News-Archiv: 2009

Wieviel Fett braucht der Mensch?

(10.01.2012)

Wie viel Gramm Fett benötigt ein Erwachsener pro Tag?

Neu – Online-Quiz: Die Rolle der Fette – Die richtige Ernährung bei Diabetes-Typ-2

Welche Fette sind gesund und welche ungesund? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen Diabetiker immer wieder, denn eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind der erste Schritt zur optimalen Lebensweise bei Diabetes mellitus. Aber kennen Sie sich genau aus? Gerade bei Diabetikern rechtfertigt z.B. die hohe Rate koronarer Herzerkrankungen die nachdrückliche Empfehlung zur Reduktion gesättigter Fette, die man vor allem mit Fleisch und Wurstwaren zu sich nimmt.

Fette unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung

Es gibt gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Einen Einblick gibt das neue Fett-Quiz auf der Website www.diabetes-behandeln.de. Interessierte können spielerisch ihr Wissen testen, erhalten wichtige Informationen für den Alltag und können etwas gewinnen.

Fett ist nicht gleich Fett

Fette sind nicht vom Grundsatz her schlecht oder für den Körper schädlich. Ungesättigte Fettsäuren sind gesünder als gesättigte. Wie bei keinem anderen Nährstoff gilt beim Fett: Auf Qualität und achten! Fette sind in tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Eiern, Butter, Schmalz und Fisch enthalten. In pflanzlichen Nahrungsmitteln kommen sie in Nüssen und Samen, sowie daraus gewonnenen Ölen und Margarinesorten vor. Besonders fettreich sind viele Fertigprodukte, Süßwaren und Fast-Food-Gerichte. Fett stellt doppelt so viel Energie bereit wie Kohlenhydrate und Eiweiß: 1 g Fett liefert ca. 9 Kilokalorien, während 1 g Eiweiß und 1 g Kohlenhydrate den Körper jeweils mit ca. 4 Kilokalorien versorgen. Und auch auf die Menge kommt es an. Besonders Typ-2-Diabetiker sind bei Übergewicht auf eine moderate Fettzufuhr angewiesen. Deshalb gilt: Begrenzen Sie die Fettmenge auf 30 bis maximal 35 Prozent der täglichen Nahrungsenergie. Rechnet man die Prozentzahlen um, bedeutet dies bei einer Kost von rund 1800 Kilokalorien pro Tag 60 bis 70 Gramm Fett.

Ausführliche Informationen zum Thema Diabetes-Typ-2

Soweit die Theorie, aber hätten Sie gewusst, dass in der Currywurst mehr Fette stecken als z.B. in einem Hamburger oder in Pommes frites? Diese und andere Fragen beantwortet das Quiz. Zusätzlich informiert die Patientenseite leicht verständlich über den Typ-2-Diabetes, seine Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Mehr Informationen rund um das Thema Diabetes gibt es auch unter der kostenfreien Hotline 0800 6733422.

Kritik an Frontal-21-Beitrag

(10.01.2012)

Kritik an Frontal 21

Wegener: Frontal21-Beitrag ignoriert vorgelegte Fakten zu Arzneimittelpreisen

Diabetes News Frontal 21

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) übt scharfe Kritik an dem Beitrag des ZDF-Magazin “Frontal 21″ zu den Medikamentenpreisen. “Warum verschweigt der Beitrag, dass die Pharmaindustrie zu weniger als 10% zu den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung beiträgt, die Preise seit Jahren rückläufig sind und sich die Preise in Europa schon durch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze um bis zu 19% unterscheiden? Wie kann man suggerieren, dass mit 0,62 Prozent der GKV-Ausgaben das Gesundheitssystem saniert werden könnte?” fragt der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Bernd Wegener.

Die Preise für Medikamente sind seit Jahren rückläufig. Das belegt der Arzneimittelpreisindex des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Der Preisrückgang belief sich in 2007/2008 auf 5,6% im patentfreien Bereich und 1,5% bezogen auf den Gesamtmarkt. Die Effekte der Rabattverträge sind hierbei noch nicht einmal berücksichtigt. Die Preise nicht patentgeschützter Arzneimittel liegen laut einer Studie vom Juli 2008 inzwischen 24% unter dem Niveau in Frankreich und 16% unter dem Niveau in Großbritannien.

“Wie kann man da die Pharmaindustrie zum Preistreiber der Nation erklären?”, fragt Wegener. Die niedrigsten Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel liegen in Europa bei null Prozent – in Deutschland bei 19 Prozent. Schon deswegen müssen sich die Arzneimittelpreise erheblich unterscheiden.

Unternehmen müssen bei der Preisfestsetzung die Kaufkraft in den entsprechenden Ländern berücksichtigen. Daher kann es, wie bei allen anderen Produkten auch, keine einheitliche Preisfestsetzung in Europa geben.

In dem kritikwürdigen Beitrag von Frontal 21 wird ein Einsparpotential von einer Milliarde Euro genannt, wenn die 30 umsatzstärksten Medikamente an die jeweils niedrigsten Preise in Europa angeglichen würden. Ferner wird suggeriert, dass mit einer Angleichung der Medikamentenpreise in Europa Leistungseinschränkungen vermieden werden könnten. Diese eine angeblich einzusparende Milliarde Euro entspricht aber lediglich 0,62% der Ausgaben der GKV.

