News-Archiv: 2009

Neuer Standard für den HbA1c-Wert

(2009)

Prozent war gestern

Künftig liegt das HbA1c-Ziel nicht mehr bei 7%, sondern bei 53 mmol/mol …

Seit nun 13 Jahren dient der HbA1c-Wert dazu, die Blutzuckereinstellung der letzten 8 bis 12 Wochen wiederzugeben. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes soll er unter 7% liegen. Künftig wird als Ziel immer öfter zu lesen sein: 53 mmol/mol. – Denn die internationalen Diabetesorganisationen haben sich auf einen neuen Standard geeinigt, der genauer sein soll und weltweit eingeführt wird. Labore, Kliniken und Praxen müssen HbA1c-Werte künftig in mmol/mol angeben. Das Ende der „Prozentrechnung“ wird schon in diesem Jahr eingeläutet, mit einer Übergangsfrist bis zum 31. März 2010. Für den Patienten ändert sich nichts, außer dass er gelegentlich umrechnen muss. Dies geschieht nach der Formel

HbA1c (mmol/mol) = (% HbA1c – 2,15) x 10,929
diabetes-news-hba1c-einheiten-rechner
Oder einfacher mit einem Rechner, der im Internet unter diabetes-news.de zu finden ist. Der Referenzbereich für Gesunde liegt zwischen 20 und 42 mmol/mol.

Neues Verfahren soll genauer sein

Es ändert sich nicht nur die Dimension „Prozent“ zu „mmol“, sondern auch das Bestimmungsverfahren der Labors. Schon bei der Einführung des HbA1c im Jahr 1996 war kritisiert worden, dass nicht exakt die Menge des verzuckerten (glykierten) Hämoglobins gemessen wird, sondern verschiedene weitere Anteile der „HbA1-Fraktion“, was zu Ungenauigkeiten führt. Das tat aber der Vergleichbarkeit der Werte keinen Abbruch. Denn alle auf dem Markt befindlichen Messgeräte wurden seither auf das selbe Messverfahren geeicht.

Das soll auch in Zukunft der Fall sein. Über die Genauigkeit des neuen Verfahrens wacht eine internationale Gruppe von Referenzlaboratorien. Der neue, von der Internationalen Vereinigung für Klinische Chemie (IFCC) erarbeitete Standard geht von einer Mischung aus unverzuckerten HbA10 und HbA1c, der wichtigsten Unterfraktion des verzuckerten Hämolobins, aus. Das Analyseverfahren soll den wirklichen HbA1c-Spiegel genauer angeben als der alte.

Prof. Dr. Sawicki als befangen entlarvt

(2009)

Entwarnung: EU-Behörde sieht derzeit keine erhöhte Krebsgefahr durch Lantus

Mit Erleichterung hat der Deutsche Diabetiker Bund die aktuelle Mitteilung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) zur Kenntnis genommen, wonach eine erhöhte Krebsgefahr durch das Analoginsulin Glargin (Handelsname: Lantus) nicht bewiesen sei. Nach eingehender Prüfung ist der EMEA-Ausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass die Studien wegen methodischer Schwächen zu widersprüchlich seien und nicht zu eindeutigen Ergebnissen kommen. Um den Verdacht endgültig ausräumen zu können, sollen weitere Untersuchungen auf den Weg gebracht werden.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes, Rechtsanwalt Dieter Möhler, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Mitverfasser der Studie, Prof. Dr. Peter Sawicki, durch seine Veröffentlichung Panik unter den Betroffenen ausgelöst habe. Hunderte von besorgten Anrufern mussten durch die Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter des DDB beruhigt werden.

