Morbus Addison – Nebennierenschwäche

Antikörper gegen Nebennierengewebe schädigen die Zellen der Nebennierenrinde. Dort wird Cortisol gebildet. Cortisol ist vielen Laien als Medikament (z.B. gegen Asthma, Rheuma oder Allergien) bekannt; das Hormon wird aber im Körper täglich gebildet und ist lebenswichtig: Die Unterfunktion der Nebennierenrinde mit Cortisolmangel führt zu starker Schwäche, Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden. Wenn der Mangel zunimmt und Cortison nicht ausreichend ersetzt wird (Addisonkrise) kann er lebensbedrohlich sein!

Die Behandlung erfolgt durch Tabletten mit Cortison sowie einem weiteren Hormon (Fludrocortisol) zur Regelung des Mineralstoffwechsels.

Bei richtiger Dosierung, also reiner Ersatzbehandlung, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Allerdings muss die Dosierung die natürliche Cortisonbildung nachbilden. Dabei ergeben sich zwei Schwierigkeiten:

  • Cortison wird beim Gesunden über den Tagesverlauf unterschiedlich stark gebildet. Diese sog. „zirkardiane Rhythmik“ – früh morgens hohe Spiegel, zum Nachmittag hin niedere Spiegel – muss bei der Dosierung des Medikamentes nachgebildet werden.
    Das ist nicht einfach, gelingt nicht immer optimal.
  • Cortison wird vom gesunden Körper in allen Stress-Situationen deutlich mehr gebildet: Solche Situationen sind z.B. Magen-Darm-Infekte, schwere Erkältungen, Operationen, Unfälle.
    In diesen Situation muss die Dosis der Cortisontabletten bei Menschen mit Addison deutlich erhöht werden. Hierzu erhalten die Betroffenen einen Notfallpass, der diese Dosiserhöhung beschreibt und im Falle von Bewußtlosigkeit Ersthelfer und Ärzte informiert.

Die Diagnostik und Behandlung einer Addisonerkrankung ist nicht immer einfach, fehleranfällig und auch aufwendig. In der Regel wird sie von Hormonspezialisten – sog. Endokrinologen – übernommen.