“Wie damit das Gesundheitssystem saniert werden soll, bleibt schleierhaft”, sagt Wegener. Die Fakten hatte die Redaktion auf dem Tisch, ignorierte sie aber. “Die Fakten passen wohl nicht ins Bild, stattdessen wird die Pharmaindustrie zu »einem Totengräber unseres Systems« erklärt – das ist ungerechtfertigt, unsachlich und einseitig”, so Wegener.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner fast 60-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 72.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel, der Homöopathie/Anthroposophie und Pharma-Dienstleister.

Hautpflege im Sommer

(10.01.2012)

Hautpflege im Sommer

Wenn die Sonne länger lacht

Die Sonne lacht und lockt ins Freie. Egal ob Schwimmen im Freibad, ausgiebige Spaziergänge, ein kühles Blondes im Biergarten oder kulturelle Besichtigungen, die Sonne ist dabei stets eine ständige Begleiterin, doch ihr Lächeln ist mit Vorsicht zu genießen.

Die Sonne strahlt

UV-Strahlung ist nicht nur für den akuten Sonnenbrand und den langfristig entstehenden Hautkrebs verantwortlich, die ultravioletten Strahlen, insbesondere die UV-A Strahlen, sind auch eine Hauptursache für vorzeitig alternde Haut. Während UV-B Strahlen für die Bräunung unserer Haut sorgen, aber auch Sonnenbrand und eine Schädigung des Erbgutes verursachen können, dringen die UV-A Strahlen mit einer Wellenlänge zwischen 320 und 400 nm wesentlich tiefer in die Haut ein. Sie erreichen sogar die Unterhaut und können dort strukturelle Veränderungen an den elastischen Fasern (Kollagen und Elastin) auslösen, wodurch das Bindegewebe geschwächt wird und seine Elastizität verliert. Die Haut erschlafft und wird faltig. Speziell bei Diabetikern können Hautalterungsprozesse aufgrund der gestörten Stoffwechsellage noch schneller ablaufen. Grund dafür ist u.a. die Veränderung der Eiweißmoleküle, die das Wasserbindungsvermögen der Haut reduziert und somit Falten, Juckreiz und Schuppen entstehen lässt. Um sich und seine Haut umfassend vor der Sonne zu schützen, ist zunächst die Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels wichtig. Die Auswahl des passenden Lichtschutzmittels sollte unter Beachtung des Hauttyps und der Formelgrundlage erfolgen. Optimalen Schutz bieten vor allem Produkte, welche neben den notwendigen UV-A und UV-B Filtern auch noch zusätzlich sogenannte “Actives”, also aktive Wirkstoffe beinhalten. Diese aktiven Wirkstoffe schützen die tiefer liegenden Hautschichten und sind sogar in der Lage UV- induzierte Hautschäden zu reparieren.

Aktive Wirkstoffe- ein wichtiger Bestandteil des Sonnenschutzes

Einer dieser aktiven Wirkstoffe ist zum Beispiel die natürliche Substanz Licochalcone A, ein Extrakt aus der Süßholzwurzel. Die vorwiegend in Asien beheimatete Pflanze hat einen hohen Eigenschutzmechanismus entwickelt und schützt sich mit Hilfe des Antioxidans Licochalcone A vor Zellschädigung durch UV-Strahlung. Eben dieser Mechanismus kann auf die menschlichen Zellen übertragen werden. Sonnenschutzprodukte mit Licochalcone A schützen besonders tiefer liegende Hautareale, indem sie die Bildung von freien Radikalen reduzieren. Dieser Dreifachschutz bestehend aus UVA- Filter, UV-B Filtern und dem zusätzlichen Tiefenzellschutz gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit vor sonnenbedingten Schäden.

Eine weitere Substanz für den Tiefenzellschutz sind die im grünen Tee enthaltenen Polyphenole, auch diese sind aufgrund ihrer protektiven Kapazität heute ein Bestandteil in einigen Sonnenschutzmitteln. Außerdem wirksame aktive Wirkstoffe sind das Algen-Enzym Photolyase oder Extrakte der Kaktusfeige.

Pflege nach der Sonne

Spezielle After-Sun-Präparate sollten entzündungshemmende Eigenschaften z.B. Hamamelisdestillat ausweisen, beruhigend und kühlend wirken. Da nach der Sonnenbestrahlung die Haut häufig trocken ist und die durch Diabetes bedingte trockene Haut zusätzlich belastet wird, eignet sich auch eine Nachpflege mit einer schnell einziehenden Öl – in – Wasser Körperlotionen mit Urea. Zusätzlich zu dem sorgfältigen Eincremen mit einem Sonnenschutzprodukt mit Dreifachschutz gibt es noch ein paar Tipps, mit denen einem unbeschwerten Aufenthalt in der Sonne nichts mehr im Wege steht.

  • Generell sollten alle Familienmitglieder die starke Mittagssonne meiden, Babies und Kleinkinder sollten gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.
  • Kinder sollten mit speziellen Kindersonnenschutzmitteln geschützt werden. Am Besten sind solche die einen besonders hohen Lichtschutzfaktor haben, klinisch getestet wurden und extra wasserfest sind.
  • Nur regelmäßiges Nachcremen, insbesondere nach dem Baden, Plantschen und Toben, erhält den Sonnenschutz.
  • Zusätzlich zu einem Sonnenschutzmittel, helfen auch Kleidungsstücke die Haut zu schützen. Sinnvoll kann es sein, für betroffene Kinder oder auch Erwachsene, UV-Schutzkleidung anzuschaffen. Diese wird auf Mikrofaserbasis hergestellt und ist daher auch besonders für empfindliche Haut geeignet.
  • Der Kopf sollte mit einem breitkrempigen Hut und die Augen mit einer adäquaten Sonnenbrille (mindestens Label “UV 400″) geschützt werden.
  • Nach einem Tag draußen sollte am Abend die Haut sorgfältig gereinigt und anschließend mit einer pflegenden reichhaltigen Lotion eingecremt werden.
  • Da viele Arzneimittel die Sonnenempfindlichkeit steigern können, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker um eine entsprechende Aufklärung bitten.
  • Auf Kosmetika wie Deodorants und Parfüms sollte verzichtet werden, da diese zu Pigmentstörungen führen können.

