News-Archiv: 2009

Erhöhtes Risiko

(2009)

Aktuelle Studien deuten möglicherweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Lantus hin

DDG und diabetesDE fordern sorgfältige Analyse neuer Studienergebnisse

Lang wirksame Insulinanaloga sind bislang Teil des Therapieangebotes für Menschen mit Diabetes Typ 2. In 2 von 4 am 26. Juni 2009 veröffentlichten Studien zeigt sich bei Menschen mit Typ 2 Diabetes ein erhöhtes Krebsrisiko unter der ausschließlichen Gabe des lang wirksamen Analoginsulins Glargin (Lantus®). In 2 weiteren Studien wurden diese Zusammenhänge jedoch nicht bestätigt. Wie die European Association for Study of Diabetes (EASD) fordern auch die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE dringend weitere Analysen, damit ein möglicher Zusammenhang zwischen lang wirksamen Analoginsulinen und erhöhtem Krebsentrisiko aufgeklärt werden kann. Menschen mit Typ 2 Diabetes sollten jedoch auf keinen Fall ihre Insulingaben verändern, sondern das Gespräch mit ihrem Arzt suchen.

Typ 2 Diabetiker haben bekanntlich ein erhöhtes Risiko, an Brust-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Übergewicht und Bewegungsmangel fördern nicht nur die Entstehung von Diabetes Typ 2, sondern sie erhöhen auch das Risiko verschiedener Krebsarten. Studien aus Deutschland, Schweden, Schottland und England haben jetzt untersucht, ob die Gabe unterschiedlicher Insuline das Krebsrisiko erhöhen könnte. Ingesamt wurden 301.136 Menschen mit Typ 2 Diabetes beobachtet. 34.392 von ihnen erhielten ausschließlich das langwirksame Analoginsulin Lantus. In 3 der 4 Studien wurde insbesondere die Entstehung von Brust-, Darm-, Prostata- und Bauspeicheldrüsenkrebs untersucht.

Allen 4 Studien zeigten keine erhöhte Krebsgefahr durch Humaninsulin. Anders ist es bei dem lang wirksamen Analoginsulin Glargin: In 2 der Studien zeigte sich bei den Patienten, die ausschließlich mit Lantus behandelt wurden, ein erhöhtes Krebsrisiko. Aus den Daten der deutschen Studie errechnet sich ein Erkrankungsrisiko von einem Patienten von 100 pro Jahr Glargintherapie mehr an einem Krebs.* In der schwedischen Studie entwickelte eine Frau von 1000 mehr einen Brustkrebs als in Vergleichsgruppen.

* Welche Ergebnisse zeigten sich in der deutschen Studie?

Sowohl bei Humaninsulin als auch bei den Analoga war die Insulindosis mit dem Krebsrisiko assoziiert. Dieser Befund ist nicht unerwartet, da Insulinresistenz mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht; ein kausaler Zusammenhang (Insulin verursacht Krebs) lässt sich dadurch aber nicht belegen. Da die mittlere Glargin-Dosierung niedriger als die von Humaninsulin war, war die Häufigkeit der Krebserkrankungen in der Lantus-Gruppe sogar niedriger als in der Humaninsulin-Gruppe. Wenn allerdings für die verwendete Dosis und weitere Interaktionen korrigiert wurde, ergab sich für die Glargin-Gruppe verglichen mit der Humaninsulin-Gruppe ein um den Faktor 1,19 (1,09-1,29) erhöhtes Risiko. Dieses errechnete relative Risiko zum Humaninsulin stieg mit den Dosierungen an: 1,09 (1,0-1,19) bei 10IU, 1,19 (1,1-1,30) bei 30 IU und 1,31 (1,20-1,42) bei 50 IU. Für Insulin Aspart und Lispro fand sich bei dieser Berechnung kein erhöhtes Risiko.

Warum ist die Studie umstritten?

Ein erhöhtes Risiko errechnete sich erst nach statistischer Korrektur für die Insulindosis und auch nur dann, wenn Lantus das einzige verschriebene Insulin war; derartige Korrekturen können falsch-positive Ergebnisse liefern. Ein grundsätzliches Problem des Studienaufbaus ist, dass er keine Aussagen zur Kausalität zulässt. Das Krebsrisiko kann durchaus durch einen anderen Faktor erhöht sein, der wieder mit der Insulin-Glargin-Dosis assoziiert ist. Für diese Interpretation spricht die kurze Expositionszeit (1,3 Jahre!), denn es ist biologisch wenig plausibel, dass das Analogon innerhalb dieser kurzen Zeit Tumore verursacht. Die retrospektive Analyse birgt zudem die Gefahr des so genannten Allokations-Bias, indem Ärzte kränkeren Patienten häufiger Lantus verschrieben haben könnten, und des Survival bias, indem Patienten durch das Medikament länger überlebt haben könnten, so dass sie deshalb häufiger an Krebs erkrankten. Schließlich fehlte eine Adjustierung für andere Krebsrisikofaktoren wie BMI (als Marker für Insulinresistenz) oder die Familienanamnese.

