Kategorie-Archiv: N

Null-Diät

Heute nicht mehr verwendete drastische Methode zur Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen. Hierbei werden keinerlei Kalorien, sondern lediglich kalorienfreie Flüssigkeiten verabreicht. Null-Diäten werden heute nicht mehr durchgeführt, da diese Behandlungsform aufgrund einer dabei möglicherweise entstehenden Übersäuerung des Blutes, insbesondere für ältere Menschen zu große Risiken birgt.

Nüchternblutzucker

(NBZ) = im nüchternen Zustand morgens abgenommener Blutzuckerwert. Der NBZ des Stoffwechselgesunden liegt normalerweise unter 100 mg/dl.

NPH-Insulin

Verzögerungsinsulin (siehe dort). Durch den Zusatz von Protamin wird eine verzögerte Resorption des gespritzten Insulins bewirkt. NPH = Neutral-Protamin-Hagedorn, benannt nach Hagedorn, der das Protamininsulin 1936 entwickelte. Protamin verhindert die Löslichkeit des Insulins bei neutralem pH-Wert. NPH-Insulin kann als Monopräparat verwendet werden oder mit Altinsulin gemischt werden.

Normoglykämie

Im Normbereich liegende Blutzuckerwerte. Normoglykämie d.h. normale Blutzuckerwerte zu erreichen, ist heute das Therapieziel bei allen Typ-1- und jüngeren Typ-2-Diabetikern.

Nierenschwelle

Normalerweise ist der Urin zuckerfrei. Erst ab einem gewissen „Schwellenwert“, nämlich ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl und höher (= Nierenschwelle) scheidet die Niere Glucose aus (gleichsam einem überlaufenden Faß). Die Nierenschwelle liegt nicht bei jedem Menschen gleich hoch, sondern zeigt individuelle Unterschiede. So kann sie z.B. bei Schwangeren deutlich unter, bei älteren Menschen deutlich über 180 mg/dl liegen. Im ersten Fall hätte dies zur Folge, dass Harnzuckerausscheidungen bereits deutlich unter 180 mg/dl Blutzucker auftreten können; ist die Nierenschwelle erhöht, (z.B. auf 200 mg/dl) treten erst bei diesem Zuckerwert Ausscheidungen auf.

Niereninsuffizienz

Unfähigkeit der Nieren die normale Ausscheidungsfunktion für Wasser und giftige Stoffwechselprodukte aufrechtzuerhalten. Zwangsläufig kommt es durch die verminderte Ausscheidung zu einer erhöhten Konzentration sogen. harnpflichtiger Substanzen im Organismus, was im fortgeschrittenen Stadium zu einer „Nierenvergiftung“ führt. In diesem Stadium ist ein Weiterleben nur durch den Einsatz der „künstlichen Niere“ (Dialysebehandlung) möglich. Zu den harnpflichtigen Substanzen zählt u.a. auch das Kreatinin, dessen Anstieg über den Normbereich Rückschlüsse zuläßt auf die Minderung der Nierenfunktion. Eine Niereninsuffizienz kann akut (z.B. bei Vergiftungen), aber auch chronisch im Rahmen langsam verlaufender Nierenerkrankungen (z.B. chronische Nierenbeckenentzündung) auftreten.

NIDDM

Insulinunabhängiger Diabetes mellitus („non insulin dependent diabetes mellitus“). Diabetes, der ohne Insulin behandelt werden kann, v.a. Typ-2-Diabetes, ehe er nach längerer Dauer oder bei Auftreten von Spätkomplikationen evtl. insulinpflichtig wird.

Neuropathie, diabetische

Nervenschädigung verursacht durch Diabetes mellitus. Geschädigt werden sowohl Nerven, die für die Muskelbewegung (motorische Nervenfasern), für das Fühlen (sensible Nervenfasern) wie auch solche, die für die nervale Versorgung der inneren Organe zuständig sind (Autonomes Nervensystem). Je nach Befall der Nerven bildet sich ein unterschiedliches klinisches Bild aus: es können Muskellähmungen entstehen (motorische Neuropathie), Empfindungsstörungen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Schmerzen, Taubheitsgefühl (sensible Neuropathie) oder ein Mischbild von beiden (sensomotorische diabetische Neuropathie). Die Schädigung der Nervenversorgung innerer Organe (z.B. des Herzens oder des Darmes) wird als autonome Neuropathie bezeichnet. Sie führt zu Störungen der Herzfunktion des Magen-Darmtraktes (z.B. Verzögerung der Magenentleerung), der Harnblase, der Schweißbildung und andere mehr. Im Rahmen einer autonomen Neuropathie kommt es aber auch, und dies ist für den Diabetiker besonders bedeutsam, zu einer Verminderung der Gegenregulation nach Unterzuckerung. Dieser Umstand führt dazu, dass nach langjähriger Diabetesdauer Unterzuckerungen oft nicht oder erst verspätet bemerkt werden.
Der exakte Entstehungsmechanismus der diabetischen Nervenschädigung ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, dass überhöhte Blutzuckerwerte, d.h. ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle spielen. Einerseits führen hohe Blutzuckerwerte zu einer Verarmung des Nerven an für seine Funktion wichtigen Stoffen, zum anderen verursacht eine Zuckeraufnahme in die Eiweißbestandteile des Nerven, wie sie bei hohen Blutzuckerwerten möglich ist, eine direkte Nervenschädigung. Das Auftreten der diabetischen Neuropathie hängt eng mit der Diabetesdauer zusammen. Bei sehr schlechter Stoffwechseleinstellung wurden jedoch schwere Neuropathien bereits nach wenigen Jahren Diabetesdauer beobachtet. Die beste Behandlungsmöglichkeit der diabetischen Neuropathie ist eine optimale Diabeteseinstellung, z.B. im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie wie auch durch den Einsatz der Insulinpumpe.