News-Archiv: 2004

Diabetesrisiko: Zuviel süße Säfte machen zuckerkrank

(10.01.2012)
Diabetesrisiko: Zuviel süße Säfte machen zuckerkrank
Fruchtsaft, Cola & Co
Ein Gläschen mehr pro Tag ist nicht nur beim Alkohol möglicherweise eins zuviel. Frauen, die täglich zuckersüße Softdrinks oder Fruchtsäfte genießen, hatten in einer großen Studie nach acht Jahren nicht nur am meisten zugenommen, sondern auch ihr Diabetesrisiko glatt verdoppelt.

Diabetesrisiko: Zuviel süße Säfte machen zuckerkrank Die Zahlen der Zuckerkranken und Übergewichtigen steigen seit Jahrzehnten etwa im selben Ausmaß wie der Konsum gezuckerter Softdrinks und Fruchtsäfte. Beide Getränke enthalten schnell resorbierbare Zucker.
Zufall oder nicht? In der Ernährung der Amerikaner z. B. machen die süßen Drinks satte 7,1 Prozent der gesamten Kalorienzufuhr aus. Amerikanische Ernährungsmediziner werteten zur Klärung des Zusammenhangs die detailliert vorliegenden Daten von 51600 Frauen aus der Nurses´ Health Study II aus, die zu Studienbeginn weder an Diabetes noch an anderen chronischen Krankheiten litten.
Ergebnis: Am wenigsten nahmen diejenigen Frauen zu, die in der Beobachtungszeit von 1991 bis 1999 ihren Konsum an zuckerhaltigen Getränken einschränkten. Ihr Gewichtszuwachs lag bei bescheidenen 1,5 kg in acht Jahren. Einflussfaktoren aus Lebensstil und sonstiger Ernährung waren aus dieser Auswertung herausgerechnet worden. Am meisten, nämlich rund ein Kilogramm jedes Jahr, legten diejenigen Frauen an Gewicht zu, die ihren Verbrauch an Cola & Co. gesteigert hatten: Wer seinen süßen Drink täglich genoss, nahm im Vergleich zu einmal wöchentlichem Konsum in den acht Beobachtungsjahren 8,9 Kilogramm zu.
Diabetesrisiko wächst mit
Doch nicht nur das. 741 der untersuchten Frauen entwickelten in den acht Jahren einen Typ-2-Diabetes. Wer täglich ein oder mehrere zuckerhaltige Softdrinks oder Fruchtsäfte konsumierte, steigerte das Risiko, zu dieser Gruppe zu gehören, um das 1,8-bis zweifache. Der Vergleich bezieht sich jeweils auf Frauen, die nur selten, einmal im Monat Süßes tranken, also praktisch auf eine "Plazebogruppe".
Fazit: Sicher ist, dass höherer Konsum von zuckerhaltigen Süßgetränken oder Fruchtsäften mit höherer Gewichtszunahme und steigender Diabeteshäufigkeit einhergeht. Ratsam wäre, auf die zuckersüßen Softdrinks entweder ganz zu verzichten oder auf solche mit Süßstoff statt Zucker auszuweichen. Konzentrierte, vitaminreiche Fruchtsäfte schmecken auch mit Wasser verdünnt noch gut.
Diese Ratschläge von Ernährungsexperten sollten vor allem bei Kindern bedacht werden, bei denen der Anteil an Übergewichtigen besorgniserregend gestiegen ist.
,

BABYDIÄT-Studie am Institut für Diabetesforschung

(10.01.2012)
BABYDIÄT-Studie
Studie mit Kindern aus Familien mit Typ 1 Diabetes
Wissenschaftler am Institut für Diabetesforschung in München untersuchen, ob die Erkrankung erblich belasteter Kinder durch gezielte Ernährung im ersten Lebensjahr verhindert werden kann.