Für Dieter Möhler beantwortet sich die Frage, warum Prof. Dr. Sawicki gerade jetzt mit diesen vermeintlichen Ergebnissen an die Öffentlichkeit gegangen ist, wie von selbst. Prof. Dr. Sawicki ist Leiter des für die Kosten-Nutzenbewertung von Arznei-mitteln zuständigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). In dieser Funktion ist er verantwortlich für eine gerade veröffentlichte Empfehlung an den Gemeinsamen Bundesausschuss, die Kostenerstattungspflicht von langwirksamen Insulinanaloga (und dazu gehört Lantus) aus dem Leistungs-katalog der Krankenkassen zu streichen. Im Übrigen ist soeben der Vorbericht „Kurzwirksame Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1 – Nachfolgeauftrag“ erschienen. Da Prof. Dr. Sawicki seine Empfehlungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses abgibt, muss er sich nun den Vorwurf eines Interessenkonfliktes gefallen lassen. Es ist ein Skandal, wenn IQWiG und Prof. Dr. Sawicki an einer Studie der AOK mitwirken und gleichzeitig in diesem Institut über die Kostenerstattungspflichten von Krankenkassen entscheiden. Von Unabhängigkeit kann in einem solchen Fall keine Rede mehr sein. Damit ist er in hohem Maße befangen. Dieter Möhler fordert deshalb, die Kosten-Nutzenbe-wertungen von Prof. Dr. Sawicki in seinem Institut neu aufzurollen.

Dieter Möhler weiter: „Wir verstehen das IQWiG als Verwaltungshelfer in diesem System. Auch bei diesem, als privat geltenden Auftrag, müssen die gesetzlichen Vorgaben wissenschaftlicher Ausarbeitungen sowie alters- und lebensspezifischer Besonderheiten unbedingt berücksichtigt werden.“ Die von der EMEA vorgenom-mene Ablehnung der Studie resultiert aus dem bewussten Übergehen gerade dieser Besonderheiten. Diese objektive Tatsache erregt bei uns Betroffenen die Besorgnis, dass die IQWiG-Darlegungen in dem Abschlussbericht nicht unparteilich, sondern einseitig „krankenkassenfreundlich“ sind. Das schließt eine Verwertbarkeit der IQWiG-Berichte aus, ebenso die weitere Mitwirkung von IQWiG-Mitarbeitern zu dem im Gemeinsamen Bundesausschuss anhängigen Insulinanaloga-Verfahrens.

Der Deutsche Diabetiker Bund wird beim unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess, wegen des vom IQWiG gesetzten „bösen Scheins der Befangenheit“ intervenieren. Eine weitere Mitwirkung von Prof. Dr. Sawicki im Verfahren zu den Insulinanalgo sollte unterbunden werden!

Entzündungshemmende Socke

(2009)

Gefahren des diabetischen Fußes mit Gesundheitssocken verringern

Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 30.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fuß-Syndroms vorgenommen. Als Diabetiker sollte man mindestens einmal jährlich eine ärztliche Untersuchung seiner Füße vornehmen lassen. Der Diabetiker selbst sollte seine Füße täglich untersuchen, damit er keine Verletzungen übersieht. Die Behandlung eines diabetischen Fußes ist langwierig und aufwendig. Hier lohnt sich das Tragen von entzündungshemmenden Socken, damit es möglichst erst gar nicht zu Entzündungen kommt.

Die Nervenbahnen von Diabetikern sind oft in ihrer Funktion gestört. Dadurch werden schmerzhafte Wunden oder Druckstellen nicht richtig wahrgenommen. Das Leben mit diabetischen Füßen erfährt ein wenig Erleichterung durch spezielle Diabetikersocken. Die „levee“ Silbersocken sind so gearbeitet, dass sie ohne ein einschnürendes Gummi einen guten Halt bieten. Die Spitzen der Socken sind handgekettelt. Auch hierdurch werden Druckstellen bestmöglich verhindert.

In die Diabetikersocken von „levee“ wurde in die Innenseite ein Silberfaden eingearbeitet. Dieser wirkt antibakteriell und sorgt dafür, dass sich etwa vorhandene Wunden oder Druckstellen nicht weiter unbegrenzt entzünden.