Aufgrund der Schwierigkeiten der Interpretation wurde die Publikation dieser Studie in Diabetologia zunächst von der Analyse auch anderer Datenbanken in anderen Ländern abhängig gemacht. Diese Analysen konnten die in der deutschen Studie gefundene Assoziation nicht reproduzieren (Currie et al.) und/oder wurden von ihren Autoren so interpretiert, dass sie keine Hinweise für eine krebserzeugende Wirkung von Insulin Glargin liefern (Jonasson et al., Colhoun et al.)

Aus der Stellungnahme von diabetesDE und der Deutschen Diabetes Gesellschaft zum Zusammenhang zwischen Lantus und Krebs

Wird das langwirksame Insulin Lantus in Kombination mit anderen Insulinen verabreicht, stellt sich die Situation wieder anders dar: Hier erhöhte sich in keiner der Studien das Risiko, einen Krebs zu entwickeln. In einer der Studien konnte das Krebsrisiko durch die kombinierte Gabe des langwirksamen Insulins mit anderen Insulinen sogar leicht gesenkt werden. Eine weitere Studie fand überhaupt keine Unterschiede in Bezug auf die unterschiedlichen Insulingaben.

Auch wenn sich die verschiedenen Wissenschaftlergruppen einig sind, dass diese Erkenntnisse aus retrospektiven Studien noch keine abschließende Bewertung über den Zusammenhang zwischen lang wirksamen Analoginsulinen und Krebsentstehung zulassen, ist eine sorgfältige Analyse der Ergebnisse gefordert. Daher unterstützen DDG und diabetesDE die Position der EASD, bestehende Therapiekonzepte mit Lantus zu überprüfen. Die EASD weist in ihrer Stellungnahme auf die sehr guten Alternativen hin: Humaninsuline oder auch die Kombination von kurz- und langwirksamen Analoginsulinen haben in allen vier Studien keinerlei erhöhtes Krebsrisiko aufgewiesen. Insbesondere Menschen, die bereits an Krebs erkrankt sind oder Frauen, in deren Familie Brustkrebs gehäuft vorkommt, sollten diese Alternativen mit ihrem Arzt besprechen. Davon unbelastete Patienten, die mit lang wirksamen Analoginsulinen gute Erfahrungen gemacht hätten, bräuchten jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen – so die EASD.

Wichtig ist festzustellen, dass sich aus diesen Ergebnissen keinerlei Hinweise auf die Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 1 ableiten lassen, da es sich hier um eine andere Erkrankung als Typ 2 Diabetes handelt. Ebenso lassen sich keine Rückschlüsse auf die Behandlung mit anderen Analoginsulinen (Detemir (Levemir®, Lispro (Humalog®), Aspart (Novorapid®) und Glulisin (Apidra®)) aus diesen Studien begründen.

Schwangerschaftsdiabetes

(2009) diabetes-news-pinguin

Wiederkehren des Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes verhindern

Diabetes-Präventionsstudie PINGUIN bis Ende 2010; Teilnahmemöglichkeit für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, bei dem Insulin gespritzt werden musste, verlängert

Das Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München verlängert die Möglichkeit bis zum Jahresende 2010, an der Diabetes-Präventionsstudie PINGUIN (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) teilzunehmen! Das angestrebte Ziel besteht darin, mit Ernährungsberatung, Lebensstilintervention und dem Medikament Vildagliptin ein Wiederkehren des Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern oder zu verzögern. Vildagliptin ist bereits für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes zugelassen und zeigt eine gute Wirksamkeit.

Die PINGUIN-Studie läuft seit Beginn des Jahres 2008. Bei den Teilnehmerinnen handelt es sich um eine Hochrisikogruppe von Frauen mit Gestationsdiabetes, die während der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten. Vorausgegangene Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes innerhalb von zehn Jahren einen Diabetes entwickelt (Löbner et al., Diabetes 55:792, 2006). Bei Frauen, die während der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten, um den Zuckerhaushalt im Normbereich zu halten, steigt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, innerhalb von 3 Jahren nach der Entbindung sogar auf 61% an.

Die ersten Teilnehmerinnen machen seit 18 Monaten bei der PINGUIN-Studie mit und vertragen das Studienmedikament Vildagliptin gut. Es gibt keine auffälligen Nebenwirkungen und noch keine Probandin hat einen Diabetes entwickelt.

Wie wichtig eine Intervention bei diesen Frauen ist, zeigt die Tatsache, dass drei Viertel der an der Studie teilnehmenden Frauen übergewichtig sind und einige sogar adipös. Bei Studienbeginn hatten viele bereits eine gestörte Glukosetoleranz. Eine Diabeteserkrankung bei nahen Verwandten ist sehr häufig. Eine weitere Zwischenauswertung bestätigt, dass etwa die Hälfte der Probandinnen keinerlei sportlicher Betätigung nachgeht und beim Aktivitätsmonitoring mit dem Schrittzähler unter der geforderten Minimalanforderung von 8000 Schritten pro Tag bleibt.

