Therapie der Fettstoffwechselstörungen
Zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Ein Medikament mit Wirkung hat auch Nebenwirkungen. Gehört man zu Patienten mit erhöhtem Risiko für kardiovaskulären Tod, sollten einen diese Nebenwirkungen nicht vor einer Behandlung abschrecken. Die Nebenwirkungen sind in der Regel selten und es lässt sich fast immer eine Behandlungsalternative finden, sollte ein Medikament nicht vertragen werden.Sport und gesunde Ernährung gegen Fettstoffwechselstörungen
Alle Patienten mit Fettstoffwechselstörungen sollten einem Ausdauersport nachgehen. Bereits geringe sportliche Aktivitäten von nur 30 min dreimal pro Woche senken das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Übergewichtige Patienten haben häufig eine gemischte Fettstoffwechselstörung, die sich bei Gewichtsreduktion wieder normalisiert. Der richtige Weg zur Normalisierung des Gewichts ist in Abschnitt Ernährung beschrieben. Vor allem bei der gemischten Fettstoffwechselstörung ist eine gesunde Ernährung wichtig. Bei erhöhtem LDL sollte auf eine fettarme Ernährung geachtet werden. Die häufigste Ursache für die Hypertriglyceridämie ist Alkohol und ungesunde fettreiche Ernährung.Medikamentöse Therapie der Fettstoffwechselstörung
Update August 2026: Neue Medikamente in der ZulassungDie europäische Arzneimittelbehörde hat die Empfehlung ausgesprochen, drei Medikamente zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen zuzulassen:
Obicetrapib hemmt CETP, das Cholesterolester-Transferprotein. Durch diese Hemmung steigt der HDL-Spiegel, Abo B und LDL werden gesenkt. Das Medikament kommt in Form von Filmtabletten als Monopräparat und in Kombination mit Ezetimib auf den Markt (Ubeslo®).
Die europäische Arzneimittelbehörde hat zusätzlich die Zulassung eines weiteren PSCK9-Hemmers empfohlen (Lerodalcipeb, Lyrokaul®). PSCK9 bindet an die LDL-Rezeptoren in der Leber, wodurch vermehrt LDL abgebaut wird. Mit Evolocumab und Alirocumab gibt es seit 2015 zwei monoklonaler Antikörper gegen PSCK9, die LDL stark senken. Außerdem gibt es mit Inclisiran ein siRNA-Therapeutikum, das die Bildung von PSCK9 hemmt und dadurch zum vermehrten Abbau von LDL beiträgt. Der neue PSCK9-Hemmer muss nur einmal im Monat gespritzt werden.
Einzelheiten zu Wirkungsweisen von Medikamenten zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen, zu Nebenwirkungen und zur Studienlage finden Sie auf den folgenden Seiten:
- Statine: Senkung des LDL-Cholesterins
- Ezetimib: Senkung der Cholesterinwerte
- Bempedoinsäure: Cholesterinsenkung in der Leberzelle
- Fibrate: Senkung der Triglyceride
- PCSK9-Inhibitoren: Starke Senkung des LDL-Cholesterins
- Lerodalcipeb: Ein neuer PCSK9-Inhibitor
- Obicetrapib: CETP-Inhibitor der nächsten Generation
- Weitere pharmakologische Ansätze zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen
(1) Brown MS, et al. Proc Natl Acad Sci U S A. 1979;76:3330-3337.Steinberg D, et al. Proc Natl Acad Sci U S A. 2009;106:9546-9547. Goldstein JL, et al. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2009;29:431-438.
Stichwörter: Fettstoffwechselstörungen
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Dieser Artikel wurde verfasst von Prof. Dr. Klaus Kusterer