Die Diabetikersocken von „levee“ sind deutschlandweit die ersten medizinisch zertifizierten Gesundheitssocken. Der Vertrieb wurde von der imc marketing & consult gmbh Geschäftsbereich Gesundheitssocken übernommen und optimiert.
Diabetes News Levee Gesundheitssocken

Chronisch kranke Kinder

(2009)

Mehr Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Chronisch kranke Kinder und ihre Familien optimal unterstützen

Übergewicht und Bewegungsmangel führen in Deutschland weiterhin zu einer wachsenden Zahl Jugendlicher mit Diabetes Typ 2. Aktuell beträgt diese Zahl rund 200 Neuerkrankungen pro Jahr. Sinnvolle Therapien für die Betroffenen und sinnvolle Präventionsmaßnahmen, um die Erkrankung in jungen Jahren zu verhindern, waren Themen der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig. Zukünftige Therapien für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 diskutierten die Experten in einem weiteren Symposium. An der bisher unheilbaren Stoffwechselerkrankung Diabetes leiden 25.000 Heranwachsende bis 19 Jahre. Die Jahrestagung der DDG fand vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress Centrum Leipzig statt.

Chronisch kranke Kinder benötigen speziell auf sie abgestimmte Behandlungskonzepte, die über die normale medizinische Behandlung hinausgehen. „Wir müssen alles tun, damit Kinder mit Diabetes Typ 1 und ihre Familien auch die pädagogischen, sozialen und psychologischen Folgen der schweren Stoffwechselerkrankung meistern können“, betont Professor Dr. med. Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche, Universität Leipzig. Bisher ist Diabetes Typ 1 unheilbar und die Betroffenen sind ihr Leben lang auf Insulin durch Spritzen, Pens oder Pumpen angewiesen. Zukünftige Therapien könnten jedoch die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse aufhalten bzw. diese wiederherstellen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesen Therapien stellten Experten auf einem Symposium der DDG-Jahrestagung in Leipzig vor.

Eine der Ursachen für Diabetes Typ 2 ist – neben genetischer Vorbelastung und Übergewicht – auch der Lebensstil. Wer sich wenig bewegt, trägt schon im Kindesalter ein hohes Risiko. 11 bis 13% aller Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig und etwa 6 bis 8% sogar fettleibig. „10 bis 20% aller adipösen Kinder haben eine Fettleber oder eine Kohlenhydratstoffwechselstörung im Sinne von Typ 2 Diabetes“, sagt Professor Kiess. Frühes Übergewicht im Säuglings- und Kleinkindalter sei besonders gefährlich.

Diabetesrisiko auch vom Alter abhängig

(2009)

Diabetesrisiko auch altersabhängig

Studie zeigt ein erhöhtes Risiko für Typ 2-Diabetes mellitus in der älteren deutschen Bevölkerung

Das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und das Helmholtz Zentrum München haben festgestellt, dass im europäischen Vergleich die ältere deutsche Bevölkerung ein hohes Diabetesrisiko hat. Männer im Alter von 55 bis 74 Jahren haben dabei ein doppelt so hohes Risiko wie Frauen, an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken. In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen entwickeln Männer doppelt so häufig einen Typ 2-Diabetes wie Frauen. Dieses Ergebnis ist Teil der Nachfolgeuntersuchung des bevölkerungsbezogenen KORA Surveys, die von Herrn Dr. Rathmann und Mitarbeitern des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Kooperation mit Frau Dr. Meisinger und Mitarbeitern vom Helmholz Zentrum in München durchgeführt wurde.

In den Jahren von 1999 bis 2001 wurde in der Region Augsburg eine repräsentative Stichprobe der älteren Bevölkerung (55-74 Jahre) gezogen. Mit einem oralen Zuckerbelastungstest (OGTT) sollte eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Anzahl von Menschen mit Diabetes ermittelt werden. Der OGTT ist der „Goldstandard“ zur Diabetes-Diagnose in epidemiologischen Studien. Wenn im Ergebnis des oralen Zuckerbelastungstests der Blutzuckerwert nicht mehr normal ist, aber auch noch nicht die Grenzwerte für Diabetes überschreitet, bezeichnet man das als „Prädiabetes“.

