Kategorie-Archiv: Veranstaltung

47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Deutsche Diabetes Gesellschaft mit Diabetes Kongress in Stuttgart
Menschen mit Diabetes behandeln und begleiten

Stuttgart – Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung, Vorbeugung und Therapie des Diabetes mellitus sowie bewährte Therapiestandards sind die Themen des Diabetes Kongress 2012, der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Unter dem Motto „MITmachen – Motivieren, Integrieren, Therapieren“ findet die führende Jahresveranstaltung zur Stoffwechselerkrankung Diabetes im deutschsprachigen Raum vom 16. bis 19. Mai 2012 im Congresscenter Stuttgart statt. Jedes Jahr bilden sich mehrere tausend Ärzte, Diabetesberater und weitere in der Diabetologie Tätige auf dem Kongress fort, Wissenschaftler diskutieren neueste Erkenntnisse. Vorträge aus der Diabetes-Forschung, zu Vorbeugung und Therapie, Bewegung und Ernährung stehen beim Diabetes Kongress 2012 ebenso im Fokus wie Herzerkrankungen bei Diabetes oder die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1.

Das Motto „MITmachen – Motivieren, Integrieren, Therapieren“ steht für die Kernthemen des Diabetes Kongress 2012, der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG): „Jede Diabetes-Therapie kann nur optimal gelingen, wenn alle am Behandlungsprozess Beteiligten mitmachen“ sagt Kongresspräsident Professor Dr. med. Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim, Bad Mergentheim. Ärzte, Diabetesberater, Psychologen und der Patient seien gefordert. „Somit stellen wir mit diesem Motto den aktiven und informierten Menschen in den Mittelpunkt, dies entspricht unserer Haltung in der Diabetologie und dem Leitbild unseres Handelns“,ergänzt Diabetes-Experte Haak.

Entsprechend dem Kongressmotto sind Vorträge, Symposien und Kurse auf dem Kongress jeweils einem der Hauptthemen „Motivieren“, „Integrieren“, „Therapieren“ und „Mitmachen“ zugeordnet. Der Schwerpunkt „Motivieren“ umfasst beispielsweise Vorträge zu Themen wie Psychologie, Schulung, Diabetes und Gehirn. „Hier geht es um psychische Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes, ihre Ziele, Bedürfnisse und Probleme“, erläutert Professor Haak. Der Kongresspräsident greift zudem die entscheidende Frage auf, wie sich eine dauerhaft stabile Lebensstiländerung erreichen lässt. Unter dem Schwerpunkt „Integrieren“ erörtern die Referenten in den Veranstaltungen Themen aus Grundlagenforschung, Genetik, Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung. Im Schwerpunkt „Therapieren“ informieren Experten außerdem über die Vorbeugung von Diabetes, neue Technologien oder chirurgische Behandlungsmöglichkeiten. „Mitmachen ist dabei die alles umfassende Klammer“, sagt Professor Haak: Pro- und Contra-Diskussionen, TED-Sessions, Kontroversen und Workshops laden die Teilnehmer dazu ein, den Kongress aktiv mitzugestalten.

Das wissenschaftliche Programm des Kongresses beginnt am 17. Mai 2012. Industrieveranstaltungen und eine Ausstellung mit Firmen und Verbänden ergänzen die Fachtagung. Die Teilnahmegebühren betragen – je nach Anmeldedatum – zwischen 115 und 320 Euro. Mitglieder der DDG und assoziierter Gesellschaften erhalten Ermäßigungen. Für Studenten und Doktoranden beträgt die Tagungsgebühr unabhängig vom Anmeldezeitpunkt 35 Euro. Kontakt für Anmeldungen: K.I.T. GmbH, Association & Conference Management Group, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel.: 01803 470002, Fax: 030 24603200. Alle Informationen zum Diabetes Kongress 2012 sind im Internet unter www.ddg2012.de erhältlich.

Hauptthemen des Diabetes Kongress 2012

Zur besseren Übersichtlichkeit und Planung der individuellen Kongressteilnahme hilft ein Track-System, welches in verschiedene, entsprechend farbig gekennzeichnete Schwerpunkte aufgeteilt ist. Das Programmkomitee bemühte sich dabei, sowohl ein Forum zum Austausch neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bieten als auch Fortbildungspunkte zu berücksichtigen.
Entsprechend des Kongressmottos wurden folgende Hauptthemen gewählt:

Motivieren:

  • Psychologie, Schulung, Diabetes und Gehirn, Lebensqualität
  • Young Scientists

Integrieren:

  • Grundlagenforschung, experimentelle Diabetologie, Genetik
  • Gesundheitsökonomie, Qualitätssicherung, Versorgungsforschung