Diese ersten Ergebnisse zeigen im Rahmen der PINGUIN-Studie die Wichtigkeit einer Lebensstiländerung und Intervention. Faktoren wie Inaktivität und Übergewicht erhöhen das Risiko eines Typ-2-Diabetes oder eines erneuten Diabetes in einer folgenden Schwangerschaft. Das möchte das Institut für Diabetesforschung verhindern.

Teilnehmen können Frauen, die

  • während ihrer letzten Schwangerschaft einen insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes hatten
  • bis zum Studieneintritt abgestillt haben (Studieneintritt: frühestens ab Entbindung, spätestens neun Monate nach Entbindung)
  • mindestens 18 Jahre alt sind

Bei Interesse und für ausführliche Informationen wenden Sie sich bitte an

PINGUIN-Team
Forschergruppe Diabetes
Leitung: Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 089 30682917
Fax: 089 30687509

Infos und Anmeldung (PDF 179KB)

Neue Zusammenhänge entdeckt

(2009)

Neue Zusammenhänge zwischen Leber und Diabetes Typ 2 entdeckt

Entscheidende Faktoren für Körpergewicht und Insulinwirkung

Die Entstehung von Diabetes Typ 2 und die Leber sind engeren Wechselwirkungen unterworfen, als Wissenschaftler dies bisher annahmen. Experimente zeigen, dass die Leber und ihr Stoffwechsel ein entscheidender Faktor ist, ob und wo der Körper Fett einlagert. Geschieht dies außerhalb des üblichen Fettgewebes, beispielsweise in der Leber selbst, kann dies zur so genannten Insulinresistenz führen. Die neu entdeckten Zusammenhänge zwischen Fettleber, Übergewicht, Insulinsresistenz sowie Diabetes mellitus und wie diese Erkenntnisse zukünftig Diabetes Typ 2 verhindern könnten, ist ein Schwerpunktthema der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Diese fand vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress-Centrum Leipzig statt.

Bisher gingen Experten davon aus, dass die Fettleber eine Folge von Typ 2 Diabetes oder Adipositas ist. Neueste Studien belegen nun das Gegenteil: Die Fettleber könnte – bereits in einem frühen Stadium – auch eine Ursache für die verminderte Insulinwirkung und damit für Diabetes Typ 2 und Übergewicht sein. „Die Fettleber ist wahrscheinlich integraler Bestandteil des so genannten Metabolischen Syndroms“, meint Tagungspräsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie sowie Diabetologie an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. Weshalb der Körper Fett in die Leber oder in andere Regionen außerhalb des üblichen Fettgewebes einlagert, zeigen Versuche mit Mäusen. „Wir haben einen fettstoffwechselspezifischen Genregulator selektiv in der Leber verändert“, berichtet Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, „bei gleicher Nahrungsmenge haben die Mäuse dann eine ausgeprägte Adipositas entwickelt. Wurde der Mechanismus deaktiviert, blieben die Mäuse dünn.“ Daraus folgt: Veränderungen des Leberstoffwechsels können ursächlich für Adipositas und weiteren Erkrankungen wie Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 sein.

Neue Ergebnisse von ADVANCE

(2009)

ADVANCE bietet neue Erkenntnisse im Kampf gegen schwere Diabetes-Komplikationen

Die neuen Ergebnisse von ADVANCE (Action in Diabetes and Vascular Disease: Preterax and Diamicron MR Controlled Evaluation), der weltweit größten klinischen Studie, an der Patienten mit Diabetes vom Typ 2 teilnahmen, führen zu wichtigen Erkenntnissen im Bezug auf Therapiemöglichkeiten mit einer effizienten und sicheren Kontrolle des Blutzuckers, um ernsthafte Komplikationen des Diabetes reduzieren zu können.(1) Die neuen Daten von ADVANCE, die auf dem IDF-Kongress (International Diabetes Federation) bekannt wurden, zeigen, dass die Wirksamkeit und Sicherheit der intensiven Kontrolle des Blutzuckers mit der Gliclazid MR (Modified Release) (Diamicron MR)-basierenden Behandlung bei unterschiedlichen Patienten unter verschiedenen klinischen Bedingungen weiterhin gegeben ist.(1) ADVANCE zeigte, dass die intensive Kontrolle des Blutzuckers mit einer auf Gliclazide MR basierenden Behandlung von Typ-2-Diabetikern das kombinierte Risiko von makrovaskulären und mikrovaskulären Komplikationen reduziert. Diese Reduktion erfolgte primär aufgrund einer Verkleinerung des Nephropathie-Risikos.(2)