Die Folgeuntersuchung nach 7 Jahren förderte folgende Ergebnisse zutage

  1. 10,5% der Teilnehmer entwickelten innerhalb von 7 Jahren einen Typ 2-Diabetes, ohne einen vorherigen Prädiabetes gezeigt zu haben. Hierunter befanden sich etwa doppelt so viele Männer wie Frauen.
  2. Von den Patienten, die zu Beginn einen Prädiabetes sowohl mit einem erhöhten Nüchternblutzucker zwischen 110 und 125 mg/dl als auch einem erhöhten 2-Stundenwert im OGTT (140 bis 199 mg/dl) aufwiesen, entwickelte etwa die Hälfte einen manifesten Diabetes.
  3. Als weitere Risikofaktoren für die Diabetesentwicklung zeigten sich insbesondere ein erhöhter Bauchumfang (Männer >=102 cm, Frauen >=88 cm), starkes Übergewicht (Body mass index über 30 kg/m2) sowie das Vorhandensein eines Diabetes bei mindestens einem Elternteil (genetische Belastung). Zudem zeigt die Studie, dass Rauchen die Progression der Diabetes-Erkrankung vielleicht unterstützen könnte.

Die Daten der KORA-Studie zeigen den erhöhten Bauchumfang als wichtigen Faktor für das höhere Diabetesrisiko bei Männern: Im Durchschnitt wurden bei Männern 10 cm mehr Bauchumfang gemessen als bei Frauen. Die so genannte abdominale Adipositas (zentrale Fettleibigkeit, „zuviel an innerem Bauchfett“) geht mit Insulinresistenz (d.h. einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin) einher. Ursache ist die Stoffwechselaktivität des Bacuhfetts, das eine Reihe von Substanzen produziert, die u. a. den Blutzucker nachteilig beeinflussen können. Um das Risiko für einen Typ 2 Diabetes möglichst frühzeitig zu erkennen, sollte daher nicht nur das Körpergewicht, sondern auch der Bauchumfang gemessen werden. Damit kann zum ersten Mal die Häufigkeit von Typ 2 Diabetes mellitus in der älteren deutschen Bevölkerung eingeschätzt werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass vor allem ältere deutsche Männer im europäischen Vergleich ein hohes Risiko haben, einen Typ 2 Diabetes mellitus zu entwickeln,“ so Dr. Wolfgang Rathmann vom DDZ. „Unsere Studie zeigt den oralen Glukosetoleranztest nicht nur zur Sicherung der Diagnose, sondern auch zur Risiko-Vorhersage als nützliches Instrument,“ ergänzt PD Dr. Christa Meisinger vom Helmholtz Zentrum München.

An der Erstuntersuchung in den Jahren 1999 bis 2001 hatten insgesamt 1.353 zufällig ausgewählte Personen teilgenommen, an der zwischen 2006 und 2008 durchgeführten Nachfolgeuntersuchung 887. Die Ergebnisse verdeutlichen den Wert von Kohortenstudien für die epidemiologische Forschung: Durch die langjährige Beobachtung der Personen können Erkrankungsrisiken bestimmt werden und so neue Vorhersage- und Vorsorgemöglichkeiten entwickelt werden.

Diabetes weltweit

(2009)

Verdopplung der Diabetesrate bei Jugendlichen

Kontrolle des Blutzuckerspiegels angesichts erwarteter Verdopplung der Diabetesrate bei Jugendlichen von zentraler Bedeutung

Ein kürzlich veröffentlichter Lancet-Artikel geht von einer Verdopplung neuer Fälle von Typ-1-Diabetes bei europäischen Kindern unter 5 Jahren und einem Anstieg von 70 Prozent bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren aus – eine Krankheitsrate, die über alle vorherigen Prognosen hinausgeht.(1) Studien aus den USA und anderen Ländern weisen auf ähnliche Trends hin.(2)

