Diabetes mellitus

(griech.: „;honigsüßer Durchfluß“). Chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Charakteristische Merkmale sind Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie) und das Auftreten von Harnzucker (Glucosurie). Die Harnzuckerausscheidung hat dem Krankheitsbild den Namen gegeben. Zucker bindet Wasser und somit führt das Vorkommen von Zucker im Harn zwangsläufig auch zur vermehrten Ausscheidung von Wasser. Krankheitsbilder mit großem Harnvolumen heißen Diabetes (siehe oben). Der Zusatz „mellitus“ (= honigsüß) erklärt sich durch den infolge Zuckergehaltes süßen Geschmack des Urins. Diese merkwürdige Namensgebung entstammt einer Zeit, als man weder Blutzucker noch Urinzucker messen konnte und sich allein auf die Beurteilung durch die menschlichen Sinne wie Schmecken, Riechen usw. beschränken mußte. Diabetes mellitus ist kein einheitliches Krankheitsbild. Gemeinsam ist allen Formen die Unfähigkeit, bzw. Einschränkung der Fähigkeit Traubenzucker (Glucose) zu verstoffwechseln. Die Ursachen sind vielfältig. In der Regel besteht ein Insulinmangel, in manchen Fällen ist die Wirksamkeit des an sich in ausreichender Menge gebildeten Insulins vermindert (Insulinresistenz). Gelegentlich führt die vermehrte Bildung von blutzuckersteigernden Hormonen (z.B. Cortison) zu Diabetes. Um die verschiedenen Diabetesformen etwas überschaubarer zu machen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 eine Einteilung vorgeschlagen, die mittlerweile weitgehend anerkannt wird. Die neue Einteilung hat die früher gängigen Begriffe wie jugendlicher Diabetes oder Altersdiabetes verdrängt. Es wird folgendermaßen unterschieden:

  1. Diabetes mellitus Typ 1 (Beta-Zell-Zerstörung, die zum absoluten Insulinmangel führt)
    A. Immunologisch bedingt
    B. Idiopathisch
  2. Diabetes mellitus Typ 2
    (reicht vom Vorwiegen der Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zum Vorwiegen des Sekretionsdefekts mit Insulinresistenz)
  3. Andere Diabetestypen mit unbekannten Ursachen
  4. Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)