Sophia Zoungas, ADVANCE Study Investigator, vom George Institute for International Health, Australien: „Die intensive Kontrolle des Blutzuckers einer auf Gliclazide MR basierenden Behandlung senkte den HbA1C, unabhängig vom Alter, der Dauer des Diabetes, des Geschlechts, des Body-Mass-Index oder des HbA1C bei Beginn der Studie sowie der anfänglichen Behandlungmethoden zur Blutzuckersenkung. Die auf Gliclazid MR basierende Behandlung zeigte eine gute Verträglichkeit mit nur wenigen schweren Hypoglykämien und keiner Gewichtszunahme.“

ADVANCE zeigte einen positiven Trend bei der Reduzierung schwerer kardiovaskulärer Komplikationen bei Patienten, die mit einer intensiven Blutzuckerkontrolle behandelt wurden.(2) Das Ergebnis wurde in einer kürzlich durchgeführten gemeinsamen Metaanalyse mit 4 Versuchen bezüglich der intensiven Blutzuckersenkung bestätigt, einschließlich ADVANCE und ACCORD, die eine signifikante Reduzierung der kardiovaskulären Komplikationen um 9% und primär eine Reduzierung der Herzinfarkte um 15% zeigten.(3) Basierend auf Beobachtungsdaten haben mehrere nationale Register (die mehr als 70.000 Typ-2-Diabetiker umfassen) kürzlich berichtet, dass Behandlungsmethoden für die Blutzuckersenkung, die Gliclazid umfassen, im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden mit einem niedrigeren Sterberisiko assoziiert werden.(4)(5)

Professor John Chalmers, ADVANCE Principal Investigator des George Institute for International Health, Australien: „ADVANCE ist ein riesiger Pool wertvoller klinischer Informationen. Aus diesem Grund planen wir fortlaufende Nachuntersuchungen der ADVANCE-Patienten und sind davon überzeugt, dass die neue Studie ADVANCE-ON(6) weltweit eine entscheidende Rolle in der künftigen klinischen Behandlung von vielen Millionen von Typ-2-Diabetikern spielen wird.“

Zusätzliche neue Daten

Auf dem IDF-Kongress boten die ADVANCE-Untersuchungssachverständigen außerdem wichtige Einblicke in die Indikatoren, die das kardiovaskuläre Risiko in dieser Bevölkerungsgruppe vorhersagen.(7) Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose, die bekannte Dauer des Diabetes, Geschlecht, Puls, behandelter Bluthochdruck, Herzflimmern, Retinopathie, HBA1C, Albumin/Kreatinin-Quotient und Nicht-HDL-Cholesterinspiegel an der Basislinie wurden als signifikanate Prädiktoren von kardiovaskulären Komplikationen beobachtet. Von den ADVANCE-Untersuchungssachverständigen wurde unter Einbeziehung dieser Variablen ein neues Tool für die Risikovorhersage entwickelt, das den Weg für ein neues „Risikomodul“ (risk engine) ebnet und möglicherweise für heutige Patientengruppen relevanter ist als ältere Risikovorhersagetools, beispielsweise die Framingham- und UKPDS-Modelle (United Kingdom Prospective Diabetes Study).(7)

Infos zu ADVANCE

ADVANCE wurde entwickelt, geleitet, überwacht, analysiert und wiedergegeben von einer kollaborativen Forschungsgruppe, die nach einem vollständigen Peer-Review vom National Health and Medical Research Council der australischen Regierung unterstützt wurde. Die Studie wurde unabhängig vom Industriesponsor durchgeführt, und das Managment Committee, zu dessen Mitgliedern keine Industrievertreter gehörten, hatte die endgültige Verantwortung für den Bericht der Ergebnisse.

Im ersten Teil von ADVANCE wurden die Auswirkungen auf das Resultat untersucht, die eine intensive Blutdrucksenkung mittels einer Kombination von Perindopril und Indapamid hat. Die Ergebnisse wurden 2007 veröffentlicht. Referenz: ADVANCE Collaborative Group; Patel A, MacMahon S, Chalmers J, Neal B, et al. Effects of a fixed combination of perindopril and indapamide on macrovascular and microvascular outcomes in patients with type 2 diabetes mellitus (the ADVANCE trial): a randomised controlled trial. Lancet. 2007;370:829-840.

Im zweiten Teil von ADVANCE wurden die Auswirkungen der intensiven Blutzuckerkontrolle mit einer auf Gliclazid MR basierenden Behandlungsmethode untersucht. Die Hauptergebnisse wurden 2008 veröffentlicht. Diese Ergebnisse zeigten, dass die intensive Kontrolle den kombinierten makro- und mirkovaskulären Endpunkt (18,1% versus 20,0%; Gefahrenverhältnis (HR) 0,90; 95% Konfidenzintervall 0,82 bis 0,98; P=0,013) reduziert. Schwerwiegende mikrovaskuläre Probleme wurden reduziert (9,4% versus 10,9%; HR 0,86 [0,77 bis 0,97]; P=0,014), primär aufgrund einer Reduzierung der Nephropathie (4,1% versus 5,2%; HR 0,79 [0,66 bis 0,93], P=0,006), ohne signifikante Retinopathie (P›0,1). Referenz: ADVANCE Collaborative Group; Patel A, MacMahon S, Chalmers J et al. Intensive blood glucose control and vascular outcomes in patients with type 2 diabetes. NEJM 2008; 358: 2560-2572