In der jüngsten Ausgabe von Diabetic Hypoglycemia (www.hypodiab.com) verfechten Dr. Tim Jones und Dr. Trang Ly von der University of Western Australia den Standpunkt, dass Hypoglykämie (Unterzuckerung) für diese jungen Patienten trotz modernster Therapieansätze nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist. Ihre Eltern und Ärzte sind besorgt, da viele Kinder zu jung sind, um ihren Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren zu können. Dies wiederum kann zu einem erhöhten Hypoglykämie-Risiko führen. Jones und Ly stellen fest, dass „Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“. Dementsprechend sollte für die Blutzuckerkontrolle bei diesen jungen Patienten auch ein anderer Ansatz gewählt werden als bei Erwachsenen. Die Autoren legen die physiologischen und verhaltensbezogenen Mechanismen dar, die diesen Unterschieden zugrunde liegen, erörtern andere Aspekte von Hypoglykämie bei Kindern und geben Richtlinien für eine Behandlung vor.

Ergänzend zum Leitartikel erörtert Professor Christopher Ryan vom redaktionellen Beirat die praktischen und ethischen Probleme, die experimentelle Studien von Hypoglykämie bei sehr jungen Kindern mit Diabetes einschränken. Er spricht sich für eine empirische Beobachtung aus und bemerkt: „Gut konzipierte Beobachtungsstudien werden zwar niemals all unsere Fragen beantworten, sie können jedoch unser Verständnis dessen verbessern, wie jüngere Kinder Hypoglykämie erkennen und wie sich ihre Reaktionen darauf auf ihren Geisteszustand und ihr Verhalten auswirken.“

Informationen zu Diabetic Hypoglycemia

Diabetic Hypoglycemia ist eine einflussreiche Online-Zeitschrift zum Thema Diabetes, die von Chefredakteur Professor Brian Frier (Edinburgh, GB) geleitet wird. Zu den Mitherausgebern zählen unter anderem: Professor Simon Heller (Sheffield, GB), Professor Christopher Ryan (Pittsburgh, USA) und Dr. Rory McCrimmon (Yale, USA). Diabetic Hypoglycemia erscheint drei Mal pro Jahr und bietet seinen Lesern ein interaktives Forum für den Austausch von praktischem Wissen und Meinungen zum Thema Hypoglykämie.

www.hypodiab.com/Teaser/hypodiab.html

Diabetic Hypoglycemia wird von ESP Bioscience herausgegeben. Die Zeitschrift wird durch eine uneingeschränkte Bildungsförderung von Novo Nordisk A/S (Bagsvaerd, Dänemark) unterstützt.

Wenn Arzneimittel zu Mineralstoff-Räubern werden

(2009)

Wenn Arzneimittel zu Vitamin- und Mineralstoff-Räubern werden

Wirkstoff-Check im Internet

Stuttgart (ots) – Viele Arzneimittel, die gerade chronisch Kranke wie Diabetiker oder Bluthochdruck-Patienten über Jahre hinweg einnehmen, können die Vitamin- oder Mineralstoff-Versorgung des Körpers erheblich stören und so Mangelzustände an diesen lebenswichtigen Nahrungsbestandteilen verursachen. „In der Praxis werden Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Biofaktoren kaum beachtet“, beklagt die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB). Dabei seien damit ernstzunehmende Gesundheitsrisiken verbunden, die sich leicht vermeiden ließen, warnen die Wissenschaftler.

Aus diesem Grund hat die Gesellschaft für Biofaktoren im Internet unter www.gf-biofaktoren.de einen Wirkstoff-Check mit einer Auswahl der wichtigsten Vitamin- oder Mineralstoff-raubenden Medikamente veröffentlicht. Hier kann sich jeder informieren, welche Arzneimittel die Aufnahme oder Wirkung von Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigen, welche Mangelsymptome und Gesundheitsstörungen das zur Folge haben kann und wie man gegensteuert.

Die Liste reicht von dem sehr häufig verordneten Diabetes-Medikament Metformin über Wirkstoffe gegen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen bis zur Anti-Baby-Pille. Insbesondere B-Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium werden häufig Opfer der medikamentösen Behandlung.