Therapieren:

  • Prävention, Klinische Diabetologie, Komplikationen
  • Neue Technologien, Medikamente, Chirurgische Intervention bei Diabetes

Mitmachen:

  • Pro- und Contra-Diskussionen, TED-Sessions, Kontroversen
  • Workshops (kosten- / anmeldepflichtig)

Entnehmen Sie das vorläuftige Programm den PDF Dateien siehe unten.
oder besuchen Sie www.ddg2012.de

Von der Versorgung im Kindesalter zur Eigenverantwortung als Erwachsener

Jugendliche mit Diabetes Typ 1 altersgerecht zur Therapie motivieren und unterstützen

Leipzig – Jährlich erkranken etwa 2500 Kinder und Jugendliche in Deutschland neu an Diabetes Typ 1. Ist die Stoffwechsellage bei Patienten im Kindesalter meist gut, verschlechtert sie sich häufig mit Eintritt in die Pubertät. Ursachen sind neben hormonellen Veränderungen die abnehmende Motivation für die extrem Disziplin fordernde Insulintherapie. Haben Teenager plötzlich keine Lust mehr, in der Schule und am Nachmittag öffentlich Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen, führt dies neben zu hohen Blutzuckerwerten vor allem zu Konflikten mit Eltern, aber auch zu Spannungen beim Termin in der Diabetesambulanz. Experten diskutieren bei der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig darüber, wie sie jugendliche Patienten so beraten und „coachen“ können, dass sie ihre vorhandenen Ressourcen aus anderen Lebensbereichen auf die Insulintherapie im Alltag übertragen lernen. Die 46. Jahrestagung der DDG findet vom 1. bis 4. Juni 2011 im Congress Centrum Leipzig statt.

Die Pubertät ist eine Zeit der Veränderung: Jugendliche machen nicht nur einen körperlichen Wandel durch, auch ihre Identität entwickelt sich in großen Schritten. Teenager mit Diabetes Typ 1 stehen in der Pubertät zusätzlich vor der Herausforderung, ihre chronische Erkrankung und die damit verbundene lebenslang notwendige Insulintherapie akzeptieren zu müssen. Ungefähr sechsmal täglich müssen sie Blutzucker messen, die Kohlenhydrate ihrer Nahrung und die notwendige Insulinmenge berechnen und spritzen – ‚Urlaub vom Diabetes’ gibt es nicht. Die Insulintherapie gibt dem Leben einen ganz eigenen Rhythmus vor, und dieser besteht immer, ob im Alltag und auch am Wochenende, Tag und Nacht. Gelingt es nicht, die Insulintherapie als zu meisternde Herausforderung im Leben zu sehen, kommt es nicht selten zu einem Nachlassen in der Therapiedurchführung und durch das Fehlen von Insulingaben zu einer verschlechterten Stoffwechsellage. Auf lange Sicht führt dies zu den gefürchteten diabetesbedingten Folgeschäden.

„Bis zur Pubertät sorgen die Eltern als Manager der Erkrankung dafür, dass ihre Kinder zumeist sehr regelmäßig spritzen und eine gute Stoffwechsellage und auch eine altersgemäße Selbständigkeit in der Therapieführung erreichen“, erklärt Dr. med. Simone von Sengbusch, Kinder- und Jugendärztin und Diabetologin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lübeck. Mit Beginn der Pubertät und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Umgang mit dem Diabetes vernachlässigen viele Jugendliche ihre Therapie. Sei es, weil nun neue Interessen ihren Tagesablauf bestimmen, weil sie nicht mehr ‚anders’ als ihre gesunden Altersgenossen essen und leben möchten oder die Erkrankung einfach noch nicht zu ihrem sich entwickelnden neuen Selbstbild passt. „Oft kommen Eltern frustriert in die Diabetessprechstunde, weil ihre Kinder plötzlich Hobbys und vor allem die Zugehörigkeit zu ihrem Freundeskreis stärker in den Vordergrund rücken als ihre Insulintherapie“, berichtet die Diabetologin. „Dies führt zu Frustration und auch Streit zwischen Eltern und Teenagern, der sich manchmal in den Sprechstunden fortsetzt“.

Ärzten und Diabetesberatern verlangen solche Situationen besonderes Einfühlungsvermögen sowie gute kommunikative und pädagogische Fähigkeiten ab. Diplompsychologin Louise Marshall rät ihnen, sich explizit den Teenagern zuzuwenden. „Das Gespräch muss mit den Jugendlichen stattfinden und nicht über sie. Die heranwachsenden Patienten müssen sich als Verhandlungspartner ernst genommen fühlen.“ Wie sich schwierige Situationen bei der Beratung von Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 und ihren Eltern überwinden lassen, ist daher Thema des Symposiums „Diabetes Teen Talk“ auf der 46. Jahrestagung der DDG vom 1. bis 4. Juni 2011 in Leipzig.