Rechtsberatungsnetz gestartet

(10.01.2012)

“Zucker im Blut – Recht im Leben”

Im Alltag wird es für Diabetiker immer schwieriger, die zunehmenden juristischen Komplikationen zu durchschauen und die eigenen Patientenrechte durchzusetzen. Der Deutsche Diabetiker Bund hat sich zur Aufgabe gestellt, dieser Problemlage etwas entgegenzusetzen.

Ein Netzwerk aus kompetenten Juristen soll die rechtliche Betreuung der im DDB organisierten Diabetiker übernehmen. Diesem Netzwerk gehören folgende Rechtsanwälte an: (Im Foto von links nach rechts) Hartmut Steinbeck (Bremen; Schwerpunkte: Zivilrecht, Versicherungsrecht; außerdem Vorsitzender des Landesverbandes Bremen), Dieter Möhler (Meiningen; Bundesvorsitzender), Andreas Schröder (Meiningen; Schwerpunkt Sozialrecht), Markus Horstmann (Hannover; Schwerpunkte Medizinrecht, Sozialrecht) und Dr. Stephan Schmanns (Hamburg; Schwerpunkt u. a. Medizinrecht).

diabetes-news-anwaelte-rechtsberatungsnetz
Foto: Börner PR

Auf dem Bild fehlen: Steffen Graf (Villingen-Schwenningen; Schwerpunkte Verkehrs-, Straf-, Verwaltungs- und Zivilrecht im Zusammenhang mit Diabetes; Vorstandsmitglied im Landesverband Baden-Württemberg). Weitere Anwälte u. a. eine Anwältin mit Migrationshintergrund prüfen zurzeit. die Bereitschaft zur Mitarbeit.

Diese genannten Rechtsanwälte übernehmen eine anfängliche juristische Beratung der Patienten – kostenfrei für Mitglieder im Deutschen Diabetiker Bund. Sie geben Hilfe und Unterstützung beispielsweise beim Ausfüllen von diversen Anträgen, Erstellen bei Bedarf Gutachten oder helfen bei den Schulungen und Fortbildungen der Diabetiker-Lotsen. Auch möchte man sich innerhalb des Netzwerkes spezialisieren, um so die fachliche juristische aber auch medizinisch wissenschaftliche Kompetenz zu erhöhen. Es sei künftig durchaus denkbar, den Mitarbeitern der lokalen Arbeitsagenturen entsprechende Fortbildungsseminare anzubieten, welche sich mit den sozial-medizinischen Möglichkeiten in der Bundesrepublik beschäftigen.

Das Rechtsberatungsnetz “Zucker im Blut – Recht im Leben” ist ab sofort direkt über den Bundesverband in Kassel aber auch über die jeweiligen Landesverbände erreichbar.

Ehrlich bleiben

(10.01.2012)

Zusatznutzen lang wirksamer Insulinanaloga anerkennen

Lang wirksame Insulinanaloga sind bisher Teil des Therapieangebotes auch für Menschen mit Diabetes Typ 2. Diese Insulinanaloga haben den Vorteil, dass sie meist nur einmal am Tag gespritzt werden müssen, damit der Grundbedarf an Insulin gedeckt ist. Studien haben ergeben, dass bedrohliche Unterzuckerungen mit lang wirksamen Insulinanaloga seltener vorkommen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE sind deshalb der Ansicht, dass lang wirksame Insulinanaloga die Diabetestherapie gerade bei Patienten verbessern, die unter nächtlichen Unterzuckerungen zu leiden haben. Außderdem erhöhen sie die Arzneimittelsicherheit.

Lang wirksame Insulinanaloga sind gentechnisch veränderte Insuline. Sie zerfallen sehr langsam nach dem Spritzen und wirken dadurch gleichmäßiger und länger. Viele Diabetiker kommen mit einer Injektion täglich aus, um ihren Grundbedarf an Insulin zu decken. Außerdem kommt ein zu starkes Absinken des Blutzuckerspiegels, die so genannte Hypoglykämie, im Vergleich zu herkömmlichen Verzögerungsinsulinen seltener vor.

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) wird demnächst entscheiden, ob Gesetzliche Krankenkassen weiterhin lang wirksame Insulinanaloga in der Therapie des Diabetes Typ 2 erstatten. Grundlage dieser Entscheidung ist der kürzlich veröffentlichte Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Er benennt Studienergebnisse, nach denen Hypoglykämien bei lang wirksamen Insulinanaloga im Vergleich zu herkömmlichem Verzögerungsinsulin (NPH-Insulin) deutlich seltener vorkommen. Es ist nicht zu verstehen, dass dieser Zusatznutzen im Fazit des IQWiG-Berichtes keine Berücksichtigung findet!

Nach Meinung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und nach Meinung von diabetesDE bedeutet die geringere Hypoglykämie-Rate eine erhöhte Sicherheit für die Patienten und stellt deshalb einen belegbaren Zusatznutzen dar, der eindeutig im Bericht des IQWiG formuliert sein sollte, aber einfach weggelassen wurde.