„Werden Defizite an diesen Biofaktoren nicht ausgeglichen, kann die Therapie unter Umständen zum Bumerang werden“, warnen die Experten von der GfB: Ein Mangel an B-Vitaminen und Magnesium sei beispielsweise mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Auch Blutbildungsstörungen, Nervenerkrankungen, depressive Verstimmungen und nachlassende geistige Fähigkeiten können Folgen einer Unterversorgung mit diesen essentiellen Stoffen sein. „Besteht ein Mangel, sollte der entsprechende Biofaktor durch ein Präparat ergänzt werden“, raten die Wissenschaftler von der GfB. So könne eine notwendige medikamentöse Behandlung leicht abgesichert und ein überflüssiges Risiko verhindert werden. Zusätzlich sollte natürlich immer auf eine ausgewogene, biofaktorenreiche Ernährung geachtet werden – auch hierzu findet man Informationen im Internetportal der GfB: www.gf-biofaktoren.de.

Gesundheitsrisiko verringern

(2009)

Macht Gesundheitspolitik krank?

Ärzte gegen Steuerverschwendung des Gesundheitsministeriums

Bertram Steiner, Sprecher der Gruppe „Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung“: „Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) verschwendet Steuergelder, um für die SPD Wahlkampf zu machen. Das BMG versucht im Vorwahlkampf, auf Kosten des Steuerzahlers die gescheiterte Gesundheits- und Honorarreform schönzureden“. Steiner hat die Gruppe „Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung“ im Online-Ärztenetzwerk „Hippokranet.de“ gegründet.

Diabetes-News Gesundheitspolitik Macht Krank

Die Anzeigenserie des Gesundheitsministeriums scheint eine verzweifelte Reaktion auf die in immer mehr Arztpraxen des Landes hängenden Plakate der „Aktion 15 Prozent für die SPD“ zu sein, die von anderen Ärzten im gleichen Netzwerk gestartet wurde, sagt der Berliner Zahnarzt. Seine Gruppe hat eine Gegenversion der Anzeige ins Internet gestellt, die ebenfalls von Arztpraxen geladen, ausgedruckt und in die Wartezimmer der Praxen gehängt werden wird.

„Im System der gesetzlichen Krankenversicherung fließt viel Geld. Insgesamt 150 Mrd. Euro. Doch für die niedergelassenen Ärzte gibt es davon nur etwa 15 Prozent. Eineinhalb Zehntel für die Ärzte, die für Sie Tag und Nacht da sind, wenn Sie sie brauchen. Der Rest wird für die Krankenhäuser, für Medikamente und anderes, vor allem für eine undurchsichtige Bürokratie verbraucht. Eine Bürokratie, unter der die Ärzte und die Patienten leiden“, heißt es unter anderem in der Anzeige, die unter der URL www.hippokranet.de/wahlkampf zu laden ist.

„Die Ärzte appellieren an die Vernunft aller Bundesbürger: Ergreifen Sie die Chancen, die eine Bundestagswahl bietet. Machen Sie durch Ihre Wahl deutlich, dass Sie nicht mehr bereit sind, das von dieser Regierung angerichtete Chaos hinzunehmen“, appelliert die „Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung“ an die Patienten: „Wir haben noch Abermillionen Patientenkontakte bis zur Wahl. Die werden zehntausende von Kollegen zur Patientenaufklärung über die gescheiterte Gesundheitspolitik der großen Koalition nutzen, Tag für Tag“, kündigt Steiner an

Das Online-Netzwerk Hippokranet.com ist die gemeinsame Forums- und Netzwerkplattform der Fachinformationsdienste Facharzt.de, Hausarzt.de und zaend.de. Insgesamt sind hier weit über 40.000 Nutzer registriert, es finden sich in unzähligen Gruppen mehrere 100.000 Beiträge. Einzigartig im Internet: Die Plattform wird seit Jahren von ihren eigenen Lesern finanziert. Mehr als 7.000 Abonnenten zahlen freiwillig für die Nutzung, die sie problemlos auch kostenlos haben könnten.