Terminhinweise:

Symposium:
Diabetes Teen-Talk – Bewältigung schwieriger Beratungssituationen
in der Diabetesambulanz
Freitag, 3.Juni 2011, von 13.00 bis 14.00 Uhr
Vortragssaal 2.1 „Paul Langerhans“ im  Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

Vorab-Pressekonferenz
Termin: Mittwoch, den 25. Mai 2011 von 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Raum D 0015 „Ludwig Cerutti“ im Frauen- und Kinderzentrum des Universitätsklinikums Leipzig, Liebigstr. 20a, 04103 Leipzig

Themen und Referenten:

Highlights der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft:
Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn
Professor Dr. med. Olga Kordonouri
Tagungspräsidentin 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
(DDG), Chefärztin am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover

Adipositaschirurgie bei Kindern und Jugendlichen: Bei welchen Patienten ist sie sinnvoll?
Professor Dr. med. Holger Till
Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig

Moderne Therapieansätze für Menschen mit Diabetes Typ 2 in der Praxis
Privatdozent Dr. med. Rainer Lundershausen
Pressesprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Erfurt

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, den 03. Juni 2011 von 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL), Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Themen und Referenten:

Resümee der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft:
Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn
Professor Dr. med. Olga Kordonouri
Tagungspräsidentin 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
(DDG), Chefärztin am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover

„Dialog“: Referenzzentren für Kinderdiabetes als Modell für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Europa
Professor Dr. med. Thomas Danne
Vorstandsvorsitzender diabetesDE
Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Hannover

„Dialog”: IDF Atlas – Aktuelle Daten und zukünftige Entwicklung der Diabetesprävalenz in Deutschland
Dr. med. Wolfgang Rathmann MSPH (USA)
Stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ)

„Erfahrung”: Aktuelle Therapie des Typ 2 Diabetes: Folgeerkrankungen reduzieren durch sichere Zielwerterreichung unter Vermeidung von Hypoglykämien
Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Vizepräsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück

„Gewinn”: Deutschland und der nationale Diabetes-Plan, aktueller Stand
PD Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM)

Erforschung und Therapie von Diabetes Typ 2

Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Krebs im Fokus der Forschung
Leipzig – Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein erhöhtes Krebsrisiko. Dass Übergewicht, insbesondere Bauchfett, das Risiko sowohl für Diabetes Typ 2 als auch für Krebs steigert, ist erwiesen. Die genauen Zusammenhänge zwischen der Stoffwechselerkrankung und Krebs sind jedoch bislang unklar. Über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung diskutieren Experten auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die 46. Jahrestagung der DDG findet vom 1. bis 4. Juni 2011 im Congress Centrum Leipzig statt.

Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein erhöhtes Risiko an Darm-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Brust-  und  Gebärmutterkrebs zu erkranken. Schon vor der klinischen Manifestation des Diabetes mellitus ist ihr Krebsrisiko gegenüber dem der Normalbevölkerung um das 1,7 fache erhöht, so das Ergebnis der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“-Studie (EPIC). Einige Wissenschaftler vermuten, dass der über Jahre hinweg erhöhte Insulinspiegel – hervorgerufen durch die Insulinresistenz – für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich ist. Hohe Insulinspiegel können den Rezeptor für den sogenannten „Insulin-like growth factor“ (IGF) aktivieren, der wiederum die Zellteilung im Gewebe anregt und so das Tumorwachstum fördern könnte. Doch bewiesen ist das nicht. Einige Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen IGF und Krebs – andere nicht.
Ebenso unzureichend ist aus wissenschaftlicher Sicht die Datenlage zum Thema Insulintherapie und Krebsrisiko. Zwar hatte eine Daten-Analyse von etwa 130 000 Patienten in Deutschland 2009 einen Zusammenhang zwischen der Anwendung des Insulinanalogons Glargin und der Entstehung von Krebs gefunden. Das Ergebnis des Wissenschaftlichen Instituts der AOK und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wurde jedoch in anderen großen Untersuchungen nicht bestätigt. „Es gibt derzeit keinen verlässlichen Hinweis, dass Insulin oder ein Insulinanalogon die Krebshäufigkeit erhöhen“, so Professor Dr. Dr. Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam – Rehbrücke (DIfE).
Ein Zusammenhang zwischen Diabetes, Adipositas und Krebs ist indes unumstritten: Übergewichtige Menschen mit großem Bauchumfang, so zeigen zahlreiche Studien, haben sowohl ein erhöhtes Diabetes- als auch ein erhöhtes Krebsrisiko. Wer Pfunde verliert, kann – auch als Diabetiker – die Krebsgefahr senken. „Die Gewichtskontrolle sollte immer Bestandteil der Diabetes-Therapie sein“, fordert deshalb Hans-Georg Joost. Dabei gehe es vor allem darum, dass gefährliche Bauchfett zu reduzieren. Sowohl eine gesunde Ernährung als auch regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen.

