Kategorie-Archiv: P

Polyneuropathie

(siehe auch Abhandlung Neuropathie) Wörtlich übersetzt bedeutet Polyneuropathie Erkrankung vieler Nerven. Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven. Diese sind Nervenleitungen, die von den Zentren (Gehirn und Rückenmark) zur Körperoberfläche ziehen. Polyneuropathien gehen mit verschiedenen Krankheitszeichen einher: Schmerzen, Mißempfindungen usw. Eine der wichtigsten Ursachen für die Polyneuropathie ist der Diabetes mellitus, wie auch der Alkoholmißbrauch.

Pessar

= Metall- oder Kunststoffring. Wird vom Frauenarzt zur Korrektur von Lageveränderungen der Gebärmutter eingeführt. Besonders geformte Pessare werden in die Gebärmutter eingelagert und dienen zur Empfängnisverhütung (= Intrauterinpessare = „Spirale“).

Peritoneal-Dialyse

(Peritoneum = Bauchfell) Die Dialyse ist ein medizinisches Verfahren mit dem im Falle des Nierenversagens giftige Stoffwechselprodukte aus dem Organismus entfernt werden. Bei der Hämodialyse geschieht dies, indem das Blut durch einen Filter geleitet wird. Die Peritonealdialyse ist ein völlig anderes Verfahren. Hierbei wird Flüssigkeit über einen Katheter in den Bauchraum eingeleitet. Diese Flüssigkeit zieht die Stoffwechselabfallprodukte entsprechend einem Konzentrationsgefälle in die freie Bauchhöhle. Das Bauchfell (Peritoneum) wirkt dabei wie eine Membran, die nur in einer Richtung, nämlich in den Bauchinnenraum für die Abfallstoffe durchgängig ist. In mehreren Spülvorgängen werden die eingelassene Flüssigkeit und damit die Giftstoffe aus dem Bauchraum entfernt, bevor neue Flüssigkeit eingefüllt wird.

Pen-Nadeln

(auch Pen-Kanülen) = spezielle Kanülen für die Insulininjektion mit dem Pen. Für den möglichst schmerzarmen Einstich ist die besonders geschliffene Nadelspitze, zum leichten Eindringen in die Haut eine Beschichtung der Nadeloberfläche verantwortlich. Da schon einzelne Injektionen zu Abnutzungserscheinungen sowohl am Schliff als auch der Beschichtung führen, sollte die Nadel regelmäßig gewechselt werden. Durch die Abnahme der Nadel vom Pen nach der vorgenommenen Injektion wird außerdem ein Eindringen von Bakterien in die Insulinampulle sowie die Bildung einer Luftblase verhindert. Für die korrekte Insulinwirkung ist auch die richtige Einstichtiefe verantwortlich. Diese hängt ab von der Dicke der Haut (Körpergewicht), den Injektionsstellen (z.B. Bauch, Oberschenkel) und der Einstichart (senkrecht oder schräg, mit oder ohne Bildung einer Hautfalte). Da neuere Untersuchungen ergeben haben, dass die Hautdicke geringer ist als bisher angenommen, können im allgemeinen kürzere Nadeln (z.B. 10 mm lang) verwendet werden.

Pen

(englisch pen = Federhalter, Füller) = Insulininjektionshilfe in Form und Größe eines Kugelschreibers in den Patronen mit Insulin eingelegt werden. Erleichtert die Insulininjektion in vielfacher Hinsicht, da insbesondere das Insulinaufziehen entfällt. Außerdem stehen für die unterschiedlichen Hautstärken sowie Injektionsstellen und -techniken verschiedene Pen-Nadeln (siehe auch dort) zur Verfügung. Der Pen läßt sich leicht aufbewahren (Jacke, Handtasche). Pen-Injektionshilfen gibt es bisher von mehreren Anbietern. Sie können allerdings nur für das Insulin des jeweiligen Herstellers verwendet werden. Ursache hierfür ist das Abfüllen des Insulins in unterschiedliche Glaspatronen. Verwendet wird durchweg U100-Insulin (d.h. 1 ml enthält 100 I.E. Insulin und ist somit 2,5-fach konzentrierter als U40). Ausnahme ist der D-Pen-U40 (Fa. Disetronic), dessen Reservoir vom Benutzer mit U40-Insulin selbst gefüllt wird.

Parästhesie

Krankhafte abnorme Empfindung. Durch Störung der sensiblen Nervenleitung (z.B. bei der diabetischen Polyneuropathie) wird eine Empfindung hervorgerufen, die im erkrankten Nerv entsteht. Dies können sein: Kribbelmißempfindungen, Schmerzparästhesien, als Sonderform „Burning Feet“ (siehe dort).

Pankreatitis

Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese kann akut verlaufen und ist dann ein meist sehr schweres Krankheitsbild. Bei einem chronischen Verlauf bestehen abgesehen von akuten Schüben oft nur diskrete Beschwerden.

Pankreatektomie

Chirurgische Entfernung des Pankreas, z.B. bei Tumorbildung oder schweren Entzündungen. Wird das gesamte Pankreas entfernt (= totale Pankreatektomie) entsteht zwangsläufig ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, da die im Pankreas gelegenen Langerhans’schen Inseln (d.h. die für die Insulinbildung verantwortlichen Zellen) aus operationstechnischen Gründen mitentfernt werden müssen.

Pankreastransplantation

Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse von Spendern auf Empfänger. Dieser operative Eingriff wird u.a. bei schweren diabetischen Nierenschädigungen, gelegentlich auch in Kombination mit einer Nierenverpflanzung durchgeführt. Nach Minderung der Abstoßungsreaktion durch Verabreichung entsprechender Medikamente und Verbesserung der Operationstechnik, ist die Pankreastransplantation in letzter Zeit etwas häufiger und mit durchaus guten Erfolgen angewendet worden. Auf Grund des Aufwandes, des Operationsrisikos, der noch notwendigen Nachbehandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, ist die Pankreastransplantation jedoch nach wie vor keine Routinemethode geworden. Sie hat sich jedoch in einigen Fällen (z.B. bei schweren Gefäßschäden) als durchaus sehr vorteilhaft erwiesen. Ein Nachteil ist, dass die Transplantate manchmal nur über eine gewisse Zeit funktionsfähig bleiben.