Das George Institute for International Health ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die High-Impact-Forschungen zu den verschiedensten Gesundheitsthemen durchführt. Das Institut ist führend in den Bereichen klinische Studien, Gesundheitspolitik und Kapazitätsaufbau. Das Institut verfügt über ein globales Netzwerk von Spitzenmedizinern in verschiedenen Forschungsgebieten und mit einschlägiger Expertise in Forschungsmethodik, Projektmanagement sowie statistischer und Datenanalyse. Als angesehene Stimme unter den politischen Entscheidungsträgern der Welt wird das Institut von Regierungen, philanthropischen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen finanziell unterstützt. Über die Forschungsarbeit des George Institute wird regelmäßig in den höchstrangigen internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschriften berichtet. Der National Health & Medical Research Council of Australia ist das Spitzengremium der australischen Regierung in Sachen Gesundheit und medizinische Forschung. Es bietet Gesundheitsberatung für Kommunen, Mediziner und Regierungsbehörden in Australien und berät im Hinblick auf Fragen des ethischen Verhaltens im Gesundheitswesen und in der Durchführung der Gesundheits- und medizinischen Forschung. Der für die Forschungsfinanzierung zuständige Zweig des französischen Pharmazieunternehmens Servier ist das Institut de Recherche International Servier.

www.advance-trial.com

Referenzen

  • Chalmers J, Zoungas S, Ninomiya T, u.a. Neue Ergebnisse von ADVANCE. IDF-Kongress, Vortragseinladungen, 22. Oktober 2009. Montreal, Kanada.
  • ADVANCE Collaborative Group. Intensive blood glucose control and vascular outcomes in patients with type 2 diabetes. N Engl J Med. 2008; 358:2560-2572.
  • Turnbull F, Abraira C Anderson R Byington R Chalmers J et al. Intensive glucose control,and macrovascular outcomes in type 2 diabetes. Diabetologia, ePub Vorabdruck, 5. August 2009
  • Schramm TK. Eur Heart J. 2009;30(suppl):304. Abstract ESC Kongress 2009
  • Khalangot M et al, Diabetes Res Clin Pract. 29. Sep. 2009 [Epub Vorabdruck]
  • Zoungas S, Patel A, Neal B, et al ADVANCE-ON: a post-trial observational study. Oral presentation, IDF Kongress, 21. Oktober 2009, Montreal, Kanada
  • Kengne AP, Patel A, Colagiuri S, u.a. Derivation of the ADVANCE models for predicting the risk of major cardiovascular disease in people with diabetes. Oral presentation, IDF Kongress, 20. Oktober 2009, Montreal, Kanada

Wieviel Fett braucht der Mensch?

(2009)

Wie viel Gramm Fett benötigt ein Erwachsener pro Tag?

Neu – Online-Quiz: Die Rolle der Fette – Die richtige Ernährung bei Diabetes-Typ-2

Welche Fette sind gesund und welche ungesund? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen Diabetiker immer wieder, denn eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind der erste Schritt zur optimalen Lebensweise bei Diabetes mellitus. Aber kennen Sie sich genau aus? Gerade bei Diabetikern rechtfertigt z.B. die hohe Rate koronarer Herzerkrankungen die nachdrückliche Empfehlung zur Reduktion gesättigter Fette, die man vor allem mit Fleisch und Wurstwaren zu sich nimmt.

Fette unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung

Es gibt gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Einen Einblick gibt das neue Fett-Quiz auf der Website www.diabetes-behandeln.de. Interessierte können spielerisch ihr Wissen testen, erhalten wichtige Informationen für den Alltag und können etwas gewinnen.

Fett ist nicht gleich Fett

Fette sind nicht vom Grundsatz her schlecht oder für den Körper schädlich. Ungesättigte Fettsäuren sind gesünder als gesättigte. Wie bei keinem anderen Nährstoff gilt beim Fett: Auf Qualität und achten! Fette sind in tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Eiern, Butter, Schmalz und Fisch enthalten. In pflanzlichen Nahrungsmitteln kommen sie in Nüssen und Samen, sowie daraus gewonnenen Ölen und Margarinesorten vor. Besonders fettreich sind viele Fertigprodukte, Süßwaren und Fast-Food-Gerichte. Fett stellt doppelt so viel Energie bereit wie Kohlenhydrate und Eiweiß: 1 g Fett liefert ca. 9 Kilokalorien, während 1 g Eiweiß und 1 g Kohlenhydrate den Körper jeweils mit ca. 4 Kilokalorien versorgen. Und auch auf die Menge kommt es an. Besonders Typ-2-Diabetiker sind bei Übergewicht auf eine moderate Fettzufuhr angewiesen. Deshalb gilt: Begrenzen Sie die Fettmenge auf 30 bis maximal 35 Prozent der täglichen Nahrungsenergie. Rechnet man die Prozentzahlen um, bedeutet dies bei einer Kost von rund 1800 Kilokalorien pro Tag 60 bis 70 Gramm Fett.