Terminhinweise:

Symposium:
Insulintherapie des Typ-2-Diabetes
Donnerstag, 2. Juni 2011, von 13.00 bis 14.30 Uhr
Vortragssaal 2.1 „Paul Langerhans“ im Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, den 03. Juni 2011 von 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL), Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Themen und Referenten:

Resümee der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft:
Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn
Professor Dr. med. Olga Kordonouri
Tagungspräsidentin 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
(DDG), Chefärztin am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover

„Dialog“: Referenzzentren für Kinderdiabetes als Modell für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Europa
Professor Dr. med. Thomas Danne
Vorstandsvorsitzender diabetesDE
Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Hannover

„Dialog”: IDF Atlas – Aktuelle Daten und zukünftige Entwicklung der Diabetesprävalenz in Deutschland
Dr. med. Wolfgang Rathmann MSPH (USA)
Stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ)

„Erfahrung”: Aktuelle Therapie des Typ 2 Diabetes: Folgeerkrankungen reduzieren durch sichere Zielwerterreichung unter Vermeidung von Hypoglykämien
Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Vizepräsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück

„Gewinn”: Deutschland und der nationale Diabetes-Plan, aktueller Stand
PD Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM)

Perspektiven für Menschen mit Diabetes und ihre Therapie

46. DDG-Jahrestagung, 1. bis 4. Juni 2011, CCL Leipzig
Dialog, Erfahrung und neue Erkenntnisse in der Diabetologie –
Perspektiven für Menschen mit Diabetes und ihre Therapie

Leipzig – Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie des Diabetes mellitus sowie bewährte Therapiestandards sind die Themen der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Unter dem Motto „Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn“ beginnt heute die wichtigste Fachveranstaltung zum Krankheitsbild Diabetes im deutschsprachigen Raum im Congress Center Leipzig. Jedes Jahr bilden sich rund 7000 Ärzte, Diabetesberater und weitere in der Diabetologie tätigen Berufsgruppen bei der Tagung fort, tauschen sich Wissenschaftler über neueste Erkenntnisse aus. Vorträge aus der Diabetes-Forschung sowie zur Vorbeugung, Bewegung und Ernährung stehen deshalb ebenso im Mittelpunkt der Tagung wie Augenerkrankungen bei Diabetes oder Behandlung von Jugendlichen mit Diabetes Typ 1.

Das Motto „Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung – Gewinn“ steht für die gesetzten Ziele der diesjährigen DDG-Jahrestagung: „Leipzig ist dieses Jahr wieder der Ort des lebendigen Dialogs in der Diabetologie“, erläutert Tagungspräsidentin und Kinderdiabetologin Professor Dr. med. Olga Kordonouri, Chefärztin am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, im Vorfeld der 46. DDG-Jahrestagung. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft verbindet Wissenschaft und Forschung, ärztliche Praxis, Pflege, alltägliche Hilfe und Beratung.
Entsprechend dem diesjährigen Kongressmotto sind die einzelnen Veranstaltungen jeweils einem der Hauptthemen „Dialog“, „Erfahrung“ und „Gewinn“ zugeordnet. Der wissenschaftliche Schwerpunkt „Dialog“ umfasst Vorträge zu den Unterthemen „Pankreas – Gehirn“, „Betazelle – Fettgewebe“, „Glukosestoffwechsel – Immunsystem“ und „Computer – Insulinpumpe (closed loop)“. Hierbei geht es zum Beispiel um Fragen wie welchen Gewinn ein künstliches Pankreas dem Patienten bringt oder welche neuen Erkenntnisse es in Bezug auf die Insulinwirkung bei Adipositas und Diabetes mellitus gibt. Unter dem Schwerpunkt „Erfahrung“ diskutieren Wissenschaftler in Veranstaltungen über Themen wie „Tausend Jahre Ernährungstherapie“, „Ein Jahrhundert Insulintherapie“ und „Versorgungsforschung im aktuellen Fokus“.