BABYDIÄT-Studie am Institut für Diabetesforschung IFDF Typ 1 Diabetes Erkrankungen sind nach Meinung vieler Wissenschaftler nicht allein auf bestimmte Vererbungsmerkmale, sondern auch auf weitere Lebensumstände, wie Infektionen oder die Ernährung, zurückzuführen.
In der aktuellen so genannten BABYDIÄT-Studie am Institut für Diabetesforschung wird versucht, die Erkrankung von Kindern an Typ 1 Diabetes durch eine spätere Getreidezufütterung zu verhindern.
Hintergrund dafür sind Erkenntnisse, die im Rahmen einer Langzeitstudie am Institut erlangt worden sind. "Wir konnten feststellen, dass Kinder vermehrt an Typ 1 Diabetes erkranken, wenn sie bereits vor dem 4. Lebensmonat getreidehaltige Beikost erhalten," erklärt die Studienleiterin Prof. Dr. Anette Ziegler. Dafür wird das Protein Gluten verantwortlich gemacht, das in bestimmten Getreidesorten vorkommt.
Die höhere Zahl von Erkrankungen zeigt sich besonders deutlich bei Kindern mit bestimmten Vererbungsmerkmalen, so genannten HLA-Risikogenen. Die bundesweit durchgeführte BABYDIÄT-Studie konzentriert sich auf solche Kinder.
Teilnehmen können an der Studie daher Familien, in denen der Vater, die Mutter oder eines der Kinder an Typ 1 Diabetes erkrankt ist, und die nun ein weiteres Kind bekommen oder gerade bekommen haben. Die Neugeborenen werden auf Risikogene untersucht und können in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich dabei ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ 1 Diabetes zeigt.
Das Institut für Diabetesforschung ist eine Einrichtung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft. Die BABYDIÄT-Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Nähere Informationen erhalten Sie beim
Institut für Diabetesforschung
Prof. Dr. Anette-G. Ziegler

Kölner Platz 1, 80804 München
Telefon 089 307931-14, Fax 089 30817-33
E-Mail baby.diab@lrz.uni-muenchen.de

BABYDIÄT-Studie zur Verhinderung des Typ 1 Diabetes bei Kleinkindern mit erhöhtem Diabetes-Risiko
Hintergrund: Kinder oder Geschwister von Personen mit Typ 1 Diabetes haben ein Risiko von ca. 5 % (5 von 100 Kindern), selber an Typ 1 Diabetes zu erkranken. Haben diese Kinder zusätzlich Vererbungsmerkmale (DR3/4 oder 4/4 oder 3/3), die mit der Erkrankung des Typ 1 Diabetes in Verbindung stehen, steigt das Risiko an. So entwickeln mindestens 20 von 100 Kindern mit diesen Vererbungsmerkmalen bis zum 3. Lebensjahr Diabetes-Antikörper und langfristig auch einen Typ 1 Diabetes. Neben genetischen Faktoren werden Umweltfaktoren für die Entstehung des Typ 1 Diabetes verantwortlich gemacht. Eine am Institut für Diabetesforschung in München durchgeführte Untersuchung von 1600 Kindern mit Vätern und/oder Müttern mit Typ 1 Diabetes zeigte, dass eine sehr frühe Gabe von getreidehaltiger Beikost (vor dem 3. Lebensmonat) das Diabetes-Risiko bei Kindern mit den Vererbungsmerkmalen DR3/4 oder 4/4 ca. 5-fach erhöht.
Zielsetzung: Die BABYDIÄT-Studie wird unter der Leitung von Frau Professor Anette G. Ziegler am Institut für Diabetesforschung in München durchgeführt. Ziel der BABYDIÄT-Studie ist, bei Kindern mit einem an Typ 1 Diabetes erkrankten erstgradigen Verwandten das Auftreten einer Insel-Entzündung (d.h. einer Entzündung der insulinproduzierenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse) und die Entwicklung eines Typ 1 Diabetes zu verhindern. Dies soll durch eine Veränderung der Getreideauswahl während des ersten Lebensjahres erreicht werden.
Ablauf der Studie: Bei Neugeborenen, die ein Elternteil oder ein Geschwister mit Typ 1 Diabetes haben, werden zunächst aus einer Blutprobe die Vererbungsmerkmale untersucht. Vorteilhaft ist die Blutabnahme bei Geburt aus der Nabelschnur, da die Blutentnahme dabei nach Durchtrennung der Nabelschnur erfolgt und für das Kind keinerlei Gefahr oder Belastung darstellt. Eine Blutabnahme nach Geburt ist jedoch genauso gut möglich. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der untersuchten Kinder keine Hochrisikomerkmale aufweist. Diesen Kindern empfehlen wir eine Nachuntersuchung in größeren Zeitabständen, bei denen Diabetes-Antikörper gemessen werden. Dadurch lässt sich das Diabetesrisiko der nächsten Jahre sehr gut bestimmen.
Den Kindern mit Hochrisikomerkmalen empfehlen wir die Teilnahme an engmaschigen Untersuchungen und an der Ernährungsumstellung, die mit der Familie dann persönlich ausführlich besprochen wird. Des Weiteren sollen die Eltern regelmäßig Ernährungs- und Gesundheits-Protokolle für ihr Kind ausfüllen. Die Familien werden während des Untersuchungszeitraums von unserem Zentrum betreut, die jeweiligen Untersuchungen können aber am Wohnort vom Kinder- oder Hausarzt durchgeführt werden, der natürlich von uns über die Untersuchung informiert wird.
Einschlusskriterien: An der Studie teilnehmen können Sie, wenn Sie ein Baby erwarten bzw. einen Säugling im Alter von max. 3 Monaten haben und Sie bzw. die Mutter/der Vater oder ein Geschwisterkind des Säuglings Typ 1 Diabetes haben.