Ausführliche Informationen zum Thema Diabetes-Typ-2

Soweit die Theorie, aber hätten Sie gewusst, dass in der Currywurst mehr Fette stecken als z.B. in einem Hamburger oder in Pommes frites? Diese und andere Fragen beantwortet das Quiz. Zusätzlich informiert die Patientenseite leicht verständlich über den Typ-2-Diabetes, seine Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Mehr Informationen rund um das Thema Diabetes gibt es auch unter der kostenfreien Hotline 0800 6733422.

Magen-Darm-Beschwerden

(2009) diabetes-news-logo-ddg_1

Für Magen-Darm-Beschwerden kann Diabetes Ursache sein!

Diabetiker haben häufiger Magen-Darm-Probleme als Nichtdiabetiker. Ursache dafür ist oft eine „autonome Neuropathie“, das ist eine durch Diabetes mellitus verursachte Störung des Nervensystems.

Magen-Darm-Probleme sollten spätestens dann behandelt werden, wenn sie belastend sind oder länger als 4 Wochen andauern. Für Menschen mit Diabetes ist dies besonders wichtig, so die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG): Die Beschwerden mindern nicht nur die Lebensqualität der Erkrankten, sondern sie können auch dazu führen, dass sich der Blutzucker schlecht einstellen lässt.

Wie Ärzte gastrointestinale Probleme ihrer Diabetes-Patienten diagnostizieren und erfolgreich therapieren können, ist eines der Themen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Der Diabetologe“. Vom Diabetes verursachte Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes können in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten. Typisch sind zum Beispiel Beweglichkeitsstörungen der Speiseröhre, die Schluckstörungen und Sodbrennen verursachen können. Auch Übelkeit, Bauchschmerzen oder Blähungen sind mögliche Folgen einer Neuropathie, wenn diese die Magenentleerung verlangsamt oder beschleunigt. Zudem leiden Menschen mit Diabetes gehäuft unter Verstopfungen und wiederkehrenden, oft nachts auftretenden Durchfällen. „Treten bei Diabetes-Patienten gastrointestinale Probleme auf, müssten zunächst organische Ursachen abgeklärt werden“, betont PD Dr. med. Jutta Keller, Internistin am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, in ihrem Fachartikel. Bei Menschen mit Diabetes ist außerdem zu beachten, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel ebenfalls die Verdauungsfunktionen beeinträchtigen kann. Funktionsdiagnostische Methoden – beispielsweise ein spezieller Atemtest bei einer Störung der Magenentleerung – können auf eine Neuropathie als Ursache hinweisen.

Wichtig ist die Ursachenforschung bei Magen-Darm-Erkrankungen, um die geeignete Therapie zu finden. Ist die Neuropathie die Ursache, führt häufig eine verbesserte Einstellung der Blutzuckerwerte zum Abklingen der Beschwerden. Allerdings ist eine gute Blutzuckereinstellung bei solchen Patienten besonders schwierig zu erreichen, weil die gastrointestinalen Störungen selbst die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung und damit den Blutzuckerspiegel direkt mit beeinflussen.

Körperliche Aktivitäten langfristig erhöhen

(2009)

Bewegungsprogramme sind sinnvoll für Menschen mit Diabetes

Bochum – Regelmäßige körperliche Aktivitäten gehören zur Therapie des Diabetes Typ 2. Doch der Weg vom Bewegungsmuffel zum Alltagssportler kann steinig sein. Um Patienten dabei zu unterstützen, sich mehr zu bewegen, bieten Sportmediziner vielerorts so genannte Bewegungsschulungen an. Dass sich die Teilnahme an einem solchen Programm auch langfristig lohnt, haben Wissenschaftler der TU München nun für das Schulungsprogramm „wie Diabetiker zum Sport kommen (DiSko)“ nachgewiesen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zur Wirksamkeit und Umsetzbarkeit der Schulung stellen sie in einem aktuellen Übersichtsartikel vor.

Die Wissenschaftler untersuchten körperliche Aktivität und Leistungsfähigkeit von 55 Menschen mit Diabetes Typ 2 mit DiSko-Schulung im Vergleich zu 37 Patienten ohne praktische Einweisung in ein Bewegungsprogramm. Nach einem Jahr waren die Schulungsteilnehmer viel sportlicher als die Vergleichsgruppe. Sie hatten die Dauer ihrer körperlichen Aktivität von durchschnittlich 6 auf 10 Stunden in der Woche erhöht – insbesondere im Alltag und in der Freizeit mit Rad fahren, Walking oder Nordic Walking.