Die Eröffnung des wissenschaftlichen Programms findet am Donnerstag, den 2. Juni 2011 in Leipzig statt. Industrieveranstaltungen und eine Ausstellung mit Firmen und Verbänden ergänzen das wissenschaftliche Programm. Alle Informationen zur 46. DDG-Jahrestagung sind im Internet unter www.ddg2011.de abrufbar.

Terminhinweise:
Eröffnungsveranstaltung
46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG)
Termin: Donnerstag, 2. Juni 2011, von 11.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Vortragssaal 2.1 „Paul Langerhans“ im Congress Center Leipzig (CCL),
Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, den 3. Juni 2011 von 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

46. DDG-Jahrestagung, 1. bis 4. Juni 2011, CCL Leipzig

Spitze mit Spritze – Leistungssportler Daniel Schnelting spricht beim Diabetologen-Kongress über seine Erfahrungen mit Diabetes und Sport

Leipzig – In Deutschland sind 300 000 Menschen an Diabetes Typ 1 erkrankt. Einer davon ist Daniel Schnelting. Bei dem Deutschen Meister im 200-Meter-Lauf wurde die Krankheit an seinem fünften Geburtstag diagnostiziert. Auf der 46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig spricht er darüber, wie er es schafft, mit seiner Diabetes-Erkrankung Spitzenleistungen zu erzielen.

Diabetes Typ 1 tritt im Kindes- und Jugendalter auf. Viele Menschen mit der chronischen Krankheit meiden Sport aus Angst vor Unterzuckerungen. Denn körperliche Aktivität hat unmittelbaren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Häufig kommt es zu starken Blutzuckerschwankungen. Sinkt der Blutzucker zu sehr ab, drohen lebensgefährliche Ohnmachts-Zustände; ist der Blutzucker zu hoch, entsteht ein Energiemangel im Körper, der das Blut übersäuert und bis zum Koma führen kann. „Ich kann nur Leistungen bringen, wenn meine Blutzuckerwerte stimmen“, erzählt Daniel Schnelting. Er strebt heute einen Zielwert von 140 mg/dl an. Um das sicherzustellen, misst er an einem normalen Trainingstag seinen Blutzucker sieben bis neun Mal, an einem Wettkampftag noch häufiger. „Für mich ist das Routine wie Zähneputen“, erzählt der 25-Jährige. Je nachdem wie seine Werte sind, reguliert er dann die Insulindosis, die er sich spritzt und entscheidet, was er isst.

„Beim Sport habe ich immer Traubenzucker, Bananen und zuckerhaltige Getränke dabei, um schnell reagieren zu können.“ Auch seine Konkurrenten im Sprint wissen über seine Krankheit Bescheid. Mit großer Disziplin strebt Schnelting nicht nur nach sportlichen Höchstleistungen, sondern hält er auch seinen Diabetes im Griff. „Man darf sich nicht in Watte packen“, ist er sich sicher. „Außer vielleicht in den Weltraum fliegen, kann ich als Mensch mit Diabetes fast alles machen“, freut sich der Leichtathlet, der neben seinem Leistungssport auch noch sein Studium gemeistert hat.

Bei dem Symposium der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) beschäftigen sich Ärzte und Diabetesberater im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft am 2. Juni 2011 mit dem Zusammenspiel von Ernährung, körperlicher Aktivität, Blutzuckermessung und Insulindosierung. Die physiologischen Wechselwirkungen sind entscheidend, um eine gute Stoffwechseleinstellung vornehmen zu können. Das wiederum ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Diabetes Typ 1 leistungsfähig sind und bleiben – sei es im Sport oder in anderen Lebensbereichen.

Daniel Schnelting berichtet auf dem Fachkongress neben Ärzten und Wissenschaftlern über seine Erfahrungen und gibt Tipps für den alltäglichen Umgang mit der Krankheit vor, während und nach dem Sport. Am Tag zuvor hat er noch einen Wettkampf zu bestehen: Als einziger deutscher Starter läuft er bei einem internationalen Wettkampf in Dessau seine Paradedistanz – die 200 Meter.

