Gute und schlechte Fette
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Kokosöl – schlechter als sein Ruf

Kokosöl gilt als gesundes Nahrungsmittel – zu Unrecht, sagt die Amerikanische Herzgesellschaft. Denn Kokosöl besteht überwiegend aus gesättigten Fetten, und die seien – nicht nur für Menschen mit Diabetes – schlecht für die Herzgesundheit. Butter und Vollmilch bekommen in der aktuellen Stellungnahme der Herzexperten ebenfalls ihr Fett weg.

Kokosöl ist nicht gesund

Kokosöl hat inzwischen in deutschen Biomärkten einen festen Platz im Regal erobert. Das „Trend-Öl“ wird vor allem in der veganen Küche gefeiert. Es ist vielseitig verwendbar und wird deshalb auch in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie gerne eingesetzt. Neu ist der Trend nicht. Schon Oma kochte und briet gerne mit „Palmin“ – nichts anderes als Kokosfett, allerdings deutlich preisgünstiger als das hippe Kokosöl im Biomarkt heutzutage. Aus Sicht von Herzexperten sollte man Kokosöl allerdings ganz schnell wieder ins Regal zurückstellen. Denn die enthaltenen Fettsäuren sind zu 82 Prozent gesättigt und damit schädlich für die Herzgesundheit.

Gute Fette, schlechte Fette

In einer aktuellen Veröffentlichung bewertet die Amerikanische Herzgesellschaft (American Heart Association) Öle und Fette im Hinblick auf ihren Beitrag zur Vermeidung von Herz-Kreislauferkrankungen.Hier schneiden gesättigte Fette schlecht ab. Sie sind in Kokosöl, aber auch in Palmkernöl enthalten, das häufig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. Auch Butter und Vollmilch werden als problematisch eingestuft, weil sie ebenfalls gesättigte Fettsäuren enthalten und für viele Menschen einen verhältnismäßig hohen Anteil an der täglich Ernährung ausmachen.

Mehrfach ungestättigte Fettsäuren tragen zur Herzgesundheit bei

Günstig, aber noch nicht optimal, sind Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen vor allem Sonnenblumenöl und Olivenöl. Doch es geht nach Aussage der Herzgesellschaft noch besser – wenn man Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren verwendet. Dazu zählen Erdnussöl, Maisöl, Sojabohnenöl und vor allem Distelöl. Letztes hat mit 75 % den höchsten Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Gesundes Öl muss also gar nicht teuer sein, denn diese Öle kommen eher unspektakulär daher und sind im Supermarkt preisgünstig zu haben.

Bei ihren Aussagen stützen sich die Wissenschaftler auf eine Reihe von Studien aus der Vergangenheit. Sie führen unter dem Strich zu der Kernaussage, dass Menschen, die gesättigte Fettsäuren in der Ernährung meiden, besser vor Herz-Kreislauferkrankungen geschützt sind.

*Sacks Frank M et al. Dietary Fats and Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association. Circulation , ,