Diabetesrisiko: Gewicht und Bewegung

Übergewicht abbauen ist das Wichtigste

Diabetesrisiko: Gewicht und Bewegung
Neben der erblichen Veranlagung sind es ein sitzender Lebensstil und das Übergewicht, die mit den Jahren geradlinig zum Typ-2-Diabetes führen. Aber wieviel Gewicht bringen diese einzelnen Faktoren auf die „Risikowaage“? Und reicht es, wenn Dicke sich ein bisschen mehr bewegen?
Um diese Frage zu klären, beobachteten amerikanische Forscher den Einfluss von Aktivität und Körperfett bzw. beidem auf das Diabetesrisiko von nahezu 69.000 Frauen der Nurses Health Study. Die Daten wurden von 1986 bis 2002 gesammelt. Eingeschlossen in die Untersuchung wurden Krankenschwestern, die zu Beginn weder Diabetes, noch Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen aufwiesen. Ihre körperliche Aktivität dokumentierten die Frauen anhand der wöchentlichen Stundenzahl mit mäßiger bis kräftiger Bewegung. Das Körpergewicht ging als Body Mass Index (BMI 20-25 = Normalgewicht, BMI > 30 = Fettsucht/Adipositas) und als Taillenumfang ein.
Ein Taillenumfang über 80 cm gilt bei Frauen nach einer strengen Definition schon als ein Bestandteil des metabolischen Syndroms, somit als starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mit den möglichen Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall).
Während der 16 Jahre entwickelten 4030 Frauen einen Diabetes. Ihr Risiko stieg erwartungsgemäß mit dem BMI: Adipöse Frauen hatten eine 28-fach höhere Wahrscheinlichkeit, zuckerkrank zu werden, als schlanke Geschlechtsgenossinnen mit einem BMI bis 21. Entsprechendes galt für den Taillenumfang.
Im Vergleich zu dieser „dicken“ Gefahr nahm sich der Einfluss der körperlichen Aktivität recht „dünn“ aus: Inaktive Frauen hatten gegenüber denjenigen, die sich zehnmal mehr bewegten, ein nur 2,4-fach erhöhtes Diabetesrisiko, und zwar unabhängig von ihrer Gewichtsklasse.

Übergewicht wiegt am schwersten
Dann wertete man BMI und körperliche Aktivität zusammen aus: Im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe der selben Studie (körperlich aktive, schlanke Frauen: Diabetesrisiko = 1) hatten

  • inaktive, adipöse Frauen ein 17-fach höheres Diabetesrisiko
  • aktive, aber adipöse Frauen immer noch ein 11-fach erhöhtes Risiko
  • inaktive, aber schlanke Frauen jedoch ein nur verdoppeltes Risiko
Körperlich inaktiv nein ja nein ja
Diabetesrisiko 1 2,08 10,74 16,75

Fazit
Übergewicht und Inaktivität sind unabhängige Risikofaktoren für Diabetes, jedoch trägt das Übergewicht um ein Vielfaches mehr zur Stoffwechselverschlechterung bei als mangelnde Bewegung. Übergewichtige müssen also in erster Linie abnehmen; mehr Bewegung ist dazu zwar eine wichtige Maßnahme, sie wird jedoch alleine die fortschreitende Verschlechterung der Stoffwechsellage kaum aufhalten. Bewegung muss dringend um die gesündere Ernährung und gegebenenfalls medikamentöse Maßnahmen ergänzt werden.