Terminhinweise:
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, den 3. Juni 2011 von 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Symposium:
Sport und Ernährung bei jungen Menschen mit Typ 1 Diabetes
Termin: Donnerstag, 2.Juni 2011 von 13.00 bis 14.30 Uhr
Ort: Vortragssaal, Mehrzweckfläche ¾, Karl Stolte, Congress Center Leipzig (CCL)
Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

DDG Herbsttagung: Neue Leitlinien empfehlen optimierte Gewichtskontrolle bei Schwangerschaftsdiabetes

Aktiv für ein gesundes Kind
Neue Leitlinien empfehlen optimierte Gewichtskontrolle bei Schwangerschaftsdiabetes

Berlin – Bei fast vier Prozent aller werdenden Mütter in Deutschland stellen Ärzte die Diagnose Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes. 2010 waren rund 24 000 Frauen betroffen. Da Frauen in Deutschland heute später gebären und auch mehr Gewicht auf die Waage bringen als Schwangere in früheren Zeiten, steigt die Zahl stetig. Für das Kind können die hohen Blutzuckerwerte der Mutter langfristige Folgen mit sich bringen: es läuft Gefahr, selbst adipös zu werden und an Diabetes zu erkranken. Darüber, wie Ärzte und Patientinnen mittels einer Sport- und Ernährungstherapie gegensteuern können, diskutieren Experten auf der 5. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Veranstaltung findet vom 11. bis 12. November 2011 in Berlin statt

„Ein Gestationsdiabetes führt häufig in der nächsten Generation wiederum zu übergewichtigen Frauen, die ihrerseits wieder ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes tragen“, erklärt Tagungspräsident Privatdozent Dr. med. Michael Hummel von der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München und der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin am Klinikum Schwabing, München. Die aktuell veröffentlichte neue evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat sich zum Ziel gesetzt, diese Diabetes-Generations-Spirale langfristig zu durchbrechen. Mit der Leitlinie gibt die DDG Ärzten Informationen und Handlungsempfehlungen zu Epidemiologie, Folgen, Screening, Diagnostik und Therapie von Gestationsdiabetes. Dazu gehören unter anderem auch Hinweise zur geburtsmedizinischen Betreuung und Nachsorge, sowie zu Ernährung und Sport.

Auch auf der DDG Herbsttagung widmen sich die Experten der Frage, wie sie betroffenen Frauen dabei helfen können, ihr Gewicht zu optimieren. „Das Gewicht der Mutter ist neben den erhöhten Blutglukosewerten der entscheidende Risikofaktor für das Kind“, erklärt Hummel. „In 90 Prozent der Fälle helfen einfache Veränderungen des Lebensstils im Zuge einer Ernährungs- und Bewegungstherapie, den Diabetes in den Griff zu bekommen“. Zu den ersten therapeutischen Schritten gehört deshalb eine Ernährungsberatung.

Mehrere große Studien zeigen zudem, dass körperliche Aktivität während der Schwangerschaft das Risiko, ein übermäßig großes Kind zu bekommen, deutlich senkt. So analysierten Wissenschaftler der US-Universität Maryland bei 75 000 Schwangeren mit Gestationsdiabetes den Einfluss regelmäßiger Bewegung durch Walking, Aerobic oder Schwimmen. Wie sich zeigte, hatten körperlich aktive Frauen ein rund 13fach geringeres Risiko, besonders schwere Kinder zur Welt zu bringen als die weniger aktiven Frauen. Zur Gruppe der aktiven Frauen zählten die Forscher dabei jene Schwangeren, die sich mindestens dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten körperlich bewegten.

Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen müssen. Innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt erkranken bis zu 60 Prozent der Frauen an Diabetes mellitus Typ 2. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche. Eine angemessene Behandlung mildert nachweislich die Folgen eines Gestationsdiabetes für Mutter und Kind.

Auf der Herbsttagung der DDG informieren Experten Haus- und Fachärzte über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Therapie von Gestationsdiabetes. Privatdozent Dr. Hummel wird auf der Pressekonferenz zur Tagung am Freitag, dem 11. November 2011, im ICC Berlin in die Thematik einführen. Das vollständige Tagungsprogramm der DDG Herbsttagung vom 11. bis 12. November 2011 im ICC Berlin ist im Internet unter www.herbsttagung-ddg.de abrufbar.

Terminhinweise:

Pressekonferenz anlässlich der
5. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Termin: Freitag, 11. November 2011, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Internationales Congress Center (ICC Berlin), Tagungsraum 43
Anschrift: Neue Kantstraße/Ecke Messedamm, 14057 Berlin

Themen und Referenten:

Diabetes in Deutschland nimmt weiter zu
Die vordringlichsten Aufgaben für die Zukunft
Professor Dr. Stephan Matthaei
Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ)

Programm-Highlights des DDG Herbstkongresses
Neues aus Wissenschaft und Praxis
Privatdozent Dr. med. Martin Füchtenbusch, Tagungspräsident
Diabeteszentrum am Marienplatz, München, Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München

Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes Typ 1
Innovative Pfade bei Früherkennung und Therapie
Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Leiterin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München

Fettleibigkeit und Diabetes
Neue Strategien zur Behandlung der Adipositas
Professor Dr. med. Andreas Hamann
Diabetologische Schwerpunktpraxis in der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

Aktiv für ein gesundes Kind:
Neue Leitlinien empfehlen optimierte Gewichtskontrolle bei Schwangerschaftsdiabetes
Privatdozent Dr. med. Michael Hummel, Tagungspräsident
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin, Klinikum Schwabing, München, Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum
München

Direkt im Anschluss an die Herbsttagung findet der von diabetesDE ausgerichtete Weltdiabetestag am 13. November 2011 – ebenfalls im ICC – statt. Interessenten können sich online anmelden.