Der Gemeinsame Bundesausschuss sollte seine Entscheidung daher auf der Grundlage der wissenschaftlichen Datenlage treffen.

Stiftung Dianiño

(10.01.2012)

Diabetes-Nanny: nötig oder unnötig?

Professor Borkenstein, Universitätskinderklinik Graz

Ein bisher gesundes Kind wird zunehmend müde, verliert an Gewicht, hat viel Harn und viel Durst und wird aus diesem Grund beim Arzt vorgestellt. Die Diagnose lautet “Diabetes mellitus” und Eltern und Kind wird mitgeteilt, dass eine lebenslange Behandlung mit Insulin nötig sein wird. Verständlicherweise ist diese Diagnose häufig für die Eltern, aber auch für das Kind ein Schock.

Man will die Diagnose Diabetes mellitus nicht wahrhaben und kann sich mit der Erkrankung nicht identifizieren. Die Erstbehandlung erfolgt meistens stationär in einer dafür eingerichteten Abteilung für Kinder und Jugendliche. Neben der Therapie der akuten Stoffwechselentgleisung und der Initiierung der folgenden Dauertherapie der diabetischen Stoffwechsellage beginnt durch ein Diabetesteam eine ausführliche Schulung von Eltern und Patienten, um das nötige Wissen zu vermitteln, damit Selbstkontrolle und Selbsttherapie ermöglicht werden.

Daneben spielen psychosoziale Aspekte eine große Rolle. Die Annahme und Verarbeitung der schockierenden Diagnose muss unterstützt werden. – Wie auch immer, irgendwann einmal kommt der Moment, wo das Kind wieder ins häusliche Milieu zurückkehrt und die Therapie dort durch die Familie und das Kind durchgeführt werden soll. Die Phasen der Krankheitsbewältigung laufen sehr individuell ab und nicht immer gelingt es den Beteiligten, zur Phase der Akzeptanz und des Annehmens zu finden. Häufig sind Kind und Familie, oft aber auch die sonstigen Betreuenden durch die Probleme mit der Erkrankung inhaltlich, zeitlich und im Detail überfordert. Dies betrifft nicht nur den medizinischen Teil (z. B. Blutzuckerbestimmung, Insulininjektion, Insulinanpassung, Diätanpassung …), sondern vor allem auch die psychosozialen Aspekte (Berufstätigkeit der Mutter, Kindergartenplatz, Schulbesuch, finanzielle Aspekte …).

Die im Jahr 2004 von Frau Ingrid Pfaff und MitarbeiterInnen gegründete Stiftung DIANINO hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien bei diesen Belastungen schnelle und praktische Unterstützung zu leisten. Die dafür etablierte Hilfe ist: Die Diabetes-Nanny

Wer kann eine Diabetes-Nanny werden, was sind deren Aufgaben?

Diabetes-Nanny kann werden, wer über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen mit dem Typ I Diabetes verfügt und bereit ist, ehrenamtlich zu arbeiten und in betroffene Familien, aber auch in Kindergärten, Schulen zu gehen und dort zu helfen. Die Unterstützung ist kann sehr unterschiedlich sein und umfasst ein großes und breites Spektrum: medizinische Probleme, Probleme im Handling der Erkrankung, Betreuungsprobleme, Integrationsprobleme, um nur einige wichtige Aspekte zu nennen. Je nach Problem ist auch die Dauer, welche die Diabetes-Nanny in den entsprechenden Familien verbringt bzw. den entsprechenden Familien zu Hilfe steht, durchaus unterschiedlich lang. Wichtig für die Familie ist, dass diese Hilfe schnell und unkompliziert zur Verfügung steht und dass der Familie dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Derzeit sind für die Stiftung Dianiño 50 Diabetes-Nannies kontinuierlich im Einsatz. Ca. 15% davon haben selbst ein oder mehrere Kinder mit Typ I Diabetes. Fast 80% kommen aus dem Bereich Kinderkrankenpflege, Diabetologie bzw. sind Kinderkrankenschwestern und DiabetesberaterInnen. Ungefähr 20% der Hilfsmaßnahmen betreffen die Diabetesbehandlung an sich (z. B. Insulininjektion, Anpassung, Selbstkontrolle). Der Rest betrifft Schulungsmaßnahmen (z. B. in Kindergarten und Schule) sowie Arbeiten im sozialen und organisatorischen Bereich. Besonders hingewiesen werden soll auf den hohen Anteil der Hilfeleistungen für Familien mit Migrationshintergrund (fast 15%).

Unterdessen sind bereits an die 300 Hilfseinsätze von Diabetes-Nannies durchgeführt worden, die von den betroffenen Familien, aber auch den Betreuenden durchweg positiv beurteilt werden. Wenn auch durch Diabetes-Nannys sicherlich nicht alle Probleme lösen können, die aus der unterschiedlich empfundenen Belastung durch die Erkrankung entstehen, so tragen diese Einsätze doch ohne Zweifel sehr dazu bei, dass sowohl die Krankheitsbewältigung an sich, als auch Probleme in der Therapie und in der Betreuung des Diabetes mellitus sowohl medizinischer als auch psychosozialer Art sehr positiv beeinflusst werden können.

Der Stiftung Dianiño ist für diese Initiative sehr zu danken und für die weitere Arbeit viel Erfolg zu wünschen!