Die Leistungsfähigkeit der Schulungsteilnehmer im Sechs-Minuten-Gehtest nahm durchschnittlich um 50 Meter zu. Zudem hatten sie – anders als die Vergleichspatienten – durchschnittlich 1,5 Kilogramm Körpergewicht verloren. Auch die Referenten, die deutschlandweit bisher 12.000 Patienten nach dem Programm geschult haben, sind überwiegend mit der Schulung zufrieden: 80% stuften die Umsetzbarkeit als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Durch ein regelmäßiges Ausdauertraining können Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker positiv beeinflussen und so krankheitsbedingten Folgeschäden vorbeugen. Sie haben nachweislich ein geringeres Risiko für diabetesbedingte Nerven- oder Augenschädigungen. Auch das Risiko für Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sinkt.

Die DiSko-Schulung dauert 90 Minuten und wurde von der AG Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) entwickelt. Ihr Kernstück sind vier Themen zu Bewegungsmöglichkeiten und zur Motivation. Eine halbstündige, ärztlich geführte Bewegungsübung mit vorheriger und anschließender Blutzucker- und Pulsmessung ist ebenfalls Bestandteil des Programms. Seit 2003 wurden deutschlandweit über 1200 DiSko-Referenten ausgebildet, die Patienten mit Diabetes Typ 2 im Rahmen der herkömmlichen Patientenschulungen zusätzlich praxisorientiert zu mehr körperlicher Aktivität anleiten.

Weitere Tipps für mehr Bewegung im Alltag, zur Ernährung und über Diabetes mellitus sind im Internet auf der Seite www.diabetesde.org von der neuen Organisation diabetesDE für Menschen mit Diabetes aufbereitet.

Prävention

(2009)

Durch normale Blutzucker- und Blutdruckwerte vorbeugen

Nierenschäden als Folge des Diabetes sind vermeidbar

Erkranken aufgrund eines Diabetes mellitus die Nieren, hat dies einen großen Einfluss auf Lebenszeit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes. Leiden Betroffene an der so genannten diabetischen Nephropathie, drohen ihnen nicht nur Nierenversagen und Dialyse. Auch das vorzeitige Sterberisiko ist erhöht. Neue Forschungserkenntnisse könnten zukünftig Therapien ermöglichen, die bis ins hohe Alter die Nierenfunktion erhält. Schon heute gibt es Wege, die Niere zu schützen. Darauf weisen diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer aktuellen Veröffentlichung hin.

Bis zu 50 Prozent der Menschen mit Diabetes leiden nach längerer Diabetesdauer unter einer mehr oder weniger ausgeprägten diabetischen Nephropathie. Das erste Anzeichen ist das Auftreten von Eiweiß im Urin. Denn es gelingt der Niere nicht mehr, dieses im Blut zurück zu halten, da ihre Filter, die Glomeruli, durchlässig geworden sind. Die Poren in den Filtern werden von spezialisierten Fußzellen gebildet. Ihre Schädigung ist vermutlich der Beginn der Nephropathie. Professor Dr. med. Gunter Wolf von der Universität Jena informiert in einem aktuell veröffentlichten Übersichtsartikel über neue Erkenntnisse aus der Forschung, die zukünftig die diabetische Nephropathie verhindern oder sogar heilen könnten.

Der Artikel von Professor Dr. med. Gunter Wolf in der Fachzeitschrift „Der Diabetologe“ bestätigt jedoch auch, dass an Diabetiker schon heute ihre Nieren bis ins hohe Alter schützen können: Neuere Untersuchungen an großen Patientengruppen zeigen, dass langfristig gute Blutzuckerwerte zumindest das Fortschreiten der Nephropathie verlangsamen. Ebenso wichtig ist es, den häufig parallel auftretenden hohen Blutdruck zu behandeln. Eine Therapie mit Medikamenten aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Angiotensin-Blocker ist hier Standard. Diese greifen direkt in die Regulierung des Blutdrucks ein, an der die Nieren maßgeblich beteiligt sind.

Um die nierenschützende Wirkung der Medikamente zu steigern, werden heute höhere Dosierungen als noch vor einigen Jahren eingesetzt. Der Versuch, die Wirkung durch die Kombination beider Substanzklassen weiter zu verbessern, ist jedoch in einer aktuellen Studie gescheitert. Ein weiterer, neuer Wirkstoff gegen den hohen Blutdruck ist das Aliskiren. Wird es mit einem Angiotensin-Blocker kombiniert, sinkt die Eiweißausscheidung über die Niere. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob dies langfristig hilft, die Nieren von Menschen mit Diabetes gesund zu halten.

Die gesunde und funktionsfähige Niere ist in der Diabetes-Therapie ein wichtiges Therapieziel. Nach Angaben der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und diabetesDE sind Diabetiker die größte Patientengruppe, die jedes Jahr neu mit einem Nierenersatzverfahren behandelt werden muss. Zurzeit erhalten etwa 20.000 der an Diabetes Erkrankten eine Dialyse.