117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
30. April bis 3. Mai 2011, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden

Fettleber verursacht Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall
Bluttest zeigt Risiko und Therapieerfolg an

Wiesbaden – Weder Body-Mass-Index (BMI) noch Bauchansatz sind allein Grund dafür, dass Übergewichtige an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken. Vor allem die Ansammlung von Fett in der Leber begünstigt die Störung des Blutzuckerstoffwechsels. Welche Patienten gefährdet sind, könnte künftig ein Bluttest zeigen, an dem Tübinger Forscher arbeiten. Auf dem 117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vom 30. April bis 3. Mai 2011 in Wiesbaden diskutieren Experten über neue Erkenntnisse zur Fettleber und zeigen Wege zur Vorbeugung eines Typ 2 Diabetes auf.

Ungesunde Ernährung führt bei vielen Menschen dazu, dass sich Fett in der Leber ansammelt. „Wir gehen davon aus, dass es zu krankhaften Veränderungen kommt, wenn der Fettgehalt der Leber über 5,5 Prozent liegt“, berichtet Professor Dr. med. Norbert Stefan von der Universität Tübingen. Im Tübinger Lebensstil Interventionsprogramm (TULIP) hat er zusammen mit seinen Kollegen der Inneren Medizin IV und der Sektion für Experimentelle Radiologie bei mittlerweile mehr als 400 Menschen mit einem Risiko für Typ 2 Diabetes den Fettgehalt der Leber mittels Kernspintomografie bestimmt. Jeder Dritte hatte eine nichtalkoholische Fettleber, auch NAFL genannt.

„Die Bedeutung von NAFL für Typ 2 Diabetes wurde lange übersehen“, berichtet Professor Stefan. NAFL und das fortgeschrittene Stadium NASH (nichtalkoholische Steatohepatitis) galten bisher eher als Begleiter, nicht aber als mögliche Ursachen des Diabetes. Die Ergebnisse der Tübinger Forscher zeigen jedoch, dass eine Fettleber den Blutzuckerstoffwechsel empfindlich stören kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei das von der Leber gebildete Eiweiß Fetuin-A: „Im Tiermodell konnten wir zeigen, dass bei NAFL vermehrt Fetuin-A in den Leberzellen entsteht“, erläutert der Experte. Fetuin-A wiederum vermindert die Wirkung des Blutzucker senkenden Hormons Insulin in den Körperzellen – der Betroffene entwickelt eine so genannte Insulinresistenz. Die Tübinger Forscher fanden heraus, dass die Konzentration von Fetuin-A im Blut eng mit der Insulinresistenz verbunden ist. Dadurch steigt der Blutzucker dauerhaft an und ein Typ 2 Diabetes kann entstehen. Zusammen mit Kollegen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam zeigten sie, dass Menschen mit einem sehr hohen Fetuin-A-Blutwert ein um 75 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko haben.

Das Eiweiß hat weitere negative Auswirkungen: Es ruft Entzündungsreaktion im Körper hervor und schädigt dadurch die Blutgefäße: Menschen mit einem hohen Fetuin-A-Blutwert haben nach Erkenntnissen der Tübinger und Potsdamer Forscher ein 3,3-fach erhöhtes Herzinfarkt- und ein 3,8-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko. „Dieser Fettleber-Marker erlaubt Vorhersagen zum Diabetes-, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko und möglicherweise auch die Kontrolle des Therapieerfolgs“, sagt Professor Stefan.

Auch ein anderer Signalstoff aus der Leber spielt dabei eine Rolle: Das „Sex Hormone-Binding Globulin“ (SHBG) – ein  Transporter für Geschlechtshormone im Blut. SHBG schützt vor Diabetes. Die Untersuchungen der Tübinger Forscher zeigen, dass eine Fettleber weniger SHBG bildet. Sie untersuchen derzeit intensiv die Regulation des SHBG-Spiegels und wie das Hormon in den Blutzuckerstoffwechsel eingreift. Im Rahmen des 117. Kongresses der DGIM informieren Experten über neueste Erkenntnisse zur Fettleber.

