Kategorie-Archiv: S

Symptom

= Zeichen einer Erkrankung. So ist zum Beispiel ein vermehrter Durst oft ein Symptom für einen schlecht eingestellten Diabetes.

Süßstoff

Im Grunde ist jede Substanz, die die Geschmacksempfindung „süß“ vermittelt, ein Süßstoff. Im gängigen Sprachgebrauch engt sich der Begriff Süßstoff auf wenige, künstlich hergestellte Substanzen ein. Hierzu gehören u.a. Saccharin und Xylit (siehe dort), Cyclamat.

Sulfonylharnstoffe (SH)

Substanzen mit einer einheitlichen chemischen Gruppierung (Sulfonylstruktur) mit denen eine blutzuckersenkende Wirkung zu erreichen ist. Sulfonylharnstoffe können oral, d.h. als Tabletten eingenommen werden. Ihre Wirkung beruht in erster Linie in einer Stimulierung der Insulinfreisetzung aus den Inselzellen. Somit hat der Einsatz von Sulfonylharnstoffen nur Sinn, wenn weitgehend funktionsfähige Inseln vorhanden sind. Dies ist zumindest bei einem Teil der Typ-2-Diabetiker der Fall. Gänzlich sinnlos ist die Anwendung von Sulfonylharnstoffen bei Typ-1-Diabetikern, da hier davon auszugehen ist, dass funktionsfähige Inseln nicht mehr vorhanden sind. Noch umstritten und nicht eindeutig belegt ist die Wirkung der Sulfonylharnstoffe an Strukturen außerhalb der Inseln. Die wichtigste Beobachtung in diesem Zusammenhang wurde an Insulinrezeptoren (siehe dort), also den Insulinbindungsstellen gemacht. Hier scheint sich der Sulfonylharnstoff günstig auszuwirken. Allerdings ließ sich ein positiver Effekt nur bei Typ-2-Diabetikern erheben. Die derzeit wohl am häufigsten verwendete Substanz aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe ist das Gilbenclamid, das in verschiedenen Präparaten (Euglucon N, Gilbenclamid ratiopharm, Gilbenspuren N, Glucoredukt usw.) angeboten wird. Die Anwendung der Sulfonylharnstoffe beschränkt sich auf Typ-2-Diabetiker und zwar solche, die mit Diät alleine nicht ausreichend einzustellen sind. Keinesfalls sollten Tabletten als Diätersatz angesehen werden. Der wiederholte Nachweis von Aceton im Urin, der nicht auf Hungern zurückzuführen ist, deutet auf einen Insulinmangel hin und erfordert meist die Umstellung auf Insulin.

Stoffwechselentgleisungen

Verschlechterung der Stoffwechsellage mit Blutzuckeranstieg und unter Umständen Auftreten einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose). Ursache ist meist ein Insulinmangel (zu niedrige Dosis bei erhöhtem Bedarf, z.B. bei Fieber) oder auch Diätfehler.

Stimmgabeltest

Test zur Prüfung der Vibrationswahrnehmung. Die Testung mit der neurologischen Stimmgabel stellt einen praktisch wichtigen Suchtest zur Früherfassung einer diabetischen Nervenschädigung dar. Untersucht wird, indem die schwingende Stimmgabel an verschiedenen Stellen des Fußes (Knöchel, Großzehengrundgelenk, Großzehenspitze) und zum Vergleich am Handgelenk aufgesetzt wird. Der Untersuchte gibt an, wann er die Schwingung nicht mehr spürt. Auch bei spätschädenfreien Diabetikern sollte als Routineuntersuchung einmal pro Jahr der Stimmgabeltest durchgeführt werden.

STH

= somatotropes Hormon (Somatotropin) = Wachstumshormon (siehe dort).

Spurenelemente

Nur in geringen Mengen im Organismus vorkommende Substanzen, die für viele Stoffwechselvorgänge unentbehrlich sind. Zu den Spurenelementen zählen z.B. Kupfer, Eisen, Zink, Selen usw.

Spritz-Eß-Abstand

Zeitlicher Abstand von Setzen der Insulinspritze bis zum Beginn der nachfolgenden Mahlzeit. Variationen des Spritz-Eß-Abstandes können zu einer Verbesserung der Diabeteseinstellung ohne Veränderung der Insulindosis genutzt werden. Eine Verlängerung des Eß-Spritz-Abstandes hat zur Folge, dass die zum Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme bereits einsetzende Insulinwirkung einen zu starken Blutzuckeranstieg verhindert. Diese Variante empfiehlt sich somit bei erhöhten Blutzuckerwerten vor der Mahlzeit. Demgegenüber kann die Verkürzung des Spritz-Eß-Abstandes zu einem Blutzuckeranstieg führen, da die Blutzuckerwirksamkeit der aufgenommenen Nahrung zeitlich vor der Insulinwirkung auftritt. Eine Verkürzung des Eß-Spritz-Abstandes empfiehlt sich somit bei niedrigen Blutzuckerwerten vor den Mahlzeiten.

Spirale

= Intrauterinpessar. In die Gebärmutter eingelegter Fremdkörper in spiraliger Form, meist aus Kunststoff bestehend. Dient der Schwangerschaftsverhütung in dem er die Einnistung des Eies in die Schleimhaut der Gebärmutter verhindert. Die Möglichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft trotz Anlage einer Spirale liegt knapp unter 1%.

Spätkomplikationen

Erst nach langjähriger Diabetesdauer auftretende Organschäden. Die typische Spätkomplikation des Typ-1-Diabetes ist die Mikroangiopathie, mit deren verschiedenen organtypischen Spielarten (Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie, siehe jeweils dort). Der typische Spätschaden des Typ-2-Diabetikers ist die Makroangiopathie (siehe dort). Es handelt sich dabei um eine gegenüber Nicht-Diabetikern vorzeitig und verstärkt eintretende Gefäßverkalkung.