Organspende bei Diabetes möglich
© BZgA/Hardy Welsch

Organspende auch mit Diabetes möglich

Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes können prinzipiell Organe spenden. Darauf weist die Patientenorganisation diabetesde.org hin. Entscheidend ist der Zustand der Organe. Altersgrenzen gibt es keine.

Bereitschaft zur Organspende ist gering

Jeder kann selbst schnell in die Situation kommen, auf eine Organspende angewiesen zu sein. Fast 10.000 Menschen sind in dieser Notlage und warten dringend auf ein Spenderorgan. Demgegenüber steht leider eine geringe Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende: 2019 haben nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 2019 bundesweit 932 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe für eine Transplantation gespendet. Weil jeder Organspendeausweis zählt, weist die Patientenorganisation diabetesDe.org nun darauf hin, dass auch Menschen mit Diabetes für die Organspende in Frage kommen. Der Diabetes ist hier kein Ausschlusskriterium.

Der Zustand der Organe ist entscheidend

Die Organe eines Menschen dürfen nur entnommen werden, wenn die betreffende Person hirntot ist, ein Organspendeausweis vorliegt oder die Zustimmung in einer Patientenverfügung festgehalten wurde. Ärzte entscheiden individuell anhand des Zustands der Organe über ihre Eignung zur Spende. „Sind diese gesund und funktionsfähig, kommen auch Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes als Spender infrage“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim. Darüber hinaus gebe es auch keine feste Altersgrenze für Organ- und Gewebespenden. Unwichtig ist für die Ärzte das Wissen über den Diabetes des Spenders allerdings nicht. Wenn sich Menschen mit Diabetes für einen Organspendeausweis, entscheiden, sollten sie ihre Erkrankung auf dem Dokument unter „Platz für Anmerkungen/Besondere Hinweise“ angeben.

Bei Nieren kommt auch eine Lebendspende in Frage

Auch Menschen mit Diabetes können in die Situation kommen, dringend auf eine Organspende angewiesen zu sei. „Das gilt besonders für Betroffene mit chronischem Nierenversagen aufgrund einer Nephropathie“, sagt Professor Haak. Steht zum jeweiligen Zeitpunkt kein Spenderorgan eines Verstorbenen zur Verfügung, gibt es auch die Möglichkeit, über einen Lebendspender eine neue Niere zu erhalten. Diese Option ist in Deutschland jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft: Lebendspender müssen medizinisch geeignet, volljährig und einwilligungsfähig sein und freiwillig ihr Einverständnis zur Entnahme geben. Die Lebendspende ist außerdem nur an Verwandte ersten und zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Verlobte oder andere Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit nahestehen, erlaubt.

Dürfen Menschen mit Diabetes Blut spenden?

Blut hingegen können zumindest Insulin-behandelte Menschen mit Diabetes Typ 1 oder 2 nicht spenden. Wer an Diabetes Typ 2 erkrankt ist, jedoch keine Insulintherapie benötigt und eine stabile Stoffwechsellage aufweist, kann grundsätzlich Blut spenden. Von einer Stammzellspende sind Menschen mit Diabetes unabhängig von ihrem Typ und der Therapie wegen erhöhter Risiken für Spender und Empfänger generell ausgeschlossen.

Quelle: Information der Organisation diabetesDE vom 17. Februar 2020