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Diabetesrisiko noch genauer bestimmen

Standard-Blutuntersuchungen machen die Vorhersage des Diabetesrisikos noch genauer. Genetische Marker tun dies nicht.

Bereits 2007 entwickelten Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) den Deutschen Diabetes-Risiko-Test. Er ist im Internet unter www.dife.de als Online- oder Fragebogentest abrufbar. Einfache Angaben zu Alter, Körpermaßen, Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil erlauben jedem Erwachsenen, das persönliche Diabetes-Risiko recht genau zu bestimmen.

Nach neueren Untersuchungen lässt sich der Deutsche Diabetes-Risiko-Test durch Blutuntersuchungen noch weiter präzisieren. Insbesondere die Konzentrationen von Blutzucker, verzuckerten Hämoglobin (HbA1c), Blutfetten und Leberenzymen verbessern die Vorhersagegenauigkeit des Tests. Dagegen präzisieren genetische Daten das Testergebnis nicht.

Der erweiterte Test könnte besonders für Hausärzte hilfreich sein, um das Diabetes-Risiko ihrer Patienten genauer einzuschätzen.

Das Diabetes-Risiko zeitig bestimmen

Nur, wer sich früh eines Risikos bewusst sind, kann rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Dies würde viel persönliches Leid vermeiden und die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems zu vermindern.

Ziel der Wissenschaftler war daher, die Vorhersagekraft des Tests noch weiter zu verbessern. Sie suchten nach geeigneten und messbaren Markern im Blut und im Erbmaterial. Die Datengrundlage bildete die Potsdamer EPIC-Studie. Die Forscher analysierten 1.962 Blutproben einer Untergruppe. Dabei stammten 579 der Blutproben von Menschen, die während der etwa 7-jährigen Beobachtungszeit an einem Diabetes erkrankten. Im Rahmen der vorliegenden Studie untersuchten die Forscher acht verschiedene, für den Diabetes-Stoffwechsel relevante Blutwerte und 20 bekannte Diabetes-Gene.


Besonders mit den Werten für den Blutzucker und des HbA1c ließ sich das Testergebnis präzisieren. Die Vorhersagekraft des Tests konnte noch etwas gesteigert werden, wenn man die Werte für das HDL-Cholesterin, die Triglyceride und für bestimmte Leberenzyme mit einbezieht. Dagegen beeinflussten der Wert für den Entzündungsmarker hs-CRP, der Wert für das von Fettzellen produzierte Adiponektin und die derzeit bekannten genetischen Marker das Testergebnis nur minimal.

Nach Meinung der Erfinder des Diabetes-Risikotests haben die klassischen Risikofaktoren wie Alter, Übergewicht, Ernährung und Lebensstil bereits einen so großen Einfluss, dass der Informationsgewinn durch die derzeit bekannten genetischen Marker verschwindend gering ist. Derzeit sind mindestens 20 menschliche Gene oder Genregionen bekannt, die das Risiko, an Diabetes zu erkranken, beeinflussen.

[05.11.2009] Quelle: Diabetes Care (Schulze et al., 2009; doi: 10.2337/dc09-0197

Redaktion: Apotheker Ralf Schlenger

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