Diabetes schadet der Blase

Dauerhaft erhöhter Blutzucker schwächt die Blasenfunktion

Diabetes schadet der Blase

Die Hälfte aller Diabetiker bekommt langfristig Probleme mit der Blase. Ein vermeidbarer Fehler daran ist, dass viele Betroffene gar nicht wissen, dass ein hoher Blutzuckerspiegel der Blase schadet. Doch mit der Dauer einer Diabetes-Erkrankung steigt die Wahrscheinlichkeit einer Inkontinenz immer mehr an.

Auch wenn heute noch immer nicht eindeutig geklärt ist, auf welchem Wege der Diabetes mellitus den Harntrakt in seiner Funktion beeinträchtigt, so steht doch mindestens eines fest: Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Blasennerven. Bei vielen Patienten äußert sich das in Form einer überaktiven Blase: Die Muskulatur der Blasenwand zieht sich spontan zusammen, um die Blase zu entleeren – obwohl sie noch gar nicht voll ist. Aufgrund des quälenden Harndrangs wird der Weg zur nächsten Toilette für viele zu lang, so dass die Urinabgabe, weil sie oft nicht mehr der eigenen willentlichen Kontrolle unterliegt, zu früh erfolgt.

Andere Diabetiker nehmen lange Zeit die Funktionseinschränkung ihrer Blase gar nicht wahr. Sie verlieren das Gefühl dafür, dass ihre Blase sich immer mehr füllt. Dadurch können sich große Harnmengen dort sammeln, ohne dass die Betroffenen Harndrang verspüren. Der ständig vorhandene Urin liefert den Nährboden für Harnwegsinfekte. Im äußersten Fall kommt es zu einer Überlaufinkontinenz: Die prallvolle Blase kann sich aktiv nicht mehr entleeren, sie läuft dann über und verliert permanent kleine Mengen Urin.

Risikofaktor Zeit

Die Krankheitsdauer spielt beim Einfluss des Diabetes auf die Blasenfunktion eine wesentliche Rolle. „Diabetiker, die länger als zehn Jahre an einem erhöhten Blutzuckerspiegel leiden, erkranken doppelt so häufig an einer Blasenschwäche wie stoffwechselgesunde Menschen. Dieser Zusammenhang ist nicht nur wenig bekannt, meist wird auch vielen Betroffenen erst zu spät bewusst, dass sie ein Problem mit ihrer Blase haben“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Unbehandelt können die Probleme mit der Blase zu schwerer Inkontinenz führen. Diabetiker sollten daher sowohl den Blutzucker regelmäßig kontrollieren, als auch ihre Blasenfunktion im Blick haben.

Gezielte Kontrolle hilft vorbeugen

Ein normaler Blutzuckerspiegel schützt am besten vor den zahlreichen Folgeerkrankungen, die durch Diabetes hervorgerufen werden können. Vermeintliche Alterserscheinungen wie die Blasenschwäche bessern sich oft sogar, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist. Experten empfehlen zudem, dass sich Diabetiker beim Arzt gezielt untersuchen lassen, um mögliche Probleme mit der Blase rechtzeitig zu erkennen und ein Fortschreiten der Funktionsstörung zu verhindern.

Mit der Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ informiert die Deutsche Seniorenliga (DSL) über Ursachen, Symptome und Behandlungsformen der Inkontinenz. Sie gibt praktische Tipps für den Alltag und möchte Mut machen, aktiv gegen Blasenprobleme vorzugehen. Der kostenlose Ratgeber kann im Internet oder schriftlich bei der DSL bestellt werden.

Bestelladresse
Deutsche Seniorenliga e.V.
Heilsbachstraße 32
53123 Bonn
www.dsl-blasenschwaeche.de