelt es sich um einen natürlichen Botenstoff, der von bestimmten Immunzellen (den sogenannten „T-Zellen“) freigesetzt wird. Er sorgt für den reibungslosen Ablauf der Immunabwehr, die bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes eine wichtige Rolle spielt. Bei der Therapie von anderen Autoimmunerkrankungen und in der Krebstherapie wird Interleukin-2 bereits erfolgreich angewendet.

Neu diagnostizierte Typ-1-Diabetiker können an der Studie teilnehmen

Im Rahmen der DIABIL-2 Studie werden die Teilnehmer ein- bzw. zweimal wöchentlich über ein Jahr mit einem Studienmedikament behandelt, das subkutan gespritzt wird. Teilnehmen können Kinder und Erwachsene im Alter zwischen zwölf und 35 Jahren, bei denen ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert und deren Insulinbehandlung vor weniger als zwei Monaten begonnen hat.

Weitere Informationen dazu gibt es beim

Institut für Diabetesforschung
Tel. 0800 – 828 48 68 (kostenfrei)
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de