100 Tage Gesundheitsfonds

(2009)

2/3 der Bundesbürger wissen nicht Bescheid

Ein Großteil der Deutschen weiß auch 100 Tage nach Einführung des Gesundheitsfonds nicht, was es damit auf sich hat. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der BIG – Die Direktrankenkasse. Befragt wurden 1000 Personen ab 18 Jahren.

65% der Befragten gaben an, sie wüssten nicht, was der Gesundheitsfonds ist. Davon mehr als 80% junge Menschen unter 30 Jahren. Lediglich 8% derjenigen, die wissen, was der Fonds ist, glauben, dass er dazu beitragen kann, die Finanzprobleme des Gesundheitssystems zu lösen. 90% bezweifeln das.

Insgesamt 60% der gesetzlich Versicherten konnten die Frage nach dem aktuellen Beitragssatz ihrer Kasse nicht beantworten: 39% gaben an, dass sie derzeit für ihre Krankenversicherung den Einheitsbeitragssatz von 15,5% zahlen. 22% machten andere Prozentangaben und 38% konnten keine Angabe machen. Besonders schlecht informiert zeigten sich hier wiederum die jüngeren Befragten.

Ein Großteil der Befragten (76%) haben nach dem Wegfall der Beitragssatzunterschiede keine Veränderung beim Service ihrer Kasse wahrgenommen. 12% meinen, dass sich seitdem das Leistungsangebot sogar verschlechtert habe. Immerhin glauben 60%, dass ihre Kasse trotz höherer Beitragszahlung durch den Versicherten nicht mehr Geld zur Verfügung hat.

Diabetes 2009

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„Diabetes 2009″ – ein voller Erfolg

Kongressmesse stieß bei Betroffenen und beim Fachpublikum auf eine riesige Resonanz

Zur Kongressmesse „Diabetes 2009″ in der Halle Münsterland kamen gut 2.000 Fachbesucher und mehr als 6.000 Gesundheitsinteressierte am Patiententag, der am Sonntag stattfand. Das ist eine ausgesprochen positive Bilanz der „Diabetes 2009 – informieren, denken, handeln“ in Münster. „Die in ihrer Kombination aus Fachmesse, Kongress und Patiententag bundesweit einmalige Veranstaltung war damit ein voller Erfolg „, lautete das Fazit von Dr. Ursula Paschke, Geschäftsführerin des Messe- und Congress-Centrums Halle Münsterland.

Am Sonntag stand die dreitägige Messe Patienten und deren Angehörigen und allen Gesundheitsinteressierten offen. „Das Informationsbedürfnis der Besucher war enorm“, freute sich Thomas Arabin, Leiter des Geschäftsbereichs Eigenveranstaltungen. Der hohe Stellenwert des Patiententages lasse sich daran ermessen, dass renommierte Experten, die bereits auf dem Fachkongress referiert hatten, nun den Besuchern Rede und Antwort standen.

Mit mehr als 100 Ausstellern konnte die Messe neue Schwerpunkte setzen. Sie rückte die Lebensqualität von Diabetikern in den Vordergrund. „Neben den Anbietern von Pharmazeutika und Medizintechnik haben wir verstärkt Aussteller gewonnen, die Themen wie Ernährung oder Wellness abdecken“, erklärte Projektleiterin Christiane Eidmann. Im „Forum Prävention“ ging es dann auch um richtige Ernährung mit Gesundheitstests, die auf ein sehr großes Interesse der Besucher trafen. Viele Besucher ließen Cholesterin- und Blutzuckerwerte, Fußdruck und Hörfähigkeit prüfen. Häufig übersehene Zusammenhänge wurden aufgedeckt: „Auch Parodontitis gehört zu den Folgekrankheiten eines Diabetes“, klärte Dr. Ludger Steinhaus, Zahnarzt aus Münster, auf.

Eine gewisse Sorglosigkeit der Menschen stellte Diabetesberaterin Marianne Stübbe vom Universitätsklinikum Münster fest: „Manche Besucher zeigten sich mit durchaus schon kritischen Messwerten noch zufrieden“, resümierte sie. In ihren Gesprächen wies sie auf die möglichen Gefahren hin.

Eine ebenfalls sehr positive Resonanz fand der Fachkongress am Freitag und Samstag. Themenschwerpunkte wie „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“, diabetische Augenerkrankungen, Neuropathie oder „Bewegung und Ernährung“ fanden Anklang beim Fachpublikum. Dazu zählten Ärzte, Apotheker und Diabetesberaterinnen.

Wissenschaft von der praktischen Seite präsentierten Meisterkoch Alfons Schuhbeck und Prof. Dr. med. Dr. h. c. Diethelm Tschöpe, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses. Bei einer Kochshow am Freitagabend führte der Sternekoch sein Rezept für eine gesunde Ernährung vor: „Fleisch und Fisch lieber schonend garen statt heiß brutzeln. Das schont die Gefäße“.

Die eigene Gesundheit steht hoch im Kurs: Mehr als 6.000 Besucher kamen am Sonntag zum Patiententag der „Diabetes 2009 – informieren, denken, handeln“.