,

Walnüsse bieten Schutz bei Typ 2-Diabetes

(10.01.2012)

Walnüsse bieten Schutz bei Typ 2-Diabetes

Vollwertdiät mit Nüssen kann LDL-Cholesterin im Blut um 10 % senken. Patienten mit Typ 2-Diabetes, dem sogenannten Alterszucker, können mit einer Vollwertdiät, die auch Walnüsse einschließt, das „schlechte“ LDL-Cholesterin im Blut um 10 % senken. Das hat eine Studie der Universität von Wollongong, Australien ergeben.

Die Ergebnisse dieser neuen Studie wurden in der Dezemberausgabe der Zeitschrift Diabetes Care der American Diabetes Association (ADA) veröffentlicht.(1)
Nach Angaben des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts Düsseldorf

  • leiden mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus, davon haben über 90 % einen Typ 2-Diabetes
  • beträgt die tatsächliche Zahl der Diabetiker in Deutschland jedoch 7 bis 8 Millionen, da man von einer Dunkelziffer von 40 – 50 % unerkannter Diabetiker ausgehen muss
  • stirbt jeder 2. Diabetiker einen vorzeitigen Herztod
  • ist die Schlaganfallrate bei Diabetikern doppelt so hoch wie bei Nicht-Diabetikern
  • sind 40 % der Dialyse-Neuzugänge und
  • 30 % aller Neuerblindeten Diabetiker

Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass weltweit mindestens 171 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sind, wobei sich diese Zahl bis 2030 auf 366 Millionen mehr als verdoppeln dürfte.

diabetes-news-walnüsse

„Dies ist eine der ersten Studien, die untersucht hat, was mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei Menschen mit Diabetes bewirken“, berichtet Studienleiterin Professor Linda Tapsell von der Universität in Wollongong.
„Durch Walnüsse kann man auf einfache und bequeme Weise mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in seine Ernährung aufnehmen. Für Menschen mit Diabetes ist dies besonders wichtig, da Walnüsse eine einfache Zwischenmahlzeit sind, die integraler Bestandteil der Diabetes-Diät ist.“