Terminhinweis:

Meet the Expert: NASH – Marker für metabolisches und kardiovaskuläres Risiko
Referent: Prof. Norbert Stefan (Tübingen)
Termin: Montag, 2. Mai, 2011, 18.00 bis 18.45 Uhr
Ort: Saal 1A/2, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden

DDG-Herbsttagung: Diabetes individualisiert behandeln

Pressemitteilung zur
5. Herbsttagung der DDG
11. bis 12. November 2011, Internationales Congress Center ICC Berlin

Neues Wissen für die Praxis
Diabetes individualisiert behandeln

Berlin – Diabetes hat viele Gesichter: Die Erkrankung kann die schwangere Frau ebenso treffen wie das Kind, das durch Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen einen Typ 1-Diabetes entwickelt. Der Typ 2-Diabetes betrifft Menschen im Erwachsenenalter, wobei die Krankheit sowohl bei Jüngeren als auch bei Älteren in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. Da Ärzte die Behandlung immer gezielt am Patienten ausrichten müssen, gilt die Diabetes-Therapie auch als Prototyp der „individualisierten Medizin“. Wissenschaftler haben in den letzten Jahren neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Diagnostik und Behandlung dem einzelnen Diabetiker noch besser gerecht werden können. Dieses Wissen für eine individualisierte Behandlung optimal in die Praxis umzusetzen, ist Anliegen der 5. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Veranstaltung findet vom 11. bis 12. November 2011 im ICC Berlin statt.

„Eine optimale Diabetes-Therapie muss immer der Stoffwechsel-, aber auch der Lebenssituation des Patienten gerecht werden“, betonen die Präsidenten der 5. DDG-Herbsttagung, PD Dr. med. Martin Füchtenbusch und PD Dr. med. Michael Hummel, von der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München. „Je individualisierter die Therapie erfolgt, desto nachhaltiger wird sich dies auf die Lebensqualität und die Lebenserwartung des Patienten auswirken.“

Neben der individualisierten Diabetes-Medizin wird auch das Thema „Adipositas“ eine zentrale Rolle spielen. In Zusammenarbeit mit Professor Dr. med. Andreas Hamann, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Nauheim, hat die DDG einen über beide Kongresstage reichenden „Adipositastrack“ ausgearbeitet. Hier stehen unter anderem Fragen zur Epigenetik oder neue chirurgische Therapieoptionen bei Übergewicht auf dem Programm. Zudem gehen Experten der Frage nach, welche Rolle das Gehirn bei der auch „Fettsucht“ genannten Störung spielt.

Darüber hinaus wird es in einem Workshop um eine praxisnahe Vermittlung der leitliniengerechten Diagnostik und Behandlungsstrategien beim Diabetischen Fußsyndrom gehen. Teilnehmer des Workshops „Technologien: CGMS und Insulinpumpen“ werden sich intensiv mit den praktischen Belangen der kontinuierlichen Glukosemessung befassen.

In Vorträgen, Workshops und Symposien bietet die Herbsttagung der DDG Ärzten, Wissenschaftlern, Diabetesberatern, Ernährungsberatern und anderen Berufsgruppen ein breites Themenspektrum von der experimentellen Forschung bis hin zur klinischen Praxis. Die neu konzipierten „Open Forum“-Diskussionen sollen dazu dienen, das Publikum gezielt mit einzubeziehen. Wie in den vergangenen Jahren bietet die DDG gemeinsam mit der „International Association for the Study of Obesity“ ein Weiterbildungsprogramm für in der Betreuung von Adipösen arbeitenden Spezialisten (Specialist Certification in Obesity Professional Education , kurz „SCOPE“) an.

Den Auftakt der Veranstaltung bildet der „State-of-the-art“-Eröffnungsvortrag der Diabetesforscherin Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler aus München zum Thema „Typ 1 Diabetes im 21. Jahrhundert“.

Die Fort- und Weiterbildung aller mit Diabetes befassten Berufgruppen ist ein wichtiges Anliegen der DDG. Das vollständige Tagungsprogramm der DDG Herbsttagung vom 11. bis 12. November 2011 im ICC Berlin ist im Internet unter www.herbsttagung-ddg.de abrufbar. Direkt im Anschluss an die Herbsttagung findet der von diabetesDE ausgerichtete Weltdiabetestag am 13. November ebenfalls im ICC statt.
Interessenten können sich online anmelden. Bei einer Anmeldung bis Ende August tritt ein besonderer Frühbucherrabatt in Kraft. Mitglieder der DDG zahlen hierbei 80, Nichtmitglieder 180 Euro.