Typ-2-Diabetes Unterschiede bei Männern und Frauen
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Typ-2-Diabetes: Höheres Risiko für Männer

Bei Typ-2-Diabetes gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Männer haben ein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken, auch weil sie mehr „ungünstiges“ Fett besitzen. Frauen sind dagegen lange Zeit durch Hormone geschützt. Dies zeigen Zahlen aus Österreich.

Daten zu Typ-2-Diabetes bei Frauen und Männern

Bei Typ-2-Diabetes spielt die Vererbung eine wichtige Rolle. Wenn Vater oder Mutter an Diabetes erkrankt sind bzw. waren, dann steigt das eigene Risiko beträchtlich. Zudem spielen weitere Faktoren eine Rolle, wie Übergewicht und mangelnde Bewegung. Keine Untersuchung gab es bisher dazu, ob das Diabetesrisiko auch vom Geschlecht abhängt. Forscher der Universität Wien haben jetzt Zahlen* vorgelegt. Für ihre Untersuchung haben sie medizinische Studien mit den Stichworten „Diabetes“ und „Geschlecht“ zwischen 2004 und 2016 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen, wenn es um die Entstehung des Typ-2-Diabetes geht.

Männer haben mehr Bauch- und Leberfett

Danach haben Männer grundsätzlich ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Dies liegt unter anderem an der unterschiedlichen Fettverteilung zwischen beiden Geschlechtern. Männer besitzen mehr Bauch- und Leberfett als Frauen und eine niedrigere Empfindlichkeit gegenüber Insulin – Faktoren, die Typ-2-Diabetes begünstigen. Bei Frauen sammelt sich das Körperfett genetisch bedingt dagegen eher an den Oberschenkeln, was einen Schutzeffekt zu haben scheint. Zudem entfaltet bei ihnen das Hormon Östrogen eine schützende Wirkung – zumindest bis zu den Wechseljahren (Menopause).

Stress begünstigt Übergewicht bei Frauen

Noch einen Unterschied konnten die Wissenschaftler feststellen: Psychosozialer Stress und Stress im Job, verbunden mit großem Arbeitsdruck und Schlafmangel, führen bei Frauen eher zu einer Gewichtszunahme. Dies erhöht das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Männer sind dagegen eher gefährdet, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft mangelernährt war. Eine immer stärkere Rolle spielen nach den Erkenntnissen der Wiener Forscher zudem Stoffe wie Bisphenol A oder Phatalate, die in vielen Produkten aus Kunststoff enthalten sind. Auch sie erhöhen das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, wenn sie in den Körper gelangen.

* Alexandra Kautzky-Willer et al. Sex and Gender Differences in Risk, Pathophysiology and Complications of Type 2 Diabetes Mellitus; Endocrine Reviews, doi: 10.1210/er.2015-1137; 2016