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Prozent war gestern

Künftig liegt das HbA1c-Ziel nicht mehr bei 7%, sondern bei 53 mmol/mol ...

Seit nun 13 Jahren dient der HbA1c-Wert dazu, die Blutzuckereinstellung der letzten 8 bis 12 Wochen wiederzugeben. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes soll er unter 7% liegen. Künftig wird als Ziel immer öfter zu lesen sein: 53 mmol/mol. - Denn die internationalen Diabetesorganisationen haben sich auf einen neuen Standard geeinigt, der genauer sein soll und weltweit eingeführt wird. Labore, Kliniken und Praxen müssen HbA1c-Werte künftig in mmol/mol angeben. Das Ende der "Prozentrechnung" wird schon in diesem Jahr eingeläutet, mit einer Übergangsfrist bis zum 31. März 2010. Für den Patienten ändert sich nichts, außer dass er gelegentlich umrechnen muss. Dies geschieht nach der Formel

HbA1c (mmol/mol) = (% HbA1c - 2,15) x 10,929

HbA1c-Einheitenrechner auf www.diabetes-news.de

Oder einfacher mit einem Rechner, der im Internet unter www.diabetes-news.de zu finden ist. Der Referenzbereich für Gesunde liegt zwischen 20 und 42 mmol/mol.


Neues Verfahren soll genauer sein

Es ändert sich nicht nur die Dimension "Prozent" zu "mmol", sondern auch das Bestimmungsverfahren der Labors. Schon bei der Einführung des HbA1c im Jahr 1996 war kritisiert worden, dass nicht exakt die Menge des verzuckerten (glykierten) Hämoglobins gemessen wird, sondern verschiedene weitere Anteile der "HbA1-Fraktion", was zu Ungenauigkeiten führt. Das tat aber der Vergleichbarkeit der Werte keinen Abbruch. Denn alle auf dem Markt befindlichen Messgeräte wurden seither auf das selbe Messverfahren geeicht.

Das soll auch in Zukunft der Fall sein. Über die Genauigkeit des neuen Verfahrens wacht eine internationale Gruppe von Referenzlaboratorien. Der neue, von der Internationalen Vereinigung für Klinische Chemie (IFCC) erarbeitete Standard geht von einer Mischung aus unverzuckerten HbA10 und HbA1c, der wichtigsten Unterfraktion des verzuckerten Hämolobins, aus. Das Analyseverfahren soll den wirklichen HbA1c-Spiegel genauer angeben als der alte.

[22.06.2009] Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Heft 17 v. 24.4.2009

Redaktion: Ralf Schlenger, Apotheker

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