Diabetesrisiko auch vom Alter abhängig

(10.01.2012)

Diabetesrisiko auch altersabhängig

Studie zeigt ein erhöhtes Risiko für Typ 2-Diabetes mellitus in der älteren deutschen Bevölkerung

Das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und das Helmholtz Zentrum München haben festgestellt, dass im europäischen Vergleich die ältere deutsche Bevölkerung ein hohes Diabetesrisiko hat. Männer im Alter von 55 bis 74 Jahren haben dabei ein doppelt so hohes Risiko wie Frauen, an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken. In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen entwickeln Männer doppelt so häufig einen Typ 2-Diabetes wie Frauen. Dieses Ergebnis ist Teil der Nachfolgeuntersuchung des bevölkerungsbezogenen KORA Surveys, die von Herrn Dr. Rathmann und Mitarbeitern des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Kooperation mit Frau Dr. Meisinger und Mitarbeitern vom Helmholz Zentrum in München durchgeführt wurde.

In den Jahren von 1999 bis 2001 wurde in der Region Augsburg eine repräsentative Stichprobe der älteren Bevölkerung (55-74 Jahre) gezogen. Mit einem oralen Zuckerbelastungstest (OGTT) sollte eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Anzahl von Menschen mit Diabetes ermittelt werden. Der OGTT ist der “Goldstandard” zur Diabetes-Diagnose in epidemiologischen Studien. Wenn im Ergebnis des oralen Zuckerbelastungstests der Blutzuckerwert nicht mehr normal ist, aber auch noch nicht die Grenzwerte für Diabetes überschreitet, bezeichnet man das als “Prädiabetes”.

Die Folgeuntersuchung nach 7 Jahren förderte folgende Ergebnisse zutage

  1. 10,5% der Teilnehmer entwickelten innerhalb von 7 Jahren einen Typ 2-Diabetes, ohne einen vorherigen Prädiabetes gezeigt zu haben. Hierunter befanden sich etwa doppelt so viele Männer wie Frauen.
  2. Von den Patienten, die zu Beginn einen Prädiabetes sowohl mit einem erhöhten Nüchternblutzucker zwischen 110 und 125 mg/dl als auch einem erhöhten 2-Stundenwert im OGTT (140 bis 199 mg/dl) aufwiesen, entwickelte etwa die Hälfte einen manifesten Diabetes.
  3. Als weitere Risikofaktoren für die Diabetesentwicklung zeigten sich insbesondere ein erhöhter Bauchumfang (Männer >=102 cm, Frauen >=88 cm), starkes Übergewicht (Body mass index über 30 kg/m2) sowie das Vorhandensein eines Diabetes bei mindestens einem Elternteil (genetische Belastung). Zudem zeigt die Studie, dass Rauchen die Progression der Diabetes-Erkrankung vielleicht unterstützen könnte.

Die Daten der KORA-Studie zeigen den erhöhten Bauchumfang als wichtigen Faktor für das höhere Diabetesrisiko bei Männern: Im Durchschnitt wurden bei Männern 10 cm mehr Bauchumfang gemessen als bei Frauen. Die so genannte abdominale Adipositas (zentrale Fettleibigkeit, “zuviel an innerem Bauchfett”) geht mit Insulinresistenz (d.h. einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin) einher. Ursache ist die Stoffwechselaktivität des Bacuhfetts, das eine Reihe von Substanzen produziert, die u. a. den Blutzucker nachteilig beeinflussen können. Um das Risiko für einen Typ 2 Diabetes möglichst frühzeitig zu erkennen, sollte daher nicht nur das Körpergewicht, sondern auch der Bauchumfang gemessen werden. Damit kann zum ersten Mal die Häufigkeit von Typ 2 Diabetes mellitus in der älteren deutschen Bevölkerung eingeschätzt werden. “Unsere Ergebnisse zeigen, dass vor allem ältere deutsche Männer im europäischen Vergleich ein hohes Risiko haben, einen Typ 2 Diabetes mellitus zu entwickeln,” so Dr. Wolfgang Rathmann vom DDZ. “Unsere Studie zeigt den oralen Glukosetoleranztest nicht nur zur Sicherung der Diagnose, sondern auch zur Risiko-Vorhersage als nützliches Instrument,” ergänzt PD Dr. Christa Meisinger vom Helmholtz Zentrum München.

An der Erstuntersuchung in den Jahren 1999 bis 2001 hatten insgesamt 1.353 zufällig ausgewählte Personen teilgenommen, an der zwischen 2006 und 2008 durchgeführten Nachfolgeuntersuchung 887. Die Ergebnisse verdeutlichen den Wert von Kohortenstudien für die epidemiologische Forschung: Durch die langjährige Beobachtung der Personen können Erkrankungsrisiken bestimmt werden und so neue Vorhersage- und Vorsorgemöglichkeiten entwickelt werden.

Magenband anerkannt

(10.01.2012)

Magenbänder zur Rückbildung eines Diabetes 2

LAP-BAND(TM) ist in Europa das erste Adipositas-Interventions-System zur Gewichtsgewichtsreduktion, das bei Typ-2-Diabetes eine Rückbildung oder Verbesserung erzielen konnte

Mediziner fordern eine stärkere Berücksichtigung von Magenbändern bei der Behandlung von adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes. Das LAP-BAND(TM) AP System von Allergan zur Behandlung der Adipositas hat als erstes Gewichtsreduktionssystem, das eine Rückbildung oder Verbesserung eines bereits bestehenden Typ-2-Diabetes bewirkt, eine offizielle europäische Zulassung erhalten. Der Type-2-Diabetes hat pandemische Ausmaße angenommen[i] und das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, ist bei adipösen Personen gegenüber dem Rest der Bevölkerung um den Faktor 10 erhöht. Adipositas liegt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 vor. Adipositas und Typ-2-Diabetes werden im nächsten Jahrzehnt wahrscheinlich die größten Herausforderungen für die Gesundheitssysteme darstellen.[ii] Nachhaltiges Abnehmen kann durch den gegenwärtigen Lebensstil und die derzeitigen pharmakologischen Ansätze bei adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes mit nur wenig Erfolg erreicht werden.[iii],[iv],[v]