(1) Linda C. Tapsell: Including Walnuts in a Low Fat/Modified Fat Diet Improves HDL Cholesterol-to-Total Cholesterol Ratios in Patients With Type 2 Diabetes. Diabetes Care 27: 2777-2783, 2004

Die Studie der University of Wollongong – Das gute Fett der Walnüsse hilft DiabetespatientenMenschen mit Typ 2-Diabetes wissen, dass sie mehr als „einen Apfel am Tag“ benötigen, um gesund zu bleiben. Eine Handvoll Walnüsse könnte aber zu ihrer Gesundheit beitragen. Walnüsse sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen.
Forscher des Ernährungszentrums der Universität von Wollongong veröffentlichten jetzt die Ergebnisse einer Studie, die zeigt, wie die wertvollen Inhaltsstoffe von Walnüssen, insbesondere die „guten“ Fette, Patienten mit Typ 2- Diabetes mellitus im Anfangsstadium in der Diätplanung unterstützen können.
Die Untersuchung ergab, dass durch eine Aufnahme von Walnüssen in die Diät der Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins im Blut dieser Patienten erhöht werden konnte. Für die über 5 Millionen Deutschen mit Alterszucker und die vielen Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko sind diese neuen Befunde eine gute Nachricht.
Laut Professor Linda Tapsell, der Leiterin des National Centre of Excellence for Functional Foods, habe die Studie gezeigt, wie durch Verzehr von acht bis zehn Walnüssen pro Tag im Rahmen einer Diabetes-Diät, die richtigen Fette und Fettsäuren aufgenommen werden, die dem Körper helfen können, mit der Insulinresistenz fertig zu werden.Die Insulinresistenz ist ein Kernproblem beim frühen Typ 2-Diabetes. Sie behindert die Aufnahme von Blutzucker (Blutglukose) aus dem Blut in die Körperzellen und führt damit zu einem Anstieg des Blutzuckers im Blut. „Wir kennen den Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Fettsäuren. Beim Blick auf die Nährstoffzusammensetzung von Walnüssen kamen wir auf die Idee, dass sie bei der Versorgung des Körpers mit den richtigen Fettsäuren hilfreich sein könnten. Wir wussten, dass Walnüsse beträchtliche Mengen dieser Fette enthalten, also bestand die Herausforderung darin nachzuweisen, dass der Nutzen nicht nur in der Theorie, sondern auch in Wirklichkeit besteht“, so Professor Tapsell.

Ein Team von Ernährungsberatern des Smart Foods Centre und des Illawarra Diabetes Service haben im Rahmen der sechsmonatigen Studie individuell abgestimmte Diäten für rund 60 Patienten mit Typ 2-Diabetes entwickelt. Basis der Diäten waren die Nahrungsmittelgruppen Getreideflocken und Brot, Obst und Gemüse, mageres Fleisch, Fisch, Magermilchprodukte, Öle, Avocados, Erdnussbutter und Nüsse. Jede Diät für Patienten der Prüfgruppe enthielt 30 g Walnüsse (das entspricht etwa acht bis zehn Nüssen) pro Tag, Die Diäten waren hinsichtlich der anderen Nährstoffe wie Kohlehydraten, Proteinen, Kalorien und Fetten aus anderen Lebensmitteln ausgewogen. Dadurch wurde gewährleistet, dass der Nutzen eindeutig auf die Walnüsse zurückgeführt werden konnte. „Durch die Walnüsse konnten wir sicher gehen, dass die richtigen Fette in der Diät enthalten waren“, so Frau Professor Tapsell. „Also können sich Patienten mit einem Typ 2-Diabetes bei Fragen zum Nutzen von Walnüssen für ihren Ernährungsplan an ihren Arzt oder Ernährungsberater wenden.“

Expertensuche
Geben Sie Ihre Postleitzahl oder Ihren Wohnort ein und legen Sie einen Umkreis für die Suche fest. Alternativ können Sie nach einem bestimmten Namen suchen.