Nephropathie, diabetische

Der Begriff Nephropathie steht für Nierenerkrankungen. Unter diabetischer Nephropathie versteht man Veränderungen an den Nieren, die als sogenannte Spätkomplikationen nach jahrelanger Diabetesdauer entstehen und in der Regel beidseitig auftreten. Die diabetische Nephropathie ist kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern die Summe unterschiedlichster Veränderungen, die im Gefolge der diabetischen Stoffwechsellage in den Nieren entstehen können: Entzündungen, Gefäßveränderungen, Erkrankungen des Filterapparates der Niere (= Glomerula). Wie alle Spätschäden ist die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie abhängig von der Diabetesdauer, sowie ganz entscheidend auch von der Güte der Diabeteseinstellung: je besser die Zuckereinstellung, um so länger läßt sich die Entwicklung der diabetischen Nephropathie hinauszögern und unter Umständen ganz vermeiden. Ein wichtiges Zeichen für das Vorliegen einer Nephropathie ist der Nachweis einer Eiweißáusscheidung im Urin. Normalerweise ist das Nierenfilter nicht durchlässig für Eiweiß. Im Falle einer Schädigung z.B. durch Einlagerung von Zucker in die Eiweißmembran, ändert sich das Filter und wird „porös“. Eine spezielle Behandlungsmöglichkeit für die Nephropathie gibt es nicht, um so wichtiger ist ihre Verhütung durch gute Stoffwechselergebnisse. Nicht selten führen Nierenerkrankungen zu Erhöhungen des Blutdrucks, der seinerseits wiederum zu einer zusätzlichen Nierenschädigung führen kann. Aus diesem Grunde ist eine Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte beim Diabetiker von ganz besonderer Bedeutung.