Schweinegrippe

(2009)

Schweinegrippe: Chronisch Kranke müssen vorrangig geimpft werden

Angelaufene Impfaktion zeigt Mängel

Die angelaufene Impfaktion gegen die so genannte „Schweinegrippe“ zeigt nach Auffassung des Deutschen Diabetiker Bundes deutlich auf, dass sich nicht alle Bundesländer gleich gut darauf vorbereitet haben. Der explosionsartige Ausbreitung der Infektion in den letzten Tagen macht dies sehr deutlich. Durch eine teilweise zu geringe Vorhaltung des Impfstoffes ist die geplante vorrangige Versorgung von chronisch kranken Mitbürgern, und damit auch von Diabetikern, nicht sichergestellt. Trotz der wochenlangen Diskussionen über den möglichen Verlauf der Pandemie haben sich nicht alle Bundesländer ausreichend mit Impfstoff eingedeckt. Der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes, Dieter Möhler, fordert deshalb nachdrücklich dazu auf, eine schnelle und ausreichende Verfügbarkeit des Impfstoffs zu gewährleisten. „Der Staat muss seiner Fürsorgeverpflichtung gegenüber den chronisch Kranken gerecht werden“, so Dieter Möhler.

In diesem Zusammenhang will der DDB ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sehr wichtig ist, dass sich Diabetiker vor dieser Krankheit schützen. Der Deutsche Diabetiker Bund empfiehlt deshalb allen Diabetikern, sich wegen der Notwendigkeit einer Impfung mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Insbesondere an Diabetes erkrankte Kinder sowie ältere Menschen gelten als besonders gefährdet.

Ehrlich bleiben

(2009)

Zusatznutzen lang wirksamer Insulinanaloga anerkennen

Lang wirksame Insulinanaloga sind bisher Teil des Therapieangebotes auch für Menschen mit Diabetes Typ 2. Diese Insulinanaloga haben den Vorteil, dass sie meist nur einmal am Tag gespritzt werden müssen, damit der Grundbedarf an Insulin gedeckt ist. Studien haben ergeben, dass bedrohliche Unterzuckerungen mit lang wirksamen Insulinanaloga seltener vorkommen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE sind deshalb der Ansicht, dass lang wirksame Insulinanaloga die Diabetestherapie gerade bei Patienten verbessern, die unter nächtlichen Unterzuckerungen zu leiden haben. Außderdem erhöhen sie die Arzneimittelsicherheit.

Lang wirksame Insulinanaloga sind gentechnisch veränderte Insuline. Sie zerfallen sehr langsam nach dem Spritzen und wirken dadurch gleichmäßiger und länger. Viele Diabetiker kommen mit einer Injektion täglich aus, um ihren Grundbedarf an Insulin zu decken. Außerdem kommt ein zu starkes Absinken des Blutzuckerspiegels, die so genannte Hypoglykämie, im Vergleich zu herkömmlichen Verzögerungsinsulinen seltener vor.

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) wird demnächst entscheiden, ob Gesetzliche Krankenkassen weiterhin lang wirksame Insulinanaloga in der Therapie des Diabetes Typ 2 erstatten. Grundlage dieser Entscheidung ist der kürzlich veröffentlichte Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Er benennt Studienergebnisse, nach denen Hypoglykämien bei lang wirksamen Insulinanaloga im Vergleich zu herkömmlichem Verzögerungsinsulin (NPH-Insulin) deutlich seltener vorkommen. Es ist nicht zu verstehen, dass dieser Zusatznutzen im Fazit des IQWiG-Berichtes keine Berücksichtigung findet!

Nach Meinung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und nach Meinung von diabetesDE bedeutet die geringere Hypoglykämie-Rate eine erhöhte Sicherheit für die Patienten und stellt deshalb einen belegbaren Zusatznutzen dar, der eindeutig im Bericht des IQWiG formuliert sein sollte, aber einfach weggelassen wurde.

Der Gemeinsame Bundesausschuss sollte seine Entscheidung daher auf der Grundlage der wissenschaftlichen Datenlage treffen.