“Der Type-2-Diabetes wird immer mehr zu einem Problem, da die Prävalenz von schwerer oder krankhafter Adipositas in der Bevölkerung steigt. Der nachweislich erfolgreiche Einsatz von Magenband-Verfahren bei diesen Patienten kommt daher genau zur rechten Zeit. Damit steht uns eine leistungsstarke Behandlungsalternative zur Verfügung, mit der wir das Problem der Morbidität und Mortalität, die mit der Kombination von Diabetes und Adipositas (»Diabesity«) einhergeht, angehen können. Der Begriff »Diabesity« wurde von Shape Up America kreiert, um die direkte Beziehung zwischen Diabetes und Adipositas zu umreißen”, so Dr. Jonathan Pinkney, Consultant Senior Lecturer und Diabetologe, Cornwall.

“Das Einsetzen eines Magenbands ist eine sehr wirksame Behandlungsoption bei ausgewählten Patienten mit Adipositas, die mit herkömmlichen Methoden zur Gewichtsreduktion nicht an Gewicht verlieren. Die Anerkennung eines Medizinprodukts von der Art des LAP-BAND(TM) AP Systems durch die europäischen Gesundheitsbehörden ist ein wichtiger Fortschritt für die Ärzteschaft und die adipösen Patienten in unseren Bemühungen um eine effektive Behandlung des Typ-2-Diabetes.”

Das operative Einsetzen eines Magenbands ist bereits eine etablierte Methode, mit der ein nachhaltiges Abnehmen erzielt werden kann. Im Jahr 2006 empfahl das National Institute of Clinical Excellence bariatrische Operationen wie das Einsetzen eines Magenbands als Behandlungsoption für adipöse Menschen mit einem BMI zwischen 35kg/m2 und 40kg/m2 und Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck sowie für Menschen mit einem BMI über 40kg/m2.[vi] Paul Super, ein auf Adipositasintervention spezialisierter bariatrischer Chirurg, sagt: “Es gibt viele Menschen, die, obwohl sie von einem Magenband profitieren würden, derzeit nicht zur Durchführung des Eingriffs überwiesen werden. In Anbetracht dieser neuen Entwicklung sollten Ärzte, die adipöse Patienten mit Typ-2-Diabetes behandeln, das operative Einsetzen eines Magenbands ernsthaft als Option in Erwägung ziehen. Der Eingriff kann solchen Patienten dabei helfen, ihr Gewicht zu reduzieren und unter Kontrolle zu halten. Bezeichnenderweise macht die erweiterte Kennzeichnung für das LAP-BAND(TM) AP System deutlich, dass dessen Nutzen über die reine Gewichtsreduktion hinaus anerkannt wird und auch die Rückbildung oder Behandlung des Typ-2-Diabetes mit einschließt. Diese wichtige Änderung der Kennzeichnung bestätigt die Erkenntnisse, die zeigen, dass das Anlegen eines Magenbands die Behandlung des Typ-2-Diabetes erleichtern könnte.”

Der TÜV SÜD – eine benannte Stelle der Europäischen Union, die für die Zertifizierung von Medizinprodukten verantwortlich ist, hat das LAP-BAND(tm) AP System als erstes Medizinprodukt für die Adipositasintervention anerkannt, das in Europa offiziell für die Gewichtsreduktion zugelassen wurde, weil die damit erreichte Gewichtsreduktion zur Verbesserung oder Rückbildung des Typ-2-Diabetes führt. So ist jetzt in der Gebrauchsanweisung des LAP-BAND(TM) AP Systems bzw. der Kennzeichnung festgehalten, dass die Gewichtsreduktion in Zusammenhang mit dem LAP-BAND(tm) AP System nachweislich zu einer Verbesserung oder Rückbildung des Typ-2-Diabetes geführt hat. Die Daten, die zur Erweiterung der Produktkennzeichnung geführt haben, stammen aus einer wegweisenden, zweijährigen, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie. Diese Studie hat gezeigt, dass bei Patienten, die mit dem LAP-BAND(TM)AP System an Gewicht abgenommen hatten, die Wahrscheinlichkeit der Rückbildung des Typ-2-Diabetes fünf Mal höher war als bei Patienten mit konventioneller Diabetestherapie (73% gegenüber 13%). Es handelt sich hierbei um die erste randomisierte, kontrollierte Studie, in der eine chirurgisch herbeigeführte Gewichtsreduktion mit der konventionellen Therapie zur Behandlung des Typ-2-Diabetes bei adipösen Patienten verglichen wurde. Diese Resultate bestätigen die Ergebnisse vorangegangener Beobachtungsstudien.[vii]

Informationen zu Allergan, Inc.

Das 1950 gegründete Unternehmen Allergan, Inc., mit Sitz in Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien, ist ein in verschiedenen Spezialbereichen tätiges Gesundheitsunternehmen, das innovative Pharmazeutika, biologische Produkte und Medizingeräte entdeckt, entwickelt und vermarktet. So verhilft das Unternehmen Menschen zu größtmöglicher Lebensqualität – sie können klarer sehen, sich freier bewegen und sich optimaler selbst verwirklichen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 8.000 Mitarbeiter und betreibt hochmoderne F&E-Einrichtungen und Produktionsstätten von Weltklasse. Neben seiner Forschungsorganisation, die das gesamte Spektrum von der Entdeckung bis zur Entwicklung abdeckt, ist Allergan mit seinen globalen Marketing- und Vertriebsfähigkeiten in über 100 Ländern vertreten.

Was ist das LAP-BAND(TM) AP System?

Bei dem LAP-BAND(TM)AP System handelt es sich um ein System, das eine Langzeitgewichtsreduktion unterstützt und die mit schwerer und krankhafter Adipositas einhergehenden Gesundheitsrisiken senkt. Im Gegensatz zur Magen-Bypass-Operation wird bei diesem Verfahren der Magen nicht aufgeschnitten und geklammert und es wird auch keine Umleitung des Darmes vorgenommen. Der Eingriff ist reversibel.[viii],[ix],[x] Unter Verwendung von laparoskopischen (Schlüsselloch-) Techniken wird ein aufblasbares Silikonband um den oberen Abschnitt des Magens des Patienten gelegt, so dass eine kleine Tasche entsteht. Das Wirkprinzip des LAP-BAND(TM)AP Systems beruht auf einer Verkleinerung der Kapazität des Magens des Patienten, die dazu führt, dass sich früher ein Sättigungsgefühl einstellt. Das LAP-BAND(TM)AP System ist anpassbar, d. h., das aufblasbare Band kann enger oder weiter gestellt werden und hilft so dem Patienten, ein Maß an Sättigung zu erreichen und gleichzeitig eine gesunde Ernährung beizubehalten.

Biografien

Dr. Jonathan Pinkney ist ein Diabetologe beim Royal Cornwall Hospitals NHS Trust.

Herr Paul Super ist ein auf die Behandlung von Übergewicht spezialisierter Chirurg am Heartlands Hospital in Birmingham. Herr Super setzt durchschnittlich 20 Patienten pro Woche in seinen NHS- und Privatpraxen ein Magenband ein.

Weitere Informationen zur Gewichtsreduktion erhalten Sie unter: www.weightloss4diabetes.co.uk

Literatur
[i] Diabetes – the policy puzzle: is Europe making progress? FEND & IDF Europe report, second edition. 2008
[ii] Zimmet P, Alberti KG, Shaw J. Global and societal implications of the diabetes epidemic. Nature. 2001;414(6865):782-787.
[iii] Khan MA, St Peter JV, Breen GA, Hartley GG, Vessey JT. Diabetes disease stage predicts weight loss outcomes with long-term appetite suppressants. Obes Res.2000;8(1):43-48
[iv] Zimmet P, Shaw J, Alberti KG. Preventing type 2 diabetes and the dysmetabolic syndrome in the real world: a realistic view. Diabet Med. 2003;20(9): 693-702.
[v] Wing RR, Marcus MD, Epstein LH, Salata R. Type II diabetic subjects lose less weight than their overweight nondiabetic spouses. Diabetes Care. 1987; 10(5):563-566
[vi] Obesity: guidance on the prevention, identification, assessment and management of overweight and obesity in adults and Children. NICE Guideline December 2006
[vii] Dixon, JB, O’Brien, PE et al. Adjustable gastric banding and conventional therapy for type 2 diabetes: a randomized controlled trial. JAMA. Vol 299 (3) January 2008
[viii] Chapman A, Game P, OBrien P, Maddern G, Kiroff G, Foster B, Ham J. Executive summary: Laparoscopic adjustable gastric banding for the treatment of obesity: Update and re-appraisal. Australian Safety and Efficacy Register of New Interventional Procedures-Surgical (ASERNIP-S) Report No. 31, Second Edition. Adelaide, South Australia: ASERNIP-S, June 2002.
[ix] Parikh MS, Shen R, Weiner M, Siegel N, Ren CJ. Laparoscopic bariatricsurgery in super-obese patients (BMI>50) is safe and effective: a review of 332 patients. Obes Surg. 2005 Jun-Jul;15(6):858-63
[x] Chapman AE, Kiroff G, Game P, Foster B, O’Brien P, Ham J, Maddern GJ. Laparoscopic adjustable gastric banding in the treatment of obesity: a systematic literature review. Surgery 2004;135:326-351

Stoffwechsel-Gedächtnis

(10.01.2012)

Unvergesslicher Diabetes

Stoffwechsel-Gedächtnis “lernt” schädlichen Zuckerabbau

Gelernt ist gelernt. – Was für den Schüler die Basis des Erfolgs darstellt, ist für den Zuckerkranken allem Anschein nach die Basis schlimmer Folgeerkrankungen wie Nierenversagen, Augenschäden, Nervenschäden und Herzinfarkt: Wie US-amerikanische und britische Wissenschaftler in der renommierten Fachzeitschrift “Diabetic Medicine” berichteten, hat auch unser Stoffwechsel ein Gedächtnis.

Dieses Stoffwechsel-Gedächtnis merkt sich quasi bei erhöhten Blutzuckerspiegeln krankhafte Stoffwechselwege. Schon in einem sehr frühen Stadium des Diabetes “lernt” der Körper schädliche Zuckerabbauwege, welche Folgeschäden an Nerven, Blutgefäßen und Organen entstehen lassen. Sind diese Prozesse einmal initiiert, laufen sie auch dann weiter ab, wenn der Blutzucker später wieder gut eingestellt ist. Als Verursacher dieses Stoffwechselgedächtnisses ist eine durch den erhöhten Blutzucker ausgelöste irreversible Verzuckerung von Eiweiß-Molekülen in den Zellen anzusehen. Durch sie wird eine Kaskade an zerstörerischen Prozessen in Gang gesetzt. Unter anderem werden toxische Zucker-Eiweiß-Verbindungen, so genannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts), gebildet, die massiv die Folgeschäden des Diabetes vorantreiben.

“Für den Diabetiker bedeutet das, dass Frühdiagnose und intensive Frühtherapie für die Prognose ganz entscheidend sind”, kommentierte die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB). Primäre Maßnahme ist eine konsequent gute Blutzuckereinstellung. Eine weitere Strategie gegen den folgenschweren Lernprozess des Stoffwechsels und die Begleiterkrankungen des Diabetes sehen die Autoren in einer medikamentösen Unterdrückung der AGE-Bildung.

Ermutigende Nachrichten kommen hier aus der Biofaktoren-Forschung: “Studien zeigten, dass eine Vorstufe vom Vitamin B1, das Benfotiamin, die Bildung von AGEs im diabetischen Stoffwechsel wirksam hemmt”, erklärte die GfB. Benfotiamin aktiviere nach Ausführung der Wissenschaftler von der GfB ein körpereigenes Entgiftungsenzym, das den Zuckerabbau auf einen harmlosen Stoffwechselweg leitet. Dadurch werden im Frühstadium des Diabetes die Lernvorgänge unterbunden, aber auch in einem späteren Stadium noch die zur Gefäß-, Nerv- und Organschädigung beitragenden Mechanismen verzögert. Die vitaminähnliche Substanz wird schon seit vielen Jahren erfolgreich in der Prävention und Therapie diabetischer Nervenerkrankungen (Neuropathien) eingesetzt. Experimentell konnte Benfotiamin auch diabetische Nieren- und Augenschäden verhindern.

Literatur
Diabet. Med. 24, 582-586 (2007) – Weitere Infos: www.gf-biofaktoren.de

Blutzuckerselbstmessung

(10.01.2012)

Blutzuckerselbstmessung sinnvoll in Diabetes-Therapie einbauen

Berlin – Messen Patienten regelmäßig ihre Blutzuckerwerte, kann dies ihre Diabetes-Therapie verbessern. Die Diabetesorganisation diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) setzen sich deshalb in einer Stellungnahme dafür ein, die Selbstmessung der Blutglukose-Werte als Bestandteil der Therapie weiterhin zu finanzieren und auf diese Weise hohe Kosten für Folgeerkrankungen des Diabetes zu vermeiden. Eine Leitlinie für den sinnvollen Einsatz der Selbstmessung wird in Kürze veröffentlicht.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht zurzeit den Nutzen dieser Messung bei Typ 2 Diabetes ohne Insulinbehandlung und hat ein vorläufiges Ergebnis veröffentlicht.

Die Selbstmessung bringt zwar – isoliert betrachtet – keinen Nutzen für die Verbesserung der Werte. Sinnvoll ist sie jedoch, wenn Patienten ihre Ernährung, Bewegung und Medikation den selbst gewonnenen Werten entsprechend anpassen und Ärzte sie zur Überprüfung ihrer Therapieempfehlungen heranziehen. “Es gibt bisher kaum Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen der diagnostischen Methode der Selbstmessung unter Berücksichtigung des Patienten- und Arztverhaltens auf den Krankheitsverlauf untersucht haben”, so die Diabetes-Experten um Professor Dr. Stephan Martin, die eine Stellungnahme von diabetesDE und DDG zur IQWiG-Untersuchung verfasst haben.

Das Hauptproblem in der isolierten Bewertung liege darin, dass die heutigen Behandlungskonzepte eine ganze Palette an Maßnahmen beinhalten. Entsprechend schwierig sei es, den Einfluss der Selbstmessung allein zu betrachten. Die Experten fordern deshalb, die Selbstmessung weiterhin in der Therapie des Diabetes Typ 2 zu belassen. Eine praktikable Leitlinie für den sinnvollen Einsatz der Selbstmessung wird derzeit von einer Expertengruppe entwickelt, die unter anderem die Pflichten von Patienten und Arzt nennt, wenn Blutglukoseteststreifen verordnet werden. Diese Leitlinie wird in Kürzte in der Fachzeitschrift “Der Diabetologe” publiziert und auf der Internetseite www.diabetesde.org veröffentlicht.

Das IQWiG führt zurzeit eine Untersuchung zum Thema “Urin- und Blutzuckerselbstmessung bei Diabetes mellitus Typ 2″ im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die Behandlung des Diabetes Typ 2 ohne Insulin durch. Das Institut stellt in einem vorläufigen Ergebnis fest, dass die herangezogenen Studien – in denen die Blutzuckerselbstmessung isoliert bewertet wird – keine Verbesserung der Blutzuckerwerte durch Blutzuckerselbstmessung belegen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen jedoch bereits, wie wichtig eine gute Blutzuckereinstellung ist, um Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus zu verhindern. Nur eine auf jeden Patienten individuell angepasste Therapie kann dazu beitragen, Schäden wie zum Beispiel Nierenversagen, Blindheit, Herz-Kreislauferkranken oder Fußamputationen zu vermeiden. Gelingt es, durch eine gute Diabetes-Therapie diese schweren und auch teuren Folgen zu verhindern, erhöht dies die Lebensqualität der Patienten und senkt Krankheitskosten.

Kontakt für Journalisten
